Einzelhandel Handelskette Butlers stellt Insolvenzantrag

Der Wohnaccessoires-Händler Butlers ist insolvent. Das Familienunternehmen wollte eigentlich Möbelriese Ikea Konkurrenz machen – und hat sich dafür sogar mit dem Entertainer Stefan Raab verbündet.
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Sitz der Einzelhandelskette ist Köln. Quelle: Imago
Butlers

Sitz der Einzelhandelskette ist Köln.

(Foto: Imago)

HamburgNeben Tchibo, McPaper und DM gehört sie zum festen Bild mittelgroßer Einkaufsstraßen in Deutschland: die Haushaltswaren-Kette Butlers. Doch die Zukunft ist ungewiss: Haupteigner Wilhelm Josten hat am vergangenen Freitag die Insolvenz für die Kette mit über 100 eigenen Filialen in Deutschland, Österreich und er Schweiz angemeldet. Der Insolvenzverwalter prüft nun, ob das Unternehmen über einen Insolvenzplan gerettet werden kann.

Josten hatte Butlers bis etwa 2014 stark wachsen lassen. Der Spross einer niederrheinischen Händlerfamilie baute zudem einen Online-Shop auf und fand Franchise-Partner im europäischen Ausland. Doch schon 2015 kam die Kette in ernsthafte Probleme: Bei 102,5 Millionen Euro Umsatz standen unter dem Strich fast 12,4 Millionen Euro Miese. Zwei Hauptgründe gibt Josten im Bundesanzeiger dafür an: Der Umsatz war um zehn Millionen Euro gesunken, weil immer mehr Haushaltswaren im Internet verkauft werden. Jostens eigener Shop jedoch stagnierte. Zugleich sank der Euro-Kurs. Butlers hingegen kauft viel in Asien ein. Bei sinkendem Umsatz steigen so die Kosten. Zudem war das Unternehmen offenbar zu schnell gewachsen: Mit Filialschließungen wollte Josten verhindern, dass sich die eigenen Filialen in einigen Städten gegenseitig die Kunden streitig machen.

Kurz zuvor war der Unternehmer noch optimistisch: Ein eigener dicker Katalog sollte dem Riesen Ikea auch bei Möbeln Konkurrenz machen. Butlers verkaufte zudem exklusiv einen vom Entertainer Stefan Raab entworfenen Duschkopf. 2015 sollte ein neuer Gesellschafter, der zehn Millionen Euro mitbrachte, sowie Darlehen aus dem Familienkreis ein Finanzpolster bringen. Ein Fortführungsgutachten sollte die Banken an Bord halten. Ausgereicht hat es offenbar nicht. Der Insolvenzverwalter informiere am Montag auf einer Versammlung die Belegschaft, sagte ein Sprecher. Betroffen sind rund 1000 Menschen in der Kölner Hauptverwaltung und den Filialen. Dazu kommen 200 Mitarbeiter bei den europäischen Franchisenehmern.

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