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Ernteausfälle Keine raschen Hilfen für dürregeschädigte Bauern

Wegen der Hitzewelle befürchtet der Bauernverband bis zu 70 Prozent an Ernteausfällen. Die Regierung will darüber erst Ende August entscheiden.
Update: 30.07.2018 - 14:07 Uhr Kommentieren
Bauern fordern wegen Dürre 1 Milliarde Euro vom Staat Quelle: dpa
Weizenfeld

Die SPD warnt davor, dass Hilfen für die Bauern zum wirtschaftspolitischen Präzedenzfall werden könnten.

(Foto: dpa)

BerlinDie unter der anhaltenden Dürre leidenden Landwirte können nicht mit Soforthilfen vom Bund rechnen. Vor der Entscheidung über Unterstützung müsse der komplette Erntebericht Ende August abgewartet werden, sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums am Montag in Berlin.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, forderte Hilfen im Volumen von einer Milliarde Euro. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist vorerst kein Ende der Trockenheit in Kombination mit hochsommerlichen Temperaturen in Teilen Nord- und Ostdeutschlands in Sicht.

Am Dienstag werde es eine erste Bestandsaufnahme über die Lage in der Landwirtschaft bei einem Arbeitstreffen von Vertretern von Bund und Ländern geben, sagte die Ministeriumssprecherin. Vor allem erst nach dem Erntebericht „sind wir aussagefähig“, erklärte sie mit Blick auf den DBV. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will am Mittwoch ihre Kabinettskollegen über die Lage in den Dürregebieten unterrichten.

„Eine Milliarde wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen“, sagte Rukwied den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zunächst müsse der Notstand erklärt werden, damit eine gesetzliche Grundlage für die Hilfen gegeben sei. Geholfen werden soll nach DBV-Vorstellung den Betrieben, deren Ernten mehr als 30 Prozent unter dem Schnitt der letzten Jahre liegen. Zudem forderte Rukwied eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, mit der die Bauern für schwierige Jahre vorsorgen könnten.

Die für Landwirtschaft zuständige Vizechefin der Unions-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann, forderte eine rasche Entscheidung darüber, ob ein Notstand vorliegt und damit die Voraussetzungen für staatliche Hilfen gegeben seien. Vor allem kleinen und mittleren Betrieben gehe die Luft aus, warnte sie. „Ihnen fehlt Liquidität.“ Die SPD dagegen warnte vor Hilfen für Bauern als wirtschaftspolitischen Präzedenzfall. „Moderne Landwirtschaft begreift sich als Unternehmer in unserem Land“, sagte der agrarpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Spiering, den Funke-Zeitungen.

Wegen der Dürre rechnet der DBV etwa mit einem Rückgang von 18 Prozent bei Ernte von Wintergerste im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei anderen Feldfrüchten werden deutlich geringere Erträge erwartet. Halter von Rindern und Schweinen kämpfen zudem mit Ausfällen bei der Maisernte und müssen deswegen Futter dazukaufen. In manchen Betrieben ist es deswegen zu Notschlachtungen gekommen.

Nach Angaben des DWD ist mindestens zehn weitere Tage mit Trockenheit und hohen Temperaturen in den Dürregebieten zu rechnen. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen werde der trockenste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert, sagte der Meteorologe Andreas Friedrich.

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