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Einzelhandel Metro will Supermarktkette Real an ein Konsortium um Redos verkaufen

Metro wählt den Immobilien-Investor Redos als möglichen Real-Käufer aus. Bis zum Sommer soll es zum Vertragsabschluss kommen. Doch viele Fragen bleiben offen.
Update: 08.05.2019 - 19:55 Uhr Kommentieren
Die Supermarktkette soll verkauft werden. Quelle: Reuters
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Die Supermarktkette soll verkauft werden.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie wendungsreiche Geschichte des geplanten Verkaufs der defizitären Supermarktkette Real kommt zu einem vorläufigen Abschluss: Wie die Real-Mutter Metro am Mittwochabend nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte, tritt sie in exklusive Verhandlungen mit einem Konsortium, das von der Immobiliengesellschaft Redos geführt wird.

„Mit dem von Redos geführten Konsortium haben wir einen starken und erfahrenen Partner gefunden, der aus unserer Sicht das überzeugendste Konzept für die Neuausrichtung von Real vorgelegt hat“, begründete Metro-Chef Olaf Koch die Entscheidung. Nach dem bisherigen Verhandlungsstand soll Real zwar wie geplant als Ganzes verkauft werden, Metro bleibt aber vorläufig zu 24,9 Prozent am operativen Geschäft von Real beteiligt.

Wie viel Redos tatsächlich an Metro zahlt, ist noch nicht ganz klar. Auch ob es tatsächlich am Ende eine Einigung gibt, ist noch offen. Denn die ausführliche Due Diligence, also die Prüfung der Bücher durch den Käufer, steht noch aus. Ziel ist es, im Sommer zu einem Abschluss zu kommen.

Nach Angaben von Metro wird Real nach aktuellem Stand mit rund einer Milliarde Euro bewertet. Das Unternehmen spricht von einem vorläufigen Mittelzufluss in Höhe von 500 Millionen Euro. Zugleich entstehe eine Wertberichtigung in Höhe von 385 Millionen Euro im Halbjahresabschluss von Metro.

Die Entscheidung für Redos kommt relativ überraschend. Denn eigentlich waren die Verhandlungen mit diesem Konsortium, zu dem auch der Shoppingcenterbetreiber ECE und die Immobiliengesellschaft Morgan Stanley Real Estate gehören, bereits vor Wochen abgebrochen worden.

Einziger verbliebener Bieter war ein Konsortium unter der Führung des Immobilienunternehmens x+bricks. Doch nachdem diese Verhandlungen ins Stocken gekommen waren, wurde der Kontakt zu Redos kurzfristig reaktiviert.

Zeitweise hatte Metro sogar überlegt, die rund 65 Immobilien, die im Real-Eigentum sind, separat vom operativen Geschäft zu verkaufen. Dazu wäre Metro sogar bereit gewesen, dem Übernehmer des defizitären operativen Geschäfts eine dreistellige Millionensumme draufzulegen. Die Immobilien stehen mit einem Buchwert von 900 Millionen Euro in der Bilanz.

Entsprechend sind noch viele Fragen offen. So ist nicht klar, wie es mit dem eigentlichen operativen Geschäft weitergeht. Die Rede ist nur vage von „umfangreichen Investitionen“ und einer „Anpassung des Filialnetzes“, worunter die Schließung von Filialen zu verstehen ist.

Die Neuausrichtung soll zusammen mit der aktuellen Geschäftsführung von Real ausgearbeitet werden. Damit dürfte eine größere Zahl der bisher 279 Märkte vor dem Aus stehen. In internen Szenarien der Real-Geschäftsführung war zuletzt die Rede davon, dass rund 40 Standorte nicht zukunftsfähig seien.

Ob Filialen an Wettbewerber abgegeben werden – und wenn ja, an wen –, ist auch noch nicht klar. Zudem scheint es dabei keine Garantien zu geben, dass die Mitarbeiter übernommen werden. Redos-Geschäftsführer Oliver Hermann sagte nur unverbindlich: „Bei Standortabgaben legen wir großen Wert darauf, dass die Mitarbeiter übernommen werden.“

Das Konzept des konkurrierenden Bieters x+bricks hatte klar eine Zerschlagung des Filialnetzes von Real vorgesehen. Zugleich aber war x+bricks davon ausgegangen, dass nur rund 20 Standorte in der heutigen Form nicht zukunftsfähig sind. Nach eigener Einschätzung hätten sie 90 Prozent der Märkte inklusive der Belegschaft kurzfristig an neue Betreiber weiterreichen können. Teil dieses Konsortiums war der Real-Konkurrent Kaufland, der allein bis zu 130 Standorte übernehmen wollte.

In der jetzt anvisierten Lösung muss Metro mindestens drei Jahre lang Minderheitsgesellschafter bei Real bleiben, obwohl sich das Unternehmen eigentlich komplett trennen wollte, um sich ganz auf den Großhandel zu fokussieren. Wie das die Anleger aufnehmen, die nach den bisherigen Ankündigungen von einer vollständigen Trennung ausgegangen waren, bleibt abzuwarten.

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