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Einzelhandel Händlern steht die Krise noch bevor

Nach überraschend robustem Geschäft rechnet der Einzelhandel jetzt mit Umsatzrückgängen. Die Unternehmen glauben, dass sie eine deutlich längere Durststrecke durchstehen müssen, als der Rest der Wirtschaft. Wie sich die Händler für einen erneuten Einbruch rüsten.
Die Lust der Deutschen an der Schnäppchenjagd ist ungebrochen. Quelle: dpa

Die Lust der Deutschen an der Schnäppchenjagd ist ungebrochen.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Deutschlands Einzelhändler warten vergeblich auf Entwarnung. "Trotz der vielen nach oben korrigierten Prognosen für die Wirtschaft müssen wir damit rechnen", warnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, "dass sich die Lage hier im weiteren Jahresverlauf verschlechtert." 2009 werde die Branche um zwei Prozent schrumpfen.

Für den Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) steht fest: Die Lage der Ladenbetreiber wird länger schwierig bleiben als die in anderen Wirtschaftsbereichen. Schuld daran seien der Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Haushaltseinkommen, die voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte weiter unter Druck geraten werden. Schon jetzt rechnet die OECD für Deutschland im Weihnachtsquartal mit einer Arbeitslosenquote von 11,8 Prozent - nach 7,7 Prozent vor zwei Monaten.

Entsprechend pessimistisch zeigen sich die vom HDE befragten 1 100 Einzelhandelsunternehmen. Nur sechs Prozent von ihnen sind der Meinung, dass die Krise bereits hinter ihnen liegt. Die überwiegende Zahl, nämlich 46 Prozent, rechnet damit, dass die Krise den Einzelhandel im zweiten Halbjahr 2009 treffen wird, 40 Prozent erwarten die Talsohle im Jahr 2010.

Dass sich die Branche mit einem Umsatzrückgang von 1,7 Prozent seit Jahresbeginn vergleichsweise tapfer geschlagen hat, nützt den Einzelhändlern wenig. Die Zahl der Pleiten und Geschäftsaufgaben, schätzt der HDE, werde 2009 auf insgesamt 5 000 emporschnellen - nach jeweils 3 500 in den Vorjahren. Grund dafür seien die im Einzelhandel traditionell dünnen Eigenkapitalpolster. Vor allem kleinere Filialisten in Innenstadtlagen, die auf den Verkauf "persönlicher Ausstattung" konzentriert sind, seien gefährdet.

Doch auch in Deutschlands großen Einzelhandelskonzernen bleibt die Stimmung gedämpft. Marktführer Metro, der früher vor allem durch seine Cash&Carry-Märkte und die Elektronikketten Saturn und Media-Markt teilweise rasant zulegte, wuchs zuletzt im Inland kaum noch. Im ersten Halbjahr reichte es gerade für ein Umsatzplus von 0,1 Prozent. "Wir gehen davon aus", erklärte Konzernchef Eckhard Cordes im August, "dass die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im zweiten Halbjahr keine wesentliche Trendveränderung zeigen wird."

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