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Ernährung Der erste Metzger für Vegetarier

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Flexitarier sorgen für Veggie-Boom
Diese Hersteller geben am meisten für Veggie-Werbung aus
Rang 10: Artland
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Der niedersächsische Fleischproduzent Artland Convenience ist Teil der Gruppe Lutz Fleischwaren. Neben der klassischen Produktion von Fleischerzeugnissen, setzt der Hersteller auf Fingerfood und vegetarische Produkte, welche unter dem Markennamen „Vegetaria“ vertrieben werden. Für 46.000 Euro schaltet der Konzern Werbung für fleischlose Produkte. Quelle: Ebiquity

(Foto: Screenshot vegetaria.de)
Rang 9: Landhof
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Der österreichische Konzern Landhof produziert neben Grillwürstchen auch Schinken und fleischlose Produkte. Unter dem Markennamen „die Ohne“ wirbt der Hersteller damit, dass die Wurst nicht vom fleischhaltigen Original zu unterscheiden sei. Das Werbebudget für vegetarische Produkte liegt bei 70.000 Euro.

(Foto: Screenshot die-ohne.at)
Rang 8: Like Meat
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Wie schon im Produktnamen erkennbar, versucht Like Meat geschmacklich mit dem Originalfleisch mitzuhalten. Das Unternehmen aus Düsseldorf beliefert unter anderem Kaiser's, Kaufland und Edeka. 81.000 Euro gehen für Veggie-Werbung drauf.

(Foto: Screenshot likemeat.de)
Rang 7: Tofutown
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Komplett fleischfrei produziert auch Tofutown aus Wiesbaum in der Eifel. Der Hersteller von fleischfreien Produkten betreibt drei Standorte in Deutschland und ein Verkaufsbüro in den USA. Das Unternehmen stellt 110 Produkte her und beschäftigt laut eigenen Angaben 300 Personen. Für Werbekampagnen für die fleischlose Alternative gibt der Konzern etwa 151.000 Euro aus.

(Foto: Screenshot tofutown.com)
Rang 6: Wiesenhof
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Wiesenhof stand in der Vergangenheit mehrfach wegen Tierquälerei in der Kritik. Hinter der Marke steckt die PHW-Gruppe und gilt mit einem Umsatz von 2,38 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2014/15 als Marktführer in der Geflügelproduktion. Die Gruppe beschäftigt rund 6.600 Mitarbeiter. Bei rund 155.000 Euro liegt der Veggie-Werbeetat.

(Foto: dpa)
Rang 5: Meica
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Der Hersteller von Curry King und Co. ist im ostfriesischen Ammerland beheimatet. Mit einem Umsatz von 82,5 Millionen Euro im Jahr 2014 gilt Meica als Marktführer im Segment der Wurstprodukte. Neben Curry King sind zum Beispiel „Deutschländer“, „Bratmaxe“ und „Trueman’s“ bekannte Produkte. Mehr als eine Million Euro investiert der Konzern in die Werbung für vegetarische Produkte.

(Foto: Screenshot meica.de)
Rang 4: Marlow Foods
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Das britische Unternehmen Marlow Foods vertreibt unter dem Markennamen „Quorn“ fleischalternative Produkte. Quorn ist ein Eiweiß und wird aus Pilzkulturen gewonnen. Marlow Foods exportiert in 16 Länder weltweit und wies 2014 einen Umsatz von 200 Millionen Pfund (umgerechnet rund 233 Millionen Euro) aus. Der Konzern beschäftigt rund 600 Mitarbeiter. Der Werbeetat für die fleischlose Alternative beläuft sich auf knapp drei Millionen Euro.

(Foto: Screenshot quorn.de)

Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichtet, stehen vor allem die Flexitarier, die statt zum Fleisch häufiger mal zu veganen oder vegetarischen Alternativen greifen, hinter dem Veggie-Boom in Deutschland. Das zeigt auch der Erfolg des Wurst-Markenartiklers Rügenwalder Mühle, der inzwischen mit mehreren fleischlosen Wurstsorten und etwa Tiefkühl-Schnitzel die Supermarktregale füllt. Ein Drittel des Sortiments sollen die Alternativen in Zukunft ausmachen, gibt die Firma den Kurs vor.

Eine Nachfrage nach vegetarischen Fleischalternativen spüren auch die herkömmlichen Metzger, vor allem beim Partyservice, wie Gero Jentzsch, Sprecher des Deutschen Fleischer-Verbands, sagte. Bisher seien es einzelne Betriebe, die Imitate im Angebot hätten. Das Bestreben der neuen Veggie-Anbieter, sich aus Marketing-Gründen der traditionellen Ästhetik, den Begriffen und der Bilderwelt des Fleischerhandwerks zu bedienen, findet Jentzsch „bemerkenswert“.

Sein Verband spricht sich für eine Kennzeichnungspflicht aus. Es werde problematisch, wenn für Verbraucher eine Verwechslungsgefahr bestehe oder das Imitat nicht den mit der Bezeichnung verbundenen Erwartungen entspreche, so Jentzsch. Er nennt ein Beispiel, über das vor Jahren noch viele die Nase rümpften: Analogkäse.

Bisher wird Veggie-Speck oder Soja-Thunfisch von „The Vegetarian Butcher“ den Angaben zufolge in 13 Ländern in 3000 Geschäften verkauft. Die Preise für eine Packung sollen bei etwa drei Euro starten - teurer als manch tierisches Hack vom Discounter.

Dafür gibt es beim Veggie-Metzger noch die Geschichte von Gründer Jaap Korteweg dazu: Er erlebte nach Firmenangaben als Bauer Ende der 1990er Jahre Tierseuchen mit und wurde Vegetarier. Weil er Fleisch vermisste, tüftelte er an Ersatzprodukten. Auf einem Marketingfoto halbiert er mit einem Schlachtermesser einen Bund Möhren, Saft spritzt ihm auf die weiße Schürze. Sieht aus wie Blut, ist aber natürlich keins.

  • dpa
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