Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Medimax-Filiale in Hannover

Aus dem traditionellen Filialhändler und Notebooksbilliger.de sollte ein schlagkräftiges Omnichannel-Unternehmen entstehen.

(Foto: Imago)

Elektronikhandel Notebooksbilliger.de und Medimax lassen Fusion platzen

Die beiden Elektronikhändler wollten eigentlich Media Markt und Saturn Konkurrenz machen. Doch die Unternehmen haben einen Plan B.
Kommentieren

HamburgDer Shopping-Tag Black Friday wird für die geplante Kooperation der Media-Markt-Konkurrenten Medimax und Notebooksbilliger.de zum schwarzen Tag. Am Freitagnachmittag gaben beide Unternehmen bekannt, dass ihre Gespräche für eine gemeinsame Holding gescheitert sind – und damit die Idee, aus einem traditionellen Filialhändler und einem erfolgreichen Online-Händler der ersten Stunde ein auf allen Vetriebskanälen schlagkräftiges Unternehmen zu formen.

„Arbeitsgruppen beider Unternehmen haben in den letzten Wochen intensiv an den operativen Details gearbeitet und die möglichen Synergien und die Ausrichtung des neuen Omnichannel-Unternehmens analysiert“, heißt es in der Mitteilung.

Erst dabei ist demnach klar geworden: „Im Rahmen der geplanten Zusammenführung würden beide Unternehmen vor diesem Hintergrund erhebliche Einschränkungen in den jeweils eigenen Stärken erfahren.“

Erst vor acht Wochen hatten die beiden Händler ihr Zusammengehen unter dem Motto „Das Beste aus zwei Welten“ angekündigt. Damals hatten die Partner gejubelt, zur starken Website kämen 120 Läden dazu. Angepeilt war für das Gemeinschaftsunternehmen ein Umsatz von zwei Milliarden Euro, von denen jeder Partner etwa die Hälfte beisteuern sollte.

Notebooksbilliger hätte sich dann in Sortimenten wie Hausgeräten stärker aufstellen können, Medimax bei Computern. Konkret sollte einen gemeinsame Holding beide Teile unter sich vereinen. Dazu kommt es nun nicht.

Große Bedenken gab es offenbar bei Notebooksbilliger. Das Unternehmen fürchtete wohl, den Vorteil seines eingespielten Online-Systems mit einheitlichen Preisen auf der Website und den wenigen Läden zu verlieren. Die Schnelligkeit und Agilität des Online-Händlers hätten nicht zu den in 30 Jahren gewachsenen Strukturen von Medimax gepasst, hieß es.

Die Branche kennt schließlich ausreichend Beispiele, in denen die Integration von Online und Läden hapert – allen voran Media Markt und Saturn. Ihren als Preisbrecher zugekauften Online-Shop Redcoon hat die Kette inzwischen aufgegeben.

Kooperation bleibt denkbar

Bis heute hat es der Händler, bei dem vor Ort die Geschäftsführer an den Läden beteiligt sind, nicht geschafft, im Netz und im Laden einheitliche Preise anzubieten. Das ist bei den bisher fünf Ladengeschäften von Notebooksbilliger anders: Hier gelten die selben Preise wie auf der Website. Das zahlt sich aus. Beim Ranking der Handelsberatung ECC kam der Anbieter bei der Kundenzufriedenheit in Webshops unter den Elektronikhändlern in diesem Jahr auf Platz zwei, geschlagen nur von Apple.

Diese Stärke will der Händler beibehalten – und nun zunächst aus eigener Kraft weiter expandieren. Erst vor zwei Monaten hat eine Filiale in Stuttgart eröffnet, in anderen Metropolen wie Düsseldorf und Hamburg ist der Händler bereits vertreten. Dabei setzt er auf Lagen abseits der großen Einkaufsstraßen, liefert auch innerhalb weniger Stunden aus der Filialen aus. Drei Neueröffnungen seien im kommenden Jahr geplant, sagte ein Sprecher.

Ganz tot sind die Ambitionen, mit Medimax zusammenzuarbeiten, jedoch nicht. Denkbar sein eine Kooperation der beiden Unternehmen beim Einkauf, hieß es. So könnten sie niedrigere Einkaufspreise bei den Zulieferern durchsetzen – ein wichtiger Punkt im harten Preiskampf. Offiziell verkündet werden soll der Ausweichplan erst in einigen Wochen – falls er zustande kommt. Eine Sprecherin von Medimax wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

Notebooksbilliger ist bereits seit 2001 online und hat seitdem sein Sortiment stetig vergrößert. Medimax gehört zum Händlerverbund Electronic Partners und hat den Markt mit bereinigt, etwa durch die Übernahme einiger Pro-Märkte von Rewe.

Die Kette mit ihren 130 Filialen arbeitet zum Teil mit Franchise-Partnern, also selbstständigen Unternehmern, die bei Angebot und Preisen für ihre Standorte mitreden wollen – ein Faktor, der die Pläne mit Notebooksbilliger sicherlich nicht einfacher gemacht hat. Bislang spielt der Medimax-Onlinestore im Vergleich zu Amazon, Otto und auch Notebooksbilliger jedenfalls eine untergeordnete Rolle.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Elektronikhandel - Notebooksbilliger.de und Medimax lassen Fusion platzen

0 Kommentare zu "Elektronikhandel: Notebooksbilliger.de und Medimax lassen Fusion platzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.