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Essenslieferdienst Delivery Hero zahlt vier Milliarden Dollar für Rivalen aus Südkorea

Der Markt für Lieferdienste in Südkorea ist hart umkämpft. Delivery Hero ist dort bereits aktiv – und kauft jetzt den Marktführer Woowa Brothers.
13.12.2019 Update: 13.12.2019 - 11:34 Uhr Kommentieren
Südkorea ist der weltweit viertgrößte Markt für Essenslieferungen. Delivery Hero ist dort mit seiner App Yogiyo aktiv, Quelle: dpa
Delivery Hero

Südkorea ist der weltweit viertgrößte Markt für Essenslieferungen. Delivery Hero ist dort mit seiner App Yogiyo aktiv,

(Foto: dpa)

Tokio Der Essenslieferdienst Delivery Hero übernimmt für vier Milliarden Dollar die südkoreanischen App-Anbieter Woowa Brothers. Eine entsprechende Vereinbarung verkündete Woowa am Freitag. Der deutsche Dienst hat sich damit den koreanischen Marktführer gesichert.

Demnach erwirbt Delivery Hero zunächst 87 Prozent aus der Hand von Finanzinvestoren, darunter auch die US-Investmentbank Goldman Sachs. Die restlichen 13 Prozent werde Delivery zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen, erklärte ein Woowa-Sprecher.

Der südkoreanische Markt ist wegen der hohen Bevölkerungsdichte und der steigenden Zahl an Single-Haushalten der viertgrößte Markt der Welt für Essenslieferdienste und wächst schnell. Delivery Hero ist dort mit seiner App Yogiyo aktiv, hinter Marktführer Woowa die Nummer zwei.

Woowa Brothers betreibt die App Baedal Minjok, im Volksmund kurz Baemin genannt. Sie verbindet lokale Geschäfte mit den Kunden. Anfang 2019 schaffte das Unternehmen durch eine 320 Millionen Dollar schwere Beteiligung von Investmentfonds wie Hillhouse Capital, Sequoia Capital und Singapurs Staatsfonds GIC den Sprung in die globale Einhorn-Liga.

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    Das Interesse der Fonds hat einen guten Grund: Rund 70 Prozent der südkoreanischen Smartphone-Besitzer sollen Auslieferungsdienste nutzen. Das Marktvolumen wurde 2018 auf 17,6 Milliarden Dollar geschätzt. Delivery Hero war dabei bisher mit drei Apps immerhin die Nummer zwei im Markt. Aber Woowa ist seit der Gründung im Jahr 2010 zum unbestrittenen Marktführer aufgestiegen.

    Zunehmende Konkurrenz

    Doch die Konkurrenz hat zugenommen, nicht zuletzt durch den Einstieg von einem von Japans Technologiekonzern Softbank unterstützten Anbieter. Woowa bezeichnete den Verkauf an Delivery Hero daher als „Überlebensstrategie“. Ob die Übernahme auf kartellrechtliche Bedenken stößt, war zunächst unklar.

    Delivery Hero wurde 2011 gegründet, ist seit seit 2017 an der Börse notiert und nach der jüngsten Rally der Aktie dort derzeit knapp 9,5 Milliarden Euro wert. Beflügelt wurde die Aktie zuletzt von einem starken Ergebnis der ersten neun Monate sowie der erhöhten Prognose für das laufende Jahr.

    Der Umsatz soll jetzt zwischen 1,44 und 1,48 Milliarden Euro liegen. Zuvor war Delivery Hero noch von einem Wert am oberen Ende der zuletzt angepeilten Spanne von 1,3 bis 1,4 Milliarden ausgegangen. Auch beim anvisierten bereinigten Jahresverlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde Delivery Hero etwas konkreter. Dieser solle nun am unteren Ende der zuvor festgelegten Spanne von 370 Millionen Euro bis 420 Millionen Euro liegen.

    Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist in Deutschland selbst nicht mehr als Essenslieferant aktiv, nachdem das Geschäft hierzulande mit Marken wie Foodora, Lieferheld oder Pizza.de an den niederländischen Rivalen Takeaway für 930 Millionen Euro verkauft wurde. Takeaway ist der Eigentümer von Lieferando.

    Südkoreaner sind stark vernetzt

    Delivery Hero hatte zuletzt mehr als die Hälfte des Umsatzes in Nahost und Nordafrika (MENA) erwirtschaftet. In Asien hatte Delivery Hero knapp 30 Prozent des Geschäfts gemacht. In Europa ist das Unternehmen mit rund 22.000 Mitarbeitern vor allem noch im Norden und Südosten aktiv.

    Südkoreaner gehören nicht nur zur einer der am stärksten vernetzten Nationen der Welt, sie kreuzen auch mit einem Tempo durch das Internet, von dem die meisten Deutschen nur träumen können. 4G-Netze sind ohnehin landesweit Standard. Doch inzwischen können Südkoreaner in städtischen Zentren bereits die neuen 5G-Mobilnetze nutzen.

    Diese Vorreiterrolle spiegelt sich auch in Woowas Portfolio wider. Inzwischen rundet der Zahldienst Baemin Pay das Einkaufen mit der Fingerspitze ab. Außerdem nutzte das Unternehmen die jüngsten Finanzspritzen, um in Asien zu expandieren und in neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und Auslieferungsroboter zu investieren.

    Woowa ist dabei nicht der einzige Lokalmatador, der sich in Südkorea behauptet hat. Auch Internetportale wie Kartendienste sind dank staatlichen Schutzes noch fest in einheimischer Hand. Nutzer können Google Maps beispielsweise in Südkorea nur sehr eingeschränkt nutzen. Denn die südkoreanische Regierung hat die Weitergabe von Kartendaten an ausländische Unternehmen aus Gründen der nationalen Sicherheit eingeschränkt. Die Koreaner nutzen daher heimische Dienste wie den des Internetdienstes Naver.

    Bei den Aktionären von Delivery Hero jedenfalls kam der Deal gut an: Die Aktie stieg in Frankfurt um mehr als zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 55,62 Euro.

    Mit Agenturmaterial

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