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Einzelhandel Edeka verkauft wieder Mars-Produkte – Handel und Hersteller streiten weiter

Der Edeka-Einkaufsverbund und der Süßwarenhersteller einigen sich. Doch das ist nur Teilaspekt eines Konflikts, der auf die Bilanzen durchschlägt.
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Der Süßwaren- und Tierfutterkonzern hat sich mit Edeka geeinigt. Quelle: AFP
Mars

Der Süßwaren- und Tierfutterkonzern hat sich mit Edeka geeinigt.

(Foto: AFP)

Hamburg Mars-Produkte wie M&M’s sind bald wieder problemlos bei Edeka verfügbar: Der amerikanische Süßwaren- und Tierfutterkonzern und der europäische Einkaufsverbund Agecore, zu dem Edeka gehört, haben sich offenbar im Streit um Konditionen geeinigt.

Die Auslistung von über 50 Produkten von Mars war nur ein Fall in einer ganzen Reihe von Streitigkeiten zwischen europäischen Händlern und Herstellern. Inzwischen macht sich der zunehmende Druck der Einzelhändler in den Bilanzen der Weltkonzerne bemerkbar.

In allen Fällen geht es darum, dass die Händler die Preise ihrer Zulieferer drücken wollen, beziehungsweise Rabatte verlangen. Dabei nutzen sie gestiegene Macht: Rewe und Edeka haben sich auf europäischer Ebene mit Händlern in anderen Ländern zusammengeschlossen, um gemeinsam bessere Konditionen zu erreichen.

Discounter wie die Schwarz-Gruppe um Lidl und Kaufland sind in den vergangenen Jahren selbst im Ausland stärker geworden und können so ein größeres Gewicht in die Waagschale werfen. Zudem hat der Handel über seine ausgeweiteten Eigenmarken einen besseren Einblick in die Produktionskosten von Lebensmitteln und Drogeriewaren gewonnen und kann so gezielter erkennen, wo die Hersteller Marge verstecken.

Der Streit zwischen Edeka und Mars zog sich zwei Monate hin. Nun bestätigte ein Edeka-Sprecher einen Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ über die Einigung. Verglichen mit dem schlagzeilenträchtigen Konflikt zwischen Nestlé und Agecore wurde der Streit vergleichsweise schnell beigelegt. Aktuell soll Agecore noch mit dem Milka-Hersteller Mondelez im Streit liegen. Kaufland hat sogar eine ganze Reihe von Unilever-Produkten durch Alternativen ersetzt, nachdem sich der Konzern offenbar unnachgiebig zeigte.

Inzwischen macht sich die gestiegene Macht der europäischen Händler auch in den Bilanzen bemerkbar. Nestlé berichtete am Donnerstag, dass der Konzern in Westeuropa anders als in fast allen anderen Weltregionen weniger Geld vom Handel für seine Produkte bekommt. Das dürfte auch Auswirkungen auf künftige Investitionsentscheidungen haben.

Finanzchef François-Xavier Roger berichtete, dass in den Schwellenländern – also vor allem in Asien und Südamerika – inzwischen nicht nur das Wachstum höher ist als in Europa und Nordamerika, sondern auch die Marge. Klassisch galt, dass der Gewinn in den wohlhabenden Ländern gemacht wird, während das Wachstum aus den Schwellenländern kam. Nun verlieren die entwickelten Länder für die großen Weltkonzerne, die ausweichen können, an Attraktivität.

Als Gegenmaßnahme aktivieren die Markenhersteller verstärkt ihre Lobbyorganisationen: In Brüssel kämpfen die Verbände der Hersteller und der Einzelhändler derzeit um eine EU-Richtlinie, die den Spielraum des Handels in solchen Konditionenkonflikten eindämmen soll.

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