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Exklusivverhandlungen mit X+Bricks Metro muss Kehrtwende beim Real-Verkauf hinlegen

Metro hat die Gespräche über den Real-Verkauf mit dem Investor Redos beendet. Nun wird exklusiv mit dem Immobilienunternehmen X+Bricks verhandelt. Profiteur davon ist Konkurrent Kaufland.
05.12.2019 Update: 05.12.2019 - 16:26 Uhr Kommentieren
Die Verkaufsgespräche mit Redos waren Insidern zufolge in den vergangenen Wochen ins Stocken geraten. Quelle: dpa
Real-Supermarkt

Die Verkaufsgespräche mit Redos waren Insidern zufolge in den vergangenen Wochen ins Stocken geraten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Schwarz-Chef Klaus Gehrig hatte es schon im Mai geahnt. Nachdem sich Metro beim Verkauf von Real gegen das Konsortium um X+Bricks entschieden hatte, zu dem auch die Schwarz-Tochter Kaufland gehört, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Ich bin da ganz entspannt. Spätestens in einem Jahr kommen die wieder an .

Jetzt ging es sogar noch schneller. Metro-Chef Olaf Koch hat eine spektakuläre Kehrtwende vollzogen und sechs Monate nach Beginn der exklusiven Verhandlungen mit dem Immobilieninvestor Redos den Verhandlungspartner gewechselt. Am Dienstag teilte Metro in einer knappen Meldung mit, dass das Konsortium um X+Bricks und den Private Equity Fonds SCP Group nun Verhandlungspartner ist.

Eine Absichtserklärung ist auch schon unterschrieben. Diese sieht vor, dass Metro das operative Geschäft von Real, den Online-Marktplatz real.de sowie die 80 im Eigentum befindlichen Immobilien an das Konsortium veräußert. Das Unternehmen spricht davon, dass der aktuelle Verhandlungsstand einen Netto-Mittelzufluss aus der möglichen Transaktion von etwa 500 Millionen Euro an die Metro impliziere. Die gleiche Summe hatte Metro jedoch auch schon im Zusammenhang mit den Redos-Verhandlungen genannt.

Es gibt aber entscheidende Unterschiede: Die Vereinbarung mit Redos sah vor, dass Metro mindestens drei Jahre mit 24,9 Prozent am operativen Geschäft von Real beteiligt bleiben sollte. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede.

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    Außerdem wollen X+Bricks und die SCP Group das Paket zunächst komplett übernehmen und erst in einem nachgelagerten Schritt Märkte an andere weiterreichen. Damit kann Metro den Verkauf schneller abwickeln und das Kartellrisiko abgeben. Redos wollte erst dann einen Deal mit Metro unterschreiben, wenn die Verteilung der Märkte den Segen des Kartellamts hat.

    Seit September 2018 sucht Metro einen Käufer für die angeschlagene Tochter Real. Schon rasch hatte sich die Zahl der Bieter auf einen Zweikampf zwischen den Konsortien um Redos und um X+Bricks reduziert. Metro-Chef Koch hatte immer wieder betont, dass Redos die besseren Konditionen böte.

    Seit Wochen schon zeichnete sich jedoch ab, dass die Verhandlungen in eine Sackgasse liefen. Der Investor wollte zwar Real als Ganzes übernehmen, davon aber nur 60 Märkte behalten und den Rest an Wettbewerber weiterreichen. Da dies nur bedingt erfolgreich war, geriet der gesamte Deal ins Stocken.

    Gerade kartellrechtliche Schwierigkeiten bremsten einen möglichen Redos-Deal. Wichtigster Partner dabei war Edeka, die 87 der 277 Real-Märkte übernehmen wollten. Doch das Bundeskartellamt hat bereits erklärt, dass es dies kritisch sieht und vertieft prüfen will. Das dürfte sich mindestens bis Februar 2020 hinziehen. Ansonsten fanden sich nicht viele Interessenten für Real-Märkte.

    Kaufland spielt entscheidende Rolle

    Diese Situation hat das Konsortium um X-Bricks ausgenutzt. Der Investor hatte schon vor Monaten seine Offerte erstmals nachgebessert. „Wir sind überzeugt, dass unser verbessertes Angebot deutlich attraktiver für die Metro AG und ihre Aktionäre sowie für Real und die Real-Belegschaft ist“, hatten Marjorie Brabet-Friel, CEO der SCP Group, und Sascha Wilhelm, CEO von X-Bricks für ihre Initiative geworben – doch damals noch erfolglos.

    Vor zwei Wochen nun haben sie erneut ein verbessertes Angebot vorgelegt. Metro hatte eine sorgfältige Prüfung dieser neuen Offerte zugesagt – und schließlich die Konsequenzen gezogen.

    Die entscheidenden Punkte aus Metro-Sicht: X+Bricks verspricht nun auch, einen Kern von Märkten unter dem Namen Real zu erhalten, die Rede ist von mindestens 50. Auch tritt jetzt Kaufland nicht mehr als „Exklusivpartner“ des Konsortiums auf. Diese Formulierung hatte in der Vergangenheit für Irritationen gesorgt, weil Kaufland Marktführer bei den Verbrauchermärkten ist – und eine zu enge Bindung an ein Konsortium Angst vor Kartellproblemen weckte.

    Trotzdem spielt Kaufland auch weiterhin eine entscheidende Rolle. Denn klar ist: Eine Aufteilung der Märkte kann nur gelingen, wenn auch die Schwarz-Tochter eine größere Zahl an Läden übernimmt. Sie hatte sich aber geweigert, ein Angebot im Rahmen eines Redos-Deals abzugeben – und damit mitgeholfen, diese Option zu verhindern.

    Nun ist Kaufland wieder im Spiel – und würde sich gerne mindestens 100 Märkte einverleiben. Wenn denn das Kartellamt mitspielt, das nun neu mit seiner Prüfung beginnen muss. Aber das dürfte unter den veränderten Konditionen dann ja zumindest nicht mehr das Problem von Metro sein.

    Mehr: Die Aufteilung der Handelskette verzögert sich, jetzt verliert auch die Real-Führung die Geduld. Es tauchen sogar Zweifel auf, ob der potenzielle Investor langfristig dabei bleiben will.

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