Einzelhandel Weniger in der Kasse

Die Einzelhändler haben im März weniger eingenommen als im Vormonat. Der Umsatz ging zurück und die Einnahmen sanken um 0,1 Prozent. Für das laufende Jahr plant der Branchenverband zwei Prozent mehr Umsatz.
Update: 28.04.2017 - 12:06 Uhr Kommentieren
Die deutschen Einzelhändler haben im März weniger Umsatz erzielt als noch im Februar. Quelle: dpa
Einzelhandelsumsatz

Die deutschen Einzelhändler haben im März weniger Umsatz erzielt als noch im Februar.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutschen Einzelhändler sind gut ins Jahr gestartet. Von Januar bis März hat die Branche laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 2,9 Prozent mehr eingenommen als Anfang 2016. Im März allerdings fielen die Einnahmen um 0,1 Prozent zum Vormonat, wie Destatis am Freitag weiter mitteilte. Klammert man steigende Preise aus, blieb immerhin ein Plus von 0,1 Prozent übrig. HDE-Geschäftsführer Kai Falk sprach von einem „vielversprechenden Jahresauftakt“, auch wenn die Umsätze im März hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Der Einzelhandel profitiert von der ungebrochenen Kauflust der Verbraucher und rechnet im laufenden Jahr sogar mit einem Umsatzrekord: Der Branchenverband HDE peilt für 2017 laut Falk weiterhin zwei Prozent mehr Umsatz an, lässt dabei aber anders als die Wiesbadener Statistiker Apotheken und Tankstellen außen vor.

Das schnelle Geschäft vor der Reise
Vier Millionen Passanten täglich
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Bahnhöfe und Flughäfen sind ideale Standorte für den Einzelhandel und die Gastronomie. Denn allein an den 23 deutschen Bahnhöfen. die mindestens 20 Mieter aus den Branchen zählen, halten sich täglich etwa vier Millionen Menschen auf. Das ist das Ergebnis des Travel-Retail-Reports des Forschungs- und Beratungsinstituts EHI. Es hat untersucht, wie sich Einzelhändler und Gastronomen an Flughäfen und Bahnhöfen aufstellen.

Hamburg ist großer Verkehrsknotenpunkt
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Mit 450.000 Menschen verzeichnet der Hamburger Hauptbahnhof die höchste tägliche Besucherfrequenz unter den deutschen Bahnhöfen, gefolgt von den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main mit 370.000 und München mit etwa 350.000 Passanten. Die Gebäude sind also lukrative Standorte für Einzelhändler und Gastronomen.

Gastronomie dominiert
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In allen untersuchten Bahnhöfen bestehen EHI zufolge insgesamt mehr als 1100 Mietverhältnisse. Fast die Hälfte sind mit Gastronomen geschlossen worden, vier von zehn mit Einzelhändlern.

Einzelhandel beansprucht große Flächen
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Betrachtet man jedoch die Mietflächenanteile der einzelnen Branchen, dominieren laut Report in den meisten Fällen die Einzelhändler in deutschen Bahnhofsgebäuden. Im Durchschnitt belegen sie 53 Prozent der Flächen – allerdings mit breiter Streuung: Während Einzelhändler beispielsweise in Leipzig drei Viertel der Flächen gemietet haben, sind es in Karlsruhe nur etwas mehr als ein Fünftel der Ladenlokale.

Top-Mieter stammen aus dem Einzelhandel
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Unter den Mietern mit den meisten Filialen in deutschen Bahnhofsgebäuden liegen laut Untersuchung ebenfalls die Einzelhändler vorne. An der Spitze steht die Drogeriemarktkette Rossmann mit 15 Geschäften, gefolgt von „Press & Books“ mit 14 und Mitbewerber „presse + buch“ mit 13 Filialen. Unter den Hauptmietern sind ebenfalls klassische Mieter von Shoppingcentern vertreten wie Nanu Nana oder Görtz.

17 Millionen Fluggäste pro Monat
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17 Millionen Reisende frequentieren der Untersuchung zufolge monatlich elf deutsche Flughäfen. In die Studie miteinbezogen wurden diejenigen mit mehr als 50.000 Flugbewegungen im Jahr.

Drehkreuz Frankfurter Flughafen
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Mit durchschnittlich mehr als fünf Millionen Passagieren im Monat ist der Frankfurter Flughafen laut Studie mit Abstand der meistbesuchte Flughafen in Deutschland. Der Münchener Flughafen verzeichnet etwa 3,5 Millionen und Düsseldorf etwa zwei Millionen Fluggäste im Monat.

Einer der Treiber der jüngsten Umsatzgewinne dürfte der Onlinehandel sein: Im März erhöhte der Internet- und Versandhandel laut Destatis seine Erlöse zum Vorjahr um 8,3 Prozent: „Ab März wurde ein größeres Unternehmen des Online-Handels in die Einzelhandelsstatistik einbezogen, das im Mai 2015 eine Niederlassung in Deutschland gründete“, teilte das Statistikamt dazu mit. Der Internethändler Amazon hatte am 1. Mai 2015 damit begonnen, Umsätze nicht mehr in Luxemburg, sondern in Deutschland und weiteren europäischen Ländern zu verbuchen.

Durch die von den Statistikern vorgenommene Aktualisierung sei „der Nachweis des Online-Handels als auch des Einzelhandels insgesamt erheblich beeinflusst worden“, so Destatis. Die Ergebnisse wurden ab Mai 2015 rückwirkend neu berechnet. So ergibt sich durch die Revision für das Jahr 2016 nun ein Umsatzplus von 2,9 Prozent. Zunächst waren nur 2,3 Prozent berechnet worden.

  • rtr
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