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Elektromobilität E-Scooter: Tier und Lime kämpfen um die Vorherrschaft in Deutschland

Die führenden E-Scooter-Anbieter Tier und Lime haben in Deutschland drei Monate nach dem Start drei Millionen Nutzer. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
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E-Scooter: Tier und Lime kämpfen die Vorherrschaft in Deutschland Quelle: dpa
E-Scooter von Tier

Der Anbieter von E-Scootern ist derzeit Marktführer in Deutschland. Konkurrent Lime holt auf.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Macher des Münchener Oktoberfestes haben ein neues Problem: Elektroroller. Als wären Betrunkene oder sich prügelnde Besucher und Menschenmassen nicht schon Herausforderung genug, in diesem Jahr muss die Bayernmetropole auch noch die Flut der E-Scooter bändigen.

Rund um die Theresienwiese sind die Roller zeitweise tabu. Die Stadt hat Ausleih-, Fahr- und Parkverbote ausgesprochen. Selbst der Münchener Hauptbahnhof ist betroffen. Vernetzte Mobilität ist während der Wiesn eine Illusion.

E-Scooter sind der Sommerhit in den großen deutschen Städten. Seit dem gesetzlich zulässigen Start am 17. Juni haben sich drei Millionen Nutzer Apps der fünf großen Anbieter auf ihre Smartphones geladen. Das geht aus einer Studie des Lufthansa Innovation Hub hervor.

Wie viele elektrische Roller inzwischen unterwegs sind, lässt sich allerdings nur schätzen. Einige Anbieter machen dazu keine Angaben. In München dürften es um die 5.000 sein, denn die Stadt hat ein Limit von 1.000 pro Betreiber gesetzt. Das Berliner Start-up Tier Mobility, in das auch der Ex-Rennfahrer Nico Rosberg investiert hat, hat nach eigenen Angaben aktuell 14.500 E-Scooter in seiner Deutschland-Flotte.

Drei Monate nach der Freigabe zeichnet sich zwischen Tier und Konkurrent Lime aus San Francisco ein spannendes Rennen um die Position des Marktführers in Deutschland ab. Tier war früh durchgestartet und kann laut Studie derzeit 42 Prozent Marktanteil für sich buchen, gemessen an den Downloads.

Lime liegt aktuell bei 32 Prozent, holt aber seit dem 23. August kräftig auf, die Zahl der täglichen Downloads ist seitdem größer als die von Tier. Es bleibe daher spannend zu beobachten, ob Tier sine Marktführerschaft mittelfristig halten kann oder sich der amerikanischen Übermacht langfristig geschlagen geben muss, heißt es bei LH Innovation Hub.

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Die Experten zeigten sich schon bei ihrer ersten Analyse zum E-Scooter-Markt im Juli überrascht, dass es mit Tier und Circ (derzeit 15 Prozent Marktanteil in Deutschland) zwei Start-ups aus Berlin geschafft hätten, europaweit ihren „Footprint“ zu setzen.

Aber nicht die ersten würden sich durchsetzen, sondern diejenigen, die es schafften, Fahrzeugbeschaffung, Organisation und Markenpflege zu optimieren. „Das werden die „Schlüsselfaktoren“ sein, so Studienautor Björn Müller.

Und natürlich dürfte die Kapitalausstattung eine entscheidende Rolle spielen. Lime beispielsweise ist nach einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting (BCG) mit 765 Millionen Dollar der weltweit am besten kapitalisierte Scooter-Anbieter.

Tier hat dagegen nur 31 Millionen Dollar im Rücken. Weil die Geschäftsmodelle der Scooter-Verleiher bislang aber weitgehend nichts abwerfen, könnten vor allem die Start-ups durchhalten, die den längsten finanziellen Atem haben.

Dazu dürfte auch die US-Firma Bird zählen, die erst Mitte August in Deutschland gestartet war und deshalb im Download-Vergleich des LH Innovation Hub noch keine große Rolle spielt. Die Scooter-Verleiher werben vor allem durch massive Präsenz auf der Straße.

Bird hatte angekündigt, sein Angebot nach Marktentwicklung aufzubauen. Allerdings stecken hinter Bird laut BCG 415 Millionen Dollar, das verspricht langen Atem. Die schwedische Voi spielt ebenfalls in Deutschland mit 10 Prozent Marktanteil noch keine große Rolle.

Mehr: Im Internet sind zahllose E-Roller zu bekommen, viele davon für wenige hundert Euro. Doch nur zehn Modelle sind für den Straßenverkehr zugelassen – ein Überblick.

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