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Ex-NBA-Star Basketballlegende Kobe Bryant stirbt bei Helikopterabsturz

Der 41-Jährige ist bei einem Unfall mit seinem privaten Helikopter ums Leben gekommen. Auch seine Tochter war an Bord. Nicht nur die Sportwelt trauert.
26.01.2020 Update: 27.01.2020 - 03:42 Uhr Kommentieren

Kobe Bryant und seine Tochter sterben bei Helikopterunglück

Düsseldorf Selbst der König weinte, als die Mamba starb. Ein Video zeigt LeBron James, neben Michael Jordan der wohl beste Basketballer aller Zeiten, wie er nach dem Verlassen eines Flugzeugs die Nachricht erhält, dass Kobe Bryant gestorben ist. Bryant, genannt „Black Mamba“, ist am späten Sonntagabend bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen.

41 Jahre wurde der ehemalige Spieler der Los Angeles Lakers alt, der selbst einer der größten dieses Sports war. Auch Bryants zweitälteste Tochter starb bei dem Unfall, berichten US-Medien übereinstimmend, insgesamt waren acht Personen an Bord der Maschine.

LeBron James, genannt „King“, ist der prominenteste und erfolgreichste Nachfolger Kobes bei den Lakers. Dort, wo die „Mamba“ fünf Meistertitel der nordamerikanischen Profiliga NBA holte, bei dem Klub, für den er jedes einzelne seiner mehr als 1500 Pflichtspiele absolvierte.

Bryant brachte dem Hollywood-Klub, bei dem Jack Nicholson gerne in der ersten Reihe sitzt, in den 1990er-Jahren den Glamour zurück. Dort, wo „Magic“ Johnson, Kareem Abdul-Jabbar, Wilt Chamberlain reihenweise Titel sammelten, reifte die „Mamba“ zum Superstar seiner Generation. Werbeikone, ein fast schon überirdisch treffsicherer Schütze, spektakulärer Athlet: „Kobe“ kannte in den USA jedes Kind. „Er war der Michael Jordan unserer Generation“, sagte der deutsche NBA-Star Dirk Nowitzki einmal über ihn.

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    Die Todesumstände sind bisher nur insoweit klar, dass Bryants 30 Jahre alter Privathelikopter, ein Sikorsky S76B, in den Hügeln nahe Los Angeles zerschellt ist. Als aktiver Spieler nutzte er die Maschine oft, um von seinem Anwesen im Vorort Newport Beach, wo auch Jürgen Klinsmann residierte, zu den Spielen seines Teams zu fliegen.

    Die Polizei machte zu den Insassen offiziell noch keine Angaben, am Kern des Unglücks ändert das nichts. Hunderte Prominente haben bisher in den sozialen Netzwerken ihr Beileid, ihre Trauer und ihren Respekt bekundet. Auch US-Präsident Donald Trump sprach via Twitter von „schrecklichen Nachrichten“. Ex-Präsident Barack Obama sprach von einer „Legende auf dem Platz“, der in Begriff war, einen bedeutsamen zweiten Akt seines Lebens einzuläuten. Als Eltern sei es noch herzzerreißender, auch dessen Tochter Gianna zu verlieren.

    Bryants Leben und Karriere waren vom Außergewöhnlichen geprägt. Allein schon sein Vorname, der – so die Geschichte – daher resultiert, dass seine Eltern eins ein Steak vom Kobe-Rind aßen und beeindruckt genug waren, ihren Sohn danach zu benennen. Von der Stadt in Japan wussten die Eltern, beide selbst Basketballprofis, demnach nichts.

    Außergewöhnlich, weil er sich Ende der 90er trotz persönlicher Differenzen mit Shaquille O’Neal zusammenraufte und drei Meisterschaften in Folge gewann. Außergewöhnlich, weil er ohne „Shaq“ die Lakers 2009 und 2010 als unumstrittener Anführer und wertvollster Spieler zu zwei weiteren Meisterschaftsringen warf.

    81 Punkte erzielte Kobe einst in einem Spiel, 100 Mal warf er mindestens 40 Punkte. In seinem Abschiedsspiel machte er 2016 im Alter von 37 Jahren noch einmal 60 Punkte. „Mamba out“ schloss der Ausnahmesportler damals seine emotionale Abschiedsrede und ließ das Mikrofon fallen. Selbst seine sportlichen Gegner verneigten sich vor ihm.

    Und Gegner hatte der Ausnahmeathlet genug. Sein Ex-Trainer Phil Jackson bezeichnete ihn einst als unreif und arrogant. Und bis heute haben sich 2003 erhobene Vergewaltigungsvorwürfe gegen Bryant nicht aufgeklärt. Der Prozess damals platzte, da sich die Klägerin überraschend aus dem Verfahren zurückgezogen hatte. Der Basketballer verlor den Rückhalt der Öffentlichkeit, den seiner Sponsoren. Seine Attitüde verlor er dagegen nie, was ihn zusätzliche Sympathien kostete. Mit dem Ende des Prozesses ohne Urteil klopfte auch Sportartikelriese Nike wieder bei seinem Superstar an.

    Schon während seiner Sportlerkarriere reizte Bryant das Leben als Geschäftsmann. Spielergehälter von bis zu 27 Millionen Dollar pro Saison und Sponsoreneinnahmen machten die „Mamba“ zum Multimillionär – für das Geld suchte und fand er Investments. Beim Sportgetränkehersteller Bodyarmor etwa, der erst Mitte Januar verkündete, offizieller Partner der nordamerikanischen Fußballliga MLS zu werden. Bryant war seit 2014 Teilhaber, seine Investition in Höhe von sechs Millionen Dollar soll nach Angaben des Sportsenders ESPN zuletzt mehr als 200 Millionen Dollar wert gewesen sein. Kobe selbst war großer Fan des FC Barcelona und mit Lionel Messi befreundet.

    „Die nächste Generation mit Geschichten inspirieren“

    Als wären all die Trophäen nicht genug, konnte Bryant auch noch einen Oscar sein Eigen nennen. 2018 gewann der von ihm als Drehbuchautor mitverantwortete Film „Dear Basketball“ den Academy Award als bester animierter Kurzfilm. Zuletzt war Bryant, der sich sehr für die Kinder- und Jugendförderung einsetze, mit seiner gut vernetzten Produktionsfirma „Granity Studios“ ins Mediengeschäft eingestiegen. „Der beste Weg, die nächste Generation Athleten zu inspirieren, ist durch Geschichten“, sagte er der Presse 2017 nach der Premiere seines Oscar-prämierten Films.

    LeBron James hat vor Jahren Bryant als jüngsten Spieler abgelöst, der mindestens 30.000 Karrierepunkte erzielt hat. Erst in der Nacht auf Sonntag zog der „King“ an Kobe in der Liste der erfolgreichsten Punktesammler der Ligageschichte vorbei. Die „Mamba“ zollte ihm auf Twitter größten Respekt – es bleibt der letzte Tweet der Sportlegende.

    Im Juni 2019 war Kobe Bryant noch einmal Vater geworden. Capri Kobe war die jüngste von vier Töchtern mit seiner Ehefrau Vanessa. Die Familie trauert um ihn und die erst 13-jährige Gianni. Mit ihnen trauern Sportler, Politiker, Prominente und Millionen Fans auf der gesamten Welt.

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