Erotik-Händler Beate Uhse startet als „be you“ neu

Bald kann der verschmälerte Erotik-Händler wieder seinem normalen Tagesgeschäft nachgehen. Das Insolvenzverfahren steht kurz vor dem Abschluss.
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Beate Uhse: Erotik-Händler startet als „be you“ neu Quelle: dpa
Beate Uhse

Neben dem Einzelhandel will sich der Erotik-Händler künftig vor allem auf das Onlinegeschäft fokussieren.

(Foto: dpa)

FlensburgDas Insolvenzverfahren des Erotik-Händlers Beate Uhse ist im Kern abgeschlossen. Die letzten Einspruchsfristen gegen den Insolvenzplan seien verstrichen und alle formellen Hürden seien beseitigt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Flensburg mit.

Die Firma werde unter dem Namen be you als GmbH weitergeführt und umfasse den Einzelhandel und das Online-Geschäft, die Marken „Beate Uhse“ und „Adam & Eve“ in Frankreich sowie die Tochter „Pabo“ in den Niederlanden. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Michael Specht übernehme die Geschäftsführung der GmbH.

„Das Verfahren war ein Kraftakt für alle Beteiligten“, sagte Sachwalter Sven-Holger Undritz. Das lag vor allem an der komplizierten Struktur mit Tochter- und Dachgesellschaften in mehreren Ländern, die je wichtige Vermögenswerte zur Fortführung des Unternehmens enthielten. Der bekannte Erotik-Händler war vor sieben Monaten nach einem jahrelangen Niedergang in die Insolvenz gegangen.

Diese Traditionsfirmen gingen insolvent
Beate Uhse (2017)
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Der Erotik-Händler Beate Uhse setzte auf falsche Strategien und verschlief Trends. Die Folge: 18 Jahre nach seinem Börsengang im Jahr 1999 beantragte das Unternehmen im Dezember 2017 Insolvenz in Eigenregie. Parallel läuft nun der Verkaufsprozess. Beate Uhse wurde 1946 von der früheren Luftwaffenpilotin Beate Rotermund-Uhse gegründet, 1962 eröffnete ihr Unternehmen in Flensburg den ersten Sexshop der Welt.

Air Berlin (2017)
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Selten wurde eine Insolvenz so intensiv öffentlich ausgebreitet wie bei Air Berlin. Seit sich die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft im August 2017 für zahlungsunfähig erklärte, verschwand der Konzern nicht mehr aus den Schlagzeilen. Die Firmenpleite war wohl die spektakulärste des Jahres 2017, dabei kam sie nicht mal überraschend: Es galt als sicher, dass Air Berlin das Jahr nicht in seiner bisherigen Form überleben würde. Die roten Schokoherzen der 1978 gegründeten Fluggesellschaft sind jetzt Sammlerstücke.

Solarworld (2017)
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Die 1988 gegründete Solarworld AG musste nach sechs verlustreichen Jahren im Mai 2017 Insolvenz anmelden. Der Gründer und Chef des Photovoltaikkonzerns, Frank Asbeck, kaufte einige Monate später die beiden deutschen Fabriken und mehrere Tochtergesellschaften im Ausland. Investoren aus Katar unterstützen Asbeck bei dieser Teilrettung.

Alno (2017)
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Für die 410 Mitarbeiter des insolventen Küchenherstellers Alno gab es Ende des Jahres 2017 doch noch eine gute Nachricht. Finanzinvestor River Rock kaufte den Konzern für 20 Millionen Euro und will den Betrieb, der schon längst eingestellt war, weiterlaufen lassen. Damit können fast alle Mitarbeiter mit dem Erhalt ihres Arbeitsplatzes rechnen – obwohl sie zuvor nach Hause geschickt worden waren. Lange Zeit war kein Käufer in Sicht. Alno wurde 1927 als Schreinerei in Wangen bei Göppingen gegründet, der Name stammt von Gründer Albert Nothdurft.

Deutsche Touring (2017)
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Die fast 70 Jahre alte Deutsche Touring musste im April 2017 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit den Gang zum Amtsgericht antreten. Das 1948 gegründete Unternehmen wollte sich neu aufstellen, um auch künftig in der von einem aggressiven Preiswettbewerb gekennzeichneten Branche bestehen zu können. Der Fernreisebus-Anbieter aus Eschborn bei Frankfurt betreibt nach eigenen Angaben 260 Linien und Zubringerstrecken in 34 europäischen Ländern. Im August 2017 übernahm der langjährige Partner CroatiaBus/Globtour den Geschäftsbetrieb und führt den Linienverkehr fort.

Mifa (2014 und 2017)
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Der Fahrradhersteller Mifa aus Sachsen-Anhalt meldete im September 2014 Insolvenz in Eigenverwaltung an. Im Dezember 2014 übernahm die Unternehmerfamilie Nathusius den Fahrradhersteller. Im Dezember 2016 wurde ein neues Werk in Sangerhausen eröffnet. Doch schon im Januar 2017 musste Mifa überraschend erneut Insolvenz anmelden. Nach dem Verkauf an den Unternehmer Stefan Zubcic nahm das Unternehmen unter dem neuen Namen Sachsenring Bike Manufaktur im August 2017 die Produktion wieder auf.

Sinn-Leffers (2008 und 2016)
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Die Modekette Sinn-Leffers hat im September 2016 erneut Insolvenzantrag gestellt. Die beiden traditionsreichen Modehändler Sinn und Leffers hatten 1997 fusioniert, von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener Karstadt-Quelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde. 2008 ging Sinn-Leffers schon einmal in die Insolvenz, bei der rund die Hälfte der Filialen geschlossen wurde. 2013 übernahm der Textilunternehmer Gerhard Wöhrl die Kette. Im Juli 2017 wurde das zweite Insolvenzverfahren aufgehoben.

Neuer Hauptgesellschafter ist ein Fonds des Finanzinvestors Robus Capital Management. Eine tiefgreifende operative Sanierung der Gruppe sei erst durch die Insolvenz verschiedenster Gruppengesellschaften möglich geworden, hieß es.

Neben der Auslagerung der Logistik und der Verringerung der Fixkosten werde der neue Gesellschafter nun vor allem in den Online-Handel investieren. Hier hatten junge Firmen der etablierten Beate-Uhse-AG den Rang abgelaufen. „Wir haben jetzt eine gute Basis, um neu durchzustarten“, sagte Specht.

Eine Gesamtbilanz der Insolvenz steht noch aus. Nach früheren Mitteilungen sollten Gläubiger und Anleger ihr Kapital weitgehend oder komplett verlieren und lediglich 150 von zuvor 500 Arbeitsplätzen erhalten bleiben. In einer Pro-Forma-Bilanz für 2017 weist der Insolvenzplan einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro für den Konzern aus sowie einen Verlust von knapp elf Millionen Euro.

  • dpa
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