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Elektronikhändler Ceconomy droht Ärger mit Media-Markt-Minderheitsgesellschafter

Nach dem Rausschmiss von Konzernchef Jörn Werner sollte bei dem Elektronikhändler Ruhe einkehren. Doch nun geht der Minderheitsgesellschafter auf Konfrontation.
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Den Posten von CEO Jörn Werner übernimmt vorerst Bernhard Düttmann. Quelle: Reuters
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Den Posten von CEO Jörn Werner übernimmt vorerst Bernhard Düttmann.

(Foto: Reuters)

München, Düsseldorf Es kehrt keine Ruhe ein, nachdem der Aufsichtsrat des Elektronikhändlers Ceconomy die Trennung von Vorstandschef Jörn Werner beschlossen hat. Im Gegenteil steht dem Unternehmen neuer Ärger ins Haus. Denn nun geht der Minderheitsgesellschafter der Tochter Media Saturn Holding auf Konfrontation.

„Wir sind irritiert, dass der Ceconomy-Aufsichtsrat unter der Leitung von Herr Fitschen offenbar meint, sich von dem Vorstandsvorsitzenden nach nur wenigen Monaten und auf diese Art und Weise trennen zu müssen“, schimpft Ralph Becker, Geschäftsführer der Convergenta, einer Holding, in der die Anteile der Familie des Media-Markt-Gründers Erich Kellerhals liegen.

Für die Beziehung zwischen Ceconomy und Convergenta sowie die weitere Entwicklung der MSH sei dies ein beunruhigendes Signal, so Becker. Gerade unter Jörn Werner habe sich das Verhältnis zwischen den Gesellschaftern erkennbar verbessert und es habe daher die Chance auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit für eine positive Neuausrichtung der MSH bestanden.

Die Convergenta hält zwar nur rund 20 Prozent an der MSH, in der das Geschäft der Handelsketten Media Markt und Saturn zusammengefasst ist. Doch der Minderheitsgesellschafter hat weitgehende Vetorechte, von denen er in der Vergangenheit häufig Gebrauch gemacht hat. Der jetzt geschasste Ceconomy-Chef hatte kürzlich erst Vorschläge vorgelegt, wie dieser jahrelange Streit endgültig beendet werden könnte.

Auslöser für den Abgang an der Konzernspitze war ein erbitterter Machtkampf zwischen Werner und dem Chef der MSH, Ferran Reverter. Werner hatte Durchgriffsrechte auf die MSH verlangt, um das schwer angeschlagene Unternehmen strategisch neu zu positionieren. Die Führungsspitze der MSH habe seine Anweisungen jedoch einfach ignoriert. „Befehlsverweigerung“ sei das gewesen, berichtet ein Vertrauter.

In Kreisen der MSH dagegen heißt es, Werner sei mit der Führung eines so großen Unternehmens wie Media Saturn letztlich überfordert gewesen. Seine Ideen, die strauchelnde Kette weiterzuentwickeln, seien einfach untauglich gewesen. Es sei dem Ex-Chef der Werkstattkette ATU auch nie gelungen, das Management und die Mitarbeiter für sich zu gewinnen.

Gremium soll Streit lösen helfen

Letztlich gescheitert ist Werner dann, weil er Aufsichtsratschef Fitschen nicht überzeugen konnte, Reverter zu entlassen, wie Insider berichten. Dem verweigerte sich Fitschen – und setzte stattdessen Werner vor die Tür. Dabei hatte er Werner erst vor nicht einmal acht Monaten selbst eingestellt.

Nun soll ein neueingerichtetes „Transformation Committee“ die Beziehungen zwischen der Ceconomy und ihrer Tochter MSH befrieden und eine Plattform schaffen, auf der beide gemeinsam die dringend notwendige Transformation des Unternehmens vorantreiben können. Mitglieder dieses Gremiums sollen der Vorstand der Ceconomy und die Geschäftsführung der MSH sein. Doch genau dieses Gremium scheint jetzt zum neuen Zankapfel zu werden.

Unternehmenskreisen zufolge wird sich dort auch künftig der Machtkampf abspielen zwischen der Ceconomy-Führung aus der Zentrale in Düsseldorf und der MSH-Geschäftsführung, die ihren Sitz in Ingolstadt hat. Das hat auch die Convergenta erkannt, die deshalb einen Sitz in diesem Gremium haben möchte. „Eine erfolgreiche Transformation setzt die Einbindung der Convergenta Invest in das Transformation Committee voraus, welche wir hiermit einfordern“, sagt Convergenta-Geschäftsführer Becker.

Den Posten von Ceconomy-Chef Jörn Werner hat der bisherige Aufsichtsrat Bernhard Düttmann kommissarisch übernommen, der Anfang des Jahres vor dem Amtsantritt von Werner schon mal für einige Monate die Ceconomy geführt hatte. Düttmann soll das Unternehmen für zwölf Monate führen bis eine dauerhafte Lösung an der Konzernspitze gefunden ist.

Düttmann soll nun den Strategieprozess im Konzern weiter vorantreiben, wie Aufsichtsratschef Fitschen nach der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag mitteilte. Doch auch Düttmann scheint keine große Hoffnung zu haben, dass er das nötige Durchgriffsrecht auf die MSH bekommt.

Nach der Sitzung sprach er davon, dass er sich freue, die Zusammenarbeit „der beiden Unternehmen“ weiter zu stärken. Also auch er scheint davon auszugehen, dass er auf die freiwillige Mitarbeit des MSH-Chef Reverter angewiesen ist.
Mehr: Ohne Bohnen ist die beste Kaffeemaschine nichts wert. Deshalb führen Media Markt und Saturn künftig Kaffee namhafter Hersteller – und steigen selbst in das Geschäft ein.

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