Energiekrise: Jeder vierte Kleinunternehmer denkt ans Aufhören
Kleine Handwerkbetriebe stehen je nach Branche reihenweise vor dem wirtschaftlichen Aus.
Foto: dpaDüsseldorf. Selbst mit Preiserhöhungen konnte Kumanan Pulenthirarajah sein Bistro nicht retten. „Wir haben es durch die schwierige Coronazeit geschafft, aber die aktuelle Kostenkrise macht ein profitables Geschäft unmöglich“, erzählt der Inhaber von Crêpe & Baguette in Mülheim an der Ruhr. Am 1. Dezember war Schluss.
30 Jahre hat sich das Bistro gehalten, vor zwei Jahren wurde es von Pulenthirarajah übernommen. Seit dem Ukrainekrieg hat sich der Wareneinkauf aber so stark verteuert, dass ein Weiterbetrieb unmöglich war. Der Baguette-Lieferant etwa verlangte bis zu 1,80 Euro statt einem Euro pro Brot. Dazu kamen die hohen Energiekosten. Und die Preise konnte er nicht weiter erhöhen: „Mehr kann ich den Gästen nicht zumuten.“
Das ist kein Einzelschicksal. Immer mehr Kleinunternehmen geben auf. Eine Umfrage des Softwaredienstleisters Lexware unter 2800 Kleinunternehmen und Solo-Selbstständigen, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, zeigt: Fast ein Viertel bangt wegen der hohen Belastungen um die Existenz. Und das hat dramatische Auswirkungen.
Energiekrise: Handwerker, Gastronomen und Händler leiden
So ist die Lage etwa in der Gastronomie prekär: 40 Prozent der Befragten geben an, ernsthaft zu überlegen, ihr Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben. Im Einzelhandel sind es immerhin 20 Prozent, die sich mit dem Gedanken an eine Geschäftsaufgabe beschäftigen.