EU-Gutachter Führt deutscher „Glen“-Whisky die Verbraucher irre?

Darf ein deutscher Hersteller seinen Whisky „Glen“ nennen? Der Streit um diese Frage beschäftigt gerade den Europäischen Gerichtshof.
Update: 22.02.2018 - 16:58 Uhr Kommentieren
Die Scotch Whisky Association sieht in der Bezeichnung Glen eine indirekte Anspielung auf die geschützte geografische Angabe „Scotch Whisky“. Quelle: dpa
„Glen Buchenbach“

Die Scotch Whisky Association sieht in der Bezeichnung Glen eine indirekte Anspielung auf die geschützte geografische Angabe „Scotch Whisky“.

(Foto: dpa)

LuxemburgDie Bezeichnung „Glen“ für deutschen Whisky muss nach Ansicht eines EU-Gutachters nicht irreführend sein. Entscheidend sei, ob der durchschnittliche Verbraucher bei dem Begriff automatisch an „Scotch Whisky“ denke, erklärte der zuständige Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg. Dann wäre die Bezeichnung „Glen“ unzulässig.

Für ihn selbst ist eine „hinreichende inhaltliche Nähe“ zwischen dem Begriff „Glen“ und der geografischen Angabe „Scotch Whisky“ jedoch nicht sicher. Abschließend müsse dies seiner Ansicht nach das Landgericht Hamburg klären (Rechtssache: C-44/17).

Der schottische Whisky-Verband SWA hatte gegen ein Produkt der Waldhornbrennerei in Berglen bei Stuttgart geklagt, deren Whisky „Glen Buchenbach“ heißt. Er ist der Ansicht, dass der Verbraucher bei der Bezeichnung „Glen“ fälschlicherweise an die geschützte Angabe „Scotch Whisky“ denke. „Glen“ kommt aus dem Gälischen und bedeutet so viel wie „schmales Tal“. Das Hamburger Landgericht hatte den EuGH um Klärung gebeten und darauf verwiesen, dass nicht nur schottische, sondern auch Whiskys aus Kanada, Irland oder Deutschland den Namen „Glen“ tragen.

Das sind die wertvollsten Spirituosenmarken der Welt
Platz 10: Absolut
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Seit 1879 produziert der Wodka-und Spirituosenkonzern seine Getränke in Südschweden aus einer eigenen Quelle, 2008 wurde das Unternehmen dann an die französische Firma Pernod Ricard verkauft. Im aktuellen Ranking liegt Absolut mit einem Markenwert von gut 1,7 Milliarden Dollar auf dem zehnten Platz.

Quelle: Brand Finance

Platz 9: Wuliangye
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Die Wuliangye Yibin Company gehört zu den 100 größten börsennotierten Unternehmen in China. Auch wenn die Produkte des Getränkekonzerns im Westen eher unbekannt sind, zählt Wuliangye zu den global Playern im Spirituosengeschäft. Der derzeitige Markenwert liegt laut Studie bei gut 1,9 Milliarden Dollar.

Platz 8: Smirnoff
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Die Wodka-Brennerei wurde 1886 in Moskau gegründet. Sie war weltweit die erste Brennerei, die Holzkohle zum Filtern benutzte. Heute gehört die Marke zum Spirituosenhersteller Diageo. Der Markenwert liegt derzeit bei gut zwei Milliarden Dollar.

Platz 7: Bacardi
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Das Unternehmen mit Sitz auf den Bermudas verkauft den gleichnamigen Rum mit der markanten Fledermaus in mehr als 100 Länder. Gegründet wurde die Destillerie Bacardi in Santiago de Cuba am 4. Februar 1862 – die Fledermaus gilt auf Kuba als Glückssymbol. Der Markenwert von Bacardi beträgt rund 2,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Luzhou Laojiao
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Der bis zu 65 prozentige Schnaps aus dem chinesischen Sichuan dürfte für die meisten Westler auch wegen seines starken Geruchs und Geschmacks gewöhnungsbedürftig sein. Im internationalen Vergleich zählt die Marke dennoch zu den Top-Ten. Der aktuelle Wert liegt bei 2,5 Milliarden Dollar.

Platz 5: Hennessy
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Die weltweit führende Cognac-Brennerei darf in der Rangliste der wertvollsten Spirituosen-Marken natürlich nicht fehlen. Das Unternehmen mit Sitz im französischen Cognac wurde 1765 vom irischen Offizier Richard Hennessy gegründet. Mittlerweile ist die Brennerei ein Tochterunternehmen des Luxusgüterkonzerns LVMH. Der Markenwert liegt bei 2,7 Milliarden Dollar.

Platz 4: Jack Daniel´s
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Der Tennesse-Whiskey ist vielleicht nicht der feinste, dafür aber einer der am meisten verkauften. Gegründet wurde das Unternehmen 1846 von Jasper Newton „Jack“ Daniel in der Kleinstadt Lynchburg. Mittlerweile ist Jack Daniel´s die meistverkaufte amerikanische Whiskeymarke weltweit. Der Wert liegt aktuell bei rund drei Milliarden Dollar.

Laut Generalanwalt Henrik Saugmandsgaard Øe setzt das Verbot eines Produktnamens nicht zwingend klangliche oder visuelle Ähnlichkeiten mit einer in der EU geschützten geografischen Angabe voraus. Das Landgericht Hamburg müsse deshalb prüfen, ob „ein europäischer Durchschnittsverbraucher“ in diesem Fall sofort an „Scotch Whisky“ denke.

Zusätzliche Informationen auf dem Etikett spielten keine Rolle. Die schwäbische Brennerei hatte stets betont, dass neben der Bezeichnung „Glen Buchenbach“ außerdem „Swabian Single Malt Whisky“ und „Hergestellt in den Berglen“ auf dem Etikett stehe.

Die Einschätzung des Gutachters ist für die Richter des EuGH nicht bindend, in der Mehrzahl der Fälle folgen sie ihr aber. Ein Urteil dürfte in einigen Monaten fallen.

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  • dpa
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