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Einzelhandel So wollen Supermärkte ihre Kunden zu gesunder Ernährung erziehen

Die Lebensmittelriesen reagieren auf die wachsende Kritik an der Branche. Gesündere Produkte sollen künftig stärker beworben werden als Kalorienbomben.
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So wollen Supermärkte ihre Kunden zu gesunder Ernährung erziehen Quelle: dpa
Gemüse im Supermarkt

Kunden sollen künftig verstärkt zu gesünderen Produkten greifen.

(Foto: dpa)

SingapurDie globalen Supermarktbetreiber und Lebensmittelproduzenten wollen ihre Kunden erziehen, verstärkt zu gesünderen Produkten zu greifen. Das sieht eine Initiative der Branchenorganisation Consumer Goods Forum (CGF) vor, die Top-Manager der beiden Branchen auf ihrem Jahrestreffen in Singapur konkretisiert haben.

Grund der Initiative ist eine Vertrauenskrise. „Die Menschen stellen das gesamte System unserer Branche in Frage“, sagte Danone-Chef Emanuel Faber am Freitag. Daher verlören die großen Marken weltweit Marktanteile an lokale und neue Wettbewerber. Mit der aktuellen Initiative will die etablierte Branche das Heft des Handelns wieder selbst in die Hand nehmen. Dazu sollen Aktionen in den Läden und im Internet beitragen.

In Singapur präsentierten Faber und der Chef des belgisch-niederländischen Supermarktmultis Ahold-Delhaize gemeinsam einige erste Aktionen der Branche. So können Kunden bei Migros in der Türkei ihre per Treuekarte erfassten Einkäufe im Laden und im Netz auf ihre kumulierten Nährwerte analysieren lassen.

Automatisch wird ihnen dann empfohlen, welche Lebensmittel den Einkauf sinnvoll ergänzen könnten, um eine ausgewogene Ernährung zu erreichen. Zugleich sollen individuelle Sonderangebote zum Kauf anregen.

Das Ergebnis: Die Kunden kaufen nicht nur ausgewogener, sondern auch mehr. „Wir erhöhen so die Markentreue und die Umsätze“, sagte Sharon Bligh vom CGF dem Handelsblatt. Weitere große Aktionen sollen im September in London starten; in Kolumbien, Japan und Costa Rica laufen bereits weitere Projekte der Branche.

Dabei verpflichten sich Supermärkte etwa, gesundheitlich vorteilhafte Produkte wie kalorienarme Limonade nicht teurer als andere Produkte anzubieten oder bei Sonderangeboten gesunde Waren zu bevorzugen. Als ein Vorbild gelten erfolgreiche Werbekampagnen für Obst und Gemüse bei Aldi und Lidl in Großbritannien.

Das Ziel: Das CGF soll einen Rahmen aus Maßnahmen entwickeln, die Händler und Produzenten weltweit einsetzen können. Damit sollen sie auch mit Regierungen und Behörden kooperieren. Das passt zu Bestrebungen der Branche, die durch freiwillige Maßnahmen zur Gesundheitsförderung auch eine strengere staatliche Regulierung verhindern will.

In Deutschland überarbeiten derzeit alle großen Ketten ihre Eigenmarken und reduzieren dabei den zugesetzten Zucker. Supermärkte können so zugleich ihre Kompetenz bei Lebensmitteln herausheben – und Hersteller ihre Marken auffrischen. „Wir verkaufen die schönsten Produkte der Welt – nämlich Lebensmittel“, sagte Ahold-Delhaize-Chef de Boer. „Wir sollten daher die aktuelle Kritik als Chance begreifen.“

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