Einzelhandel Millionen-Gewinne durch Einwegpfand

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Lebensmittelverkäufer steigen in Entsorgungsgeschäft ein

Schuld daran ist die komplizierte Pfandverrechnung: Schon der Abfüller kassiert für Dosen oder Flaschen Pfand vom Supermarkt. Der reicht den Betrag dem Verbraucher - als durchlaufenden Posten - schlicht weiter. Bringt der Kunde Leergut in den Laden, erstattet ihm der Händler das Pfand und holt sich das Geld bei den jeweiligen Abfüllern zurück.

Von achtlos weggeworfenen Pfandflaschen profitieren am Ende allein die Hersteller. Sie kassieren in jedem Fall einen Pfandbetrag, können sich die Rückzahlung aber - falls das Leergut nicht zurückkehrt - mitunter sparen. Kein Wunder also, dass Händler wie Aldi ("River Cola"), Edeka ("Perlquell") oder eben Rewe mit ihren Eigenmarken ihr Abfüllergeschäft stärken.

Zudem verdienen die großen Handelsketten an einem Systemfehler, den die federführende Deutsche Pfandsystem-Gesellschaft (DPG) in die Rücknahmekette eingebaut hat. Weil zwischen Abfüllern, Einzelhändlern und Endkunden unterschiedliche Mehrwertsteuer-Regelungen gelten, winkt vielen Läden ein Zusatzerlös. Und zwar immer dann, wenn sie mehr Getränkeverpackungen zurücknehmen als verkaufen. Jeden überschüssigen 25-Cent-Betrag erstattet ihnen der Abfüller zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer, obwohl der Supermarkt seinen eigenen Kunden zuvor die 25 Cent ohne Mehrwertsteuer ausgezahlt hat. Nutznießer sind Filialketten, wo häufig große Mengen an Leergut abgegeben werden, Verlierer dagegen Kioske und Tankstellen.

Am besten entwickelt sich das Geschäft mit dem Abfall selbst. "Viele Händler verkaufen ihre leeren Pet-Flaschen höchstbietend an Recyclingfirmen", berichtet Gunda Rachut vom Osnabrücker Sachverständigenbüro Cyclos. Abnehmer für diesen Kunststoff gebe es vor allem unter den Chinesen, die daraus Autositze und Fleece-Pullover fertigen. "Eine Tonne sortenreiner Pet-Schrott kostet aktuell 400 bis 500 Euro", sagt die Abfallexpertin.

Für Supermarktbetreiber ein willkommenes Zusatzgeschäft. Manche Lebensmittelverkäufer, beobachtet die Bonner Abfall-Consultingfirma Ascon, sind selbst mit Töchterfirmen ins Entsorgungsgeschäft eingestiegen. Die Erlöse seien mancherorts fester Bestandteil der Kalkulation, die Verhandlungsmethoden ebenso rabiat wie in den gefürchteten Jahresgesprächen der Handelsketten mit ihren Lieferanten. "Bei der Vermarktung gebrauchter Pet-Flaschen", berichtet Ascon-Geschäftsführer Sascha Schuh über die Krämer, "feilschen die um jeden Cent."

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4 Kommentare zu "Einzelhandel: Millionen-Gewinne durch Einwegpfand"

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  • der jonas versteht das system noch nicht. bei der rechtschreibung leuchtet das auch ein.

    das pfandsystem ist doch ein harz 4 ersatzsystem. zumindest braucht man mit wenig aufwand kein h4 mehr, obwohl es weiterhin jeden monat ein willkommens taschengeld darstellt, neben der mietkostenuebernahme versteht sich...

    in polen bekommt man die petflasche neu mit barcode fuer 2,7 cent. und zwar nagelneu, garantie spielt ja hier keine rolle.

    davon einen anhänger voll pro woche, den man dann beim hundespaziergang an den eckkiosken tütenweise abgibt ist besser als jeder hauptberuf.

    den stress am rewe automaten muss man sich da garnicht antun. bewegung ist gesund. ausserdem pflegt das die nachbarschaftsbeziehungen und der hund freut sich ueber sein brillihalsband.

    die handelsketten machen das natuerlich im grossen stil. aber lebensqualität geht vor expansion...

    so hat sich herr trittin das damals vielleicht nicht gedacht, aber die arge freuts dann von lästigen besuchen von anspruchstellern verschont zu bleiben. zumindest schönt es hier dann die statistik, also ist doch jeder zufrieden.

    dem pfand sei dank

  • Natürlich wird damit auch Marktmacht ausgeübt, z.b. gab es bei Rewe mal ein echtes bio bier Marke Lambsbräu, doch der Automat nahm die Flaschen nicht zurück weil diese Naturkostwarenmarke nicht den richtigen barcode besitzt.
    Das heißt diese echten Naturkostprodukte wurden blockiert. Die gab es einfach nicht in diesem Pfandsystem. wenn der Kunde dann jedesmal nach dem Verkäufer klingeln muss und ihm erklären muss: ja die flasche wurde aber hier gekauft, eben dann hat man hat keinen bock mehr dazu und die Marke gibt es jetzt nicht mehr bei Rewe.

  • Ja die sind so doof die Deutschen dass sie das nicht kapieren.

    Wenn man eine Flsche zurückgibt, erhält man die Mwst darauf und alleine dies ist bereits ein Reingewinn.
    Wenn man mehr Flaschen annimmt als verkauft, kassiert man die Mwst als Gewinn.
    Woher weiß ich das?

    Weil ich mal einen kleinen Getränkevertrieb hatte.

    Doch die Deutschen bocken kleinkariert rum, und wollen keine Flaschen von anderen nehmen, auch bei Rewe. Die kapieren das nicht. Die sind so blöd.

    ich hatte mal eine Getränkevertrieb, meinen sie vielleict ein student wäre in der Lage gewesen, richtig abzurechnen und das mit dem Pfandsystem zu kapieren?
    Unsere Eliten von morgen in Deutschland. Kein Wunder dass hier alles schief läuft. Und die miete zahlen die Eltern. Und die Wäsche waschen sie auch. Unsere Eliten in Deutschland.

  • Mal wieder ein überaus schlecht recherchierter Artikel, der zudem fast 10 Jahre zu spät kommt.

    Ja, an den Pfandsystemen verdienen die Unternehmen prächtig.

    Dabei sind Gasflaschen sicher am lukrativsten, die Händler machen alles, um bloss keine Pfandflaschen zurücknehmen zu müssen, Rückgabe nur mit bon beim selben Laden möglich, obwohl die Hersteller, z.b. GlobalGas das gegenteil behauptet. Es werden Unmengen an teuren Gasflaschen nicht zurückgegeben, weil kein Kunde gegen den betrug der Händler klagt.

    Der zweite Sektor sind bleiakkus für Autos, der Pfand bleibt auf Grund unmöglicher Rückgabebedingungen auch meist beim Händler, der die Millionen satten Reingewinn einstreicht. Kein Kunde regt sich wegen 7.50 EUR Pfand auf, aber 2 EUR teurer als der Nachbar kann man kein Produkt verkaufen. Also lässt sich mit abweisen von (berechtigter) Pfandrückgabe mit künstlichen Handelshemmnissen am meisten verdienen.

    Einwegpfandflaschen haben auch mal Milliarden eingebracht, als man nur mit bon zurückgeben konnte. Da wurde keine weggeworfene Flasche mehr eingesammelt, das Pfandsystem wurde ad absurdum geführt und hatte seinen Sinn komplett verfehlt, nur die Getränke 25ct teurer gemacht,

    beim Einwegflaschenpfand geht übrigens keine Flasche zurück an den Hersteller, sie werden in der Rückgabeautomaten gleich geschreddert. Daher sind die Hersteller nicht die einzigen die verdienen, sondern auch der Handel profitiert von nicht zurückgegebenen Flaschen.

    Das ganze System baut auf betrug.

    Nur Mehrwegfaschen funktionieren. Nicht nur, daß sie mit 15ct weniger Kapital binden (alleine die Zinsen die die Firmen für einbehaltenen und noch nicht zurückgezahlten Pfand bekommen gehen in die Millionen), sondern hier muss wirklich die Flasche bis zum Produzenten zurück.

    Ausserdem sie sie aus besserem Material. Die billigen Einwegflaschne gebenhormonell wirksames Acetaldehyd ab und sind meist so laberig dünn daß schon alleine deswegen Unmengen an Wasser verschüttet wurde.

    SPERTT DiE PFANDLEUTE ALLE EiN, Mehrweg für alle!

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