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Einzelhandel Metro besiegelt Verkauf der Supermarktkette Real – Ausverkauf der Filialen beginnt

Der konkrete Termin für den Eigentümerwechsel steht: Ende Juni geht Real an die SCP Group. Von dem einst stolzen Händler bleibt nicht viel übrig.
09.06.2020 Update: 09.06.2020 - 10:48 Uhr 1 Kommentar
Das Unternehmen wird zerschlagen, die meisten Standorte gehen an Konkurrenten. Quelle: Real
Real-Filiale

Das Unternehmen wird zerschlagen, die meisten Standorte gehen an Konkurrenten.

(Foto: Real)

Düsseldorf Nach einem mehr als zweijährigen Verkaufsprozess gibt es nun einen konkreten Termin für einen Eigentümerwechsel bei der Supermarktkette Real. Eigentümer Metro und der Käufer SCP Group haben sich auf den 25. Juni als Termin für den Abschluss der Real-Transaktion, das sogenannte Closing, festgelegt.

„Alle rund 34.000 Mitarbeiter werden mit ihren bestehenden Verträgen zu den bestehenden Konditionen übernommen“, sagte Patrick Kaudewitz, der Vorsitzende des Verwaltungsrats von SCP Retail Investments. SCP wird mit der Übernahme alleiniger Eigentümer des stationären Real-Geschäftes, des Digitalgeschäfts inklusive des Online-Marktplatzes real.de, von 80 Immobilien sowie aller zu Real gehörenden Gesellschaften.

Metro erwartet aus dem Verkauf einen Mittelzufluss von 300 Millionen Euro. Noch Ende vergangenen Jahres hatte Metro mit mindestens 500 Millionen Euro gerechnet. Allein die 80 Immobilien waren ursprünglich mit 900 Millionen Euro in der Bilanz bewertet. Doch eine schlechte Geschäftsentwicklung bei Real hatte zu einem Wertverlust und hohen Abschreibungen geführt.

SCP Group und ihr Partner X+Bricks planen den größten Teil der 275 Real-Märkte an Konkurrenten abzugeben. Für größere Pakete wurde schon eine Einigung erzielt. So will Kaufland 88 Märkte übernehmen, weitere 53 Standorte sollen an Edeka gehen. Auch für das Digital-Geschäft ist der Verkaufsprozess schon eröffnet.

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Standort erkennen

    Für zahlreiche weitere Objekte werden noch Interessenten gesucht. Thomas Bruch, Chef der regionalen Supermarktkette Globus, sagte kürzlich dem Handelsblatt: „Wir haben frühzeitig ein Angebot abgegeben für 16 Real-Standorte.“

    Verdi fürchtet um Tausende von Jobs

    Die Aufteilung von Real sei für die Unternehmen der Branche „eine historische Chance, neue Standorte zu eröffnen, die so wohl nicht noch einmal kommen wird“, betonte Bruch. Nach Informationen der Lebensmittelzeitung möchte auch Rewe 18 Märkte aus dem Real Portfolio übernehmen.

    SCP hat lediglich vertraglich zugesichert, dass sie rund 50 Märkte unter dem Namen Real weiterführen wird. An diese Verpflichtung ist sie jedoch nur zwei Jahre gebunden. Etwa 30 Märkte sollen geschlossen werden, weil für sie keine wirtschaftliche Perspektive gesehen wird.

    Die Gewerkschaft Verdi fürchtet deshalb bereits, dass Tausende Mitarbeiter ihren Job verlieren könnten. „Es geht darum, gemeinsam zu verhindern, dass mehr als 10.000 Menschen ihre Existenz verlieren und in Hartz IV rutschen“, mahnte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Alle potenziellen Käufer von Märkten müssen deshalb verpflichtet werden, Pakete von attraktiven und weniger attraktiven Standorten zu erwerben, statt sich nur die Filetstücke bei Real herauszuschneiden, forderte sie.

    Mehr: Globus-Chef befürchtet Wettbewerbsnachteil durch Real-Zerschlagung.

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    1 Kommentar zu "Einzelhandel: Metro besiegelt Verkauf der Supermarktkette Real – Ausverkauf der Filialen beginnt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Schöne Wünsche der gewerkschaft, unREAListisch leider
      Die Verdi-Vorstandsfrau Nutzenberger fordert: "Alle potenziellen Käufer von Märkten müssen deshalb verpflichtet werden, Pakete von attraktiven und weniger attraktiven Standorten zu erwerben"
      Für solche Forderungen ist es offensichtlich zu spät, wenn diese nicht zwischen Metro und SCP ausgehandelt werden. Zwischen SCP und deren Käufern wird sich keiner dafür finden, sich dieser schweren Fälle anzunehmen.
      Die Frage ist, wie die Gewerkschaft und Arbeitnehmer hier - außer ein paar Pressestatements - Druck machen könnten. Ob Streiks ein mögliches Druckmittel sind, wage ich zu bezweifeln.

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