Ex-Bahnchef rechnet ab Mehdorn attackiert Bahn-Politik

Vor einem Jahr hat sich Hartmut Mehdorn in den Ruhestand verabschiedet, jetzt rechnet der frühere Bahn-Chef ab – mit der Regierung, mit Nieten in Nadelstreifen, Frauenquoten und seinem fast tödlichen Absturz.
8 Kommentare
Vor einem Jahr hat sich der Ex-Bahnchef in den Ruhestand verabschiedet. Doch sein Berufsleben lässt ihn nicht los. Quelle: Andreas Chudowski für Handelsblatt Magazin
Hartmut Mehdorn

Vor einem Jahr hat sich der Ex-Bahnchef in den Ruhestand verabschiedet. Doch sein Berufsleben lässt ihn nicht los.

(Foto: Andreas Chudowski für Handelsblatt Magazin)

DüsseldorfAls er selbst noch Bahn-Chef war, legte sich Hartmut Mehdorn mit so ziemlich allen an, die seine Strategie kritisierten. Damals sollte der Top-Manager den Schienen-Konzern reif für die Börse machen, scheiterte aber 2008 kurz vor dem Ziel – auch weil dann die Finanzkrise ausbrach.

Doch die Bahn lässt ihn nicht los: Das Thema Privatisierung sei hier zu Lande mittlerweile „ein Tabu geworden. Da schalten alle den Verstand aus, sobald nur der Begriff fällt. Den ursprünglichen Auftrag der Bahn-Reform kennt heute keiner mehr“, klagt er im Interview mit dem am Freitag erscheinenden Handelsblatt Magazin, in dem Mehdorn nicht nur mit der aktuellen Bahn-Politik der Regierung abrechnet.

Vor einem Jahr hat der Manager sich in den Ruhestand verabschiedet – nach letzten CEO-Posten bei Air Berlin und schließlich beim Berliner Pannen-Flughafen BER. Doch die Bahn, die er ein Jahrzehnt lang geführt hat, lässt den 73-Jährigen nicht los.

Jetzt das Mehdorn-Interview lesen:
Den Digitalpass vier Wochen gratis testen und das komplette Handelsblatt Magazin kostenlos als PDF downloaden oder die gedruckte Ausgabe als Beilage in der Freitagausgabe des Handelsblatts am Kiosk erwerben.

Weitere Themen im neuen Handelsblatt Magazin N° 2 (April 2016) unter anderem:

  • Ortsbesuch bei Marvel: Wie die New Yorker Comic-Schmiede mit Superhelden Milliarden macht
  • Prinzip Christie's: Wie das umsatzstärkste Auktionshaus der Welt funktioniert
  • „Die Bahnhöfe hätten die Sanierung bis heute dringend nötig. Der Bund kann sich die Bahn schlicht nicht leisten. Ebenso wenig wie seine Straßen“, schimpft Mehdorn, den der kurz vorm Ziel gescheiterte Börsengang noch immer wurmt: „Wenn Lehman Brothers ein paar Monate später pleitegegangen wäre, hätte es gereicht. Am Einfluss des Bundes hätte der Börsengang gar nichts geändert, aber uns hätte er fünf Milliarden Euro gebracht für die Sanierung der Bahnhöfe – und die Bahn weit nach vorn!“, sagt er dem Handelsblatt Magazin.

    Als Manager ist Mehdorn immer dahin gegangen, wo’s wehtut. Er sei eben schon früh einer von denen gewesen, die geholt werden, „wenn es irgendwo brannte. Dann muss man eben auch die Hitze aushalten.“ Empfand er sich als Feuerwehrmann? „Ich habe manches Feuer löschen müssen, ja. Leider erlebt man als Krisenmanager in der Regel wenig Dankbarkeit.“

    Probleme müsse man aber „sofort lösen, wenn sie entstehen. Sonst werden sie nur größer. Also war meine Devise immer: Nur keinen Streit vermeiden! Wenn es rumste, rumste es eben gleich.“

    Er selbst musste schon als Luftfahrt-Manager bei der einstigen Dasa bisweilen komplette Werke schließen. Wie man das mit Anstand macht? „Indem man mit den Mitarbeitern redet und ihnen die Gründe erklärt. Schön ist das nicht, aber manchmal notwendig, ja: unausweichlich. Sie müssen sagen, was Sache ist. Mit Wattebäuschchen kann man keine Sanierung durchziehen. Die ist aber oft nötig, um das große Ganze zu retten.“

    Teamleader statt Patriarch
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

    Mehr zu: Ex-Bahnchef rechnet ab - Mehdorn attackiert Bahn-Politik

    8 Kommentare zu "Ex-Bahnchef rechnet ab: Mehdorn attackiert Bahn-Politik"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • DIGITALES EIGENES TV-GERÄT dient als übertragungskamera via KABEL oder via SATELIT und für den rest BEAMEN sich geheimdienste selbst ins WC-Raum.


    • Der Rest wird hinten herum mit interne Telefonate erledigt und selbst an jede von Ihm gefahrene Strassenecke wird nur so zufällig öfters kontroliert werden...ohne zu sagen dass er Tag und Nacht per Satelit überwacht wird...auch in der Wohnung und während er schläft.

      Und seinen eigenen Zungenschlag lässt Geheimdienste erkennen was er gerade so denkt.

    • jetzt rechnet der frühere Bahn-Chef ab – mit der Regierung, mit Nieten in Nadelstreifen, Frauenquoten und seinem fast tödlichen Absturz.

      -----------------------------------------------------

      Mit der Regierung abrechnen ?

      BALD werden dann Geheimdienste auf Ihn gehetzt werden wie etwa beim " Barschel " !

      Da standen plötzlich Männer in Langer Schwarzer Mäntel vor der Tür ?
      Nur so zum einschüchtern ?

      UND bald werden sich dann geheimdienste als Ohrwurm bei ihm Tag und Nacht seine ruhr stören !

    • "..... jetzt rechnet der frühere Bahn-Chef ab – mit der Regierung, mit Nieten in Nadelstreifen, ..."


      Wenn man es einmal ganz, ganz freundlich formuliert:

      Der richtige Burner war Herr Mehdorn als Manager auch nicht.

    • War nicht Mehdorn auch der erfolglose Manager beim BER...bei der DB und beim BER nur teuren Unsinn verzapft und ein fürstliches Gehalt auf Steuerkosten eingestrichen und jetzt das Maul aufreißen...da könnte er auch als Politiker oder Medienschaffer glatt durchgehen. Danke!

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%