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Einzelhandel So profitieren Supermärkte, wenn Kunden Geld an der Kasse abheben

Viele Konsumenten besorgen sich ihr Bargeld beim Einkauf an der Kasse – besonders in ländlichen Regionen. Für Händler ist das eine gewaltige Chance.
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Supermarkt statt Bankautomat: Mit der Karte den Einkauf zahlen, Bargeld mitnehmen. Quelle: dpa
Kartenzahlung

Supermarkt statt Bankautomat: Mit der Karte den Einkauf zahlen, Bargeld mitnehmen.

(Foto: dpa)

München Überleben ohne Bargeld? In Deutschland schwer möglich. Sei es der Bäcker um die Ecke oder die Kneipe nebenan, viele Ladenbesitzer und Gastronomen bestehen nach wie vor auf Cash. Sich die Scheine zu besorgen ist nicht einfach, weil die Banken in den vergangenen Jahren ihr Filialnetz ausgedünnt haben.

Viele Konsumenten holen sich ihr Geld daher inzwischen beim Einkauf an der Kasse. Die Marktforscher von Kantar haben in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass knapp ein Viertel aller Konsumenten hierzulande häufig Geld in Läden abhebt. Die Tendenz sei steigend, so die Experten, vor allem auf dem Land. Denn dort sei es noch viel schwieriger als in der Stadt, einen Automaten zu finden.

Der Bundesbank zufolge unterhielten die Kreditinstitute 2004 knapp 48.000 Filialen. 2017 waren nur noch 32.000 übrig. Für Geschäftsinhaber ist das offenbar eine Chance, Kundschaft anzulocken. Denn jeder vierte Befragte sucht sich Kantar zufolge seine Einkaufsstätte danach aus, ob er dort Geld abheben kann oder nicht.

„Für Händler ist der Trend zur ‚Ladenkasse als Bargeldquelle‘ eine gute Nachricht“, sagt Thomas Rausch, Deutschland-Vertriebschef des Bargeld-Dienstleisters Glory. Das japanische Unternehmen hatte die Umfrage in Auftrag gegeben. Der Konzern lebt davon, Bargeld zu verarbeiten und hat daher ein Interesse daran, dass noch möglichst lange Scheine und Münzen im Verkehr bleiben.

Der Trend zum Abheben im Supermarkt ist für die Händler aber noch aus einem anderen Grund vorteilhaft: So können Sie ihre Bargeldbestände verringern und damit die Kosten senken.

Stationäre Händler stehen schwer unter Druck. Landauf, landab nimmt die Zahl der Kunden in den Geschäften dramatisch ab. Immer mehr Menschen bestellen im Internet, der Marktanteil des US-Konzerns Amazon steigt stetig. Umso wichtiger ist es für die Ladenbesitzer, die Kunden mit Dienstleistungen anzulocken.

Einer Mitteilung von Glory zufolge können die Konsumenten in Deutschland in etwa 20.000 Geschäften Geld abheben, 50.000 Kassen seien dafür ausgerüstet. Zum Vergleich: Die Lebensmittel-Genossenschaft Rewe kommt eigenen Angaben zufolge auf 3300 Läden, Edeka auf mehr als 11.000 Standorte.

Die Konsumenten in Deutschland nutzen für den Einkauf in Läden etwa zur Hälfte Bargeld. Es gibt allerdings immer mehr Alternativen. Die klassischen Bank- und Kreditkarten ergänzen Technologiekonzerne wie Apple durch moderne Zahlungsmethoden per Smartphone.

Wenn die Menschen im Supermarkt Geld abheben, dann seien es meist Beträge bis 100 Euro, so die Ergebnisse der Studie von Kantar. Am beliebtesten sei der Service bei Leuten zwischen 31- und 40 Jahren. Den größten Vorteil sähen die Nutzer darin, dass sie sich den Weg in die Bank sparen. Wichtig sei vielen Konsumenten auch, dass keine Gebühren anfallen, wie das sonst häufig an Automaten der Fall ist.

Die Umfrage hat aber auch ergeben, dass ein großer Teil der Verbraucher den unter Fachleuten als „Cash Back“ bekannten Service praktisch nie nutzt. Ein Grund dafür: Es sei in Geschäften nur schwer erkenntlich, ob die Dienstleistung angeboten werde. Ältere Menschen empfänden die Bargeldmitnahme an der Kasse zudem als nicht als anonym genug. Die Händler können also noch einiges tun, um die Kunden an sich zu binden.

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2 Kommentare zu "Einzelhandel: So profitieren Supermärkte, wenn Kunden Geld an der Kasse abheben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Sich die Scheine zu besorgen ist nicht einfach, weil die Banken in den vergangenen Jahren ihr Filialnetz ausgedünnt haben."

    Die Aussage ist nicht so richtig. Zwar hat die Anzahl der Filialen um 1/3 abgenommen, aber die Zahl- und Servicecenter sind meist geblieben. Insgesamt hat die Anzahl der Geldautomaten von 2004 auf 2017 sogar von 52.594 auf 57.967zugenommen. Das sind 10,2% mehr.

    Quelle: Statista, Anzahl der Geldautomaten in Deutschland in den Jahren von 2001 bis 2017, eigene Berechnungen.

    Die Frage, die leider nicht beatwortet ist, ist die was der Service den Supermarkt kostet. Zwar ist den allermeisten Geizdeutschen egal, wenn Ladner am Kaufgebahren pleitieren, aber sicherlich nicht allen.

    Was zahlen die Supermärkte, die nur 1% vom Umsatz Gewinn machen, an Kreditkartengebühren? Nichts? Haben die vielleicht Sonderkonditionen oder werden die Preise für alle erhöht?

  • Das ist noch nicht alles. Bald kommt noch Kryptowährung. Dann wir es für die Banken ganz eng. Als Beweis ist das Video https://www.youtube.com/watch?v=MMVnmetGKFo&t=18s

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