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Fahrdienstvermittler Uber greift mit Elektroflotte in Berlin an

Der umstrittene US-Fahrdienstvermittler expandiert im Herbst mit Elektroautos in die Hauptstadt. Weitere deutsche Städte sollen folgen.
16.07.2018 - 11:43 Uhr Kommentieren
Nach München soll der Dienst nun auch in Berlin starten. Quelle: Uber
Uber Green

Nach München soll der Dienst nun auch in Berlin starten.

(Foto: Uber)

München Erst München, jetzt Berlin: Der Fahrdienstvermittler Uber will in der deutschen Hauptstadt einen Teil seiner Flotte unter Strom setzen. „Uber wird im Herbst in Berlin in ähnlicher Größenordnung wie in München mit seinem Elektrofahrdienst Uber Green starten“, sagte Christoph Weigler, Deutschland-Chef von Uber, dem Handelsblatt.

Seit März bietet Uber seinen Kunden in München an, sich nicht nur mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor durch die Stadt chauffieren zu lassen, sondern auch mit etwa 30 batterieelektrisch angetriebenen Autos.

Der Start des Pilotprojekts in Bayern sei besser verlaufen, als gedacht, erklärt Weigler: „Wir wollten innerhalb von drei Monaten 15.000 Menschen eine Fahrt im Elektroauto ermöglichen, am Ende waren es 25.000“. Der Bedarf nach umweltfreundlichen Mobilitätsangeboten, so das Fazit von Weigler, sei groß.

Daher plant der Manager nun eine kleine Stromoffensive. Uber Green soll in München „uneingeschränkt“ fortgeführt werden. In Berlin ist der Start des Service beschlossene Sache, weitere Städte könnten bald folgen.

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    „Für unser Geschäftsmodell sind Elektrofahrzeuge ideal: Kurze Fahrten, wenig Wartung, frei von Emissionen. Unsere Partner nehmen das gut an.“, erklärt Weigler. Zudem erhöhe die Diskussion um Fahrverbote für ältere Diesel-Pkw in Städten wie Hamburg und Stuttgart die Sensibilität für das Thema. „Viele merken mittlerweile, dass es so nicht weitergehen kann“, sagt Weigler. „Wir können Teil der Lösung sein“. Uber will mit mehreren deutschen Städten und Kommunen in den nächsten Wochen und Monaten Partnerschaften ausloten.

    Deutschland bleibt für Uber einer der wichtigsten Märkte

    Die Skepsis ist allerdings groß. Nach wie vor sind viele Politiker, Behörden und Taxifahrer dem US-Fahrdienstvermittler eher feindlich gesinnt. Zu barsch setze sich Uber bei seinem Start in Deutschland im Jahr 2014 über bestehende Gesetze und Regeln hinweg. Der Tiefpunkt: Richter untersagten dem wertvollsten Start-up der Welt vor drei Jahren in der ganzen Republik das Kerngeschäft. Das lautete: Passagiere über eine App an Privatfahrer ohne Genehmigung zu vermitteln.

    Seither versucht der Konzern ein Geschäftsmodell in Deutschland zu etablieren, dass mit den bestehenden Vorschriften kompatibel ist. Es kommen nur noch professionelle Fahrer zum Einsatz. Statt bundesweit operiert Uber mit diesem Konzept allerdings nur noch in München und Berlin. Deutschland ist mit seinen mehr als 80 Millionen Einwohnern und ihren 45 Millionen Pkw für Uber dennoch einer der wichtigsten Märkte. Weigler kämpft daher für aus seiner Sicht zeitgemäße Verkehrsregeln.

    Besonders die die sogenannte Rückkehrpflicht ist dem Uber-Deutschlandstatthalter ein Dorn im Auge. Die Regelung besagt, dass Mietwagen nicht entfernt des Betriebssitzes auf Aufträge warten dürfen. In den Innenstädten entstünden durch diese Vorgabe „verpflichtende Leerfahrten“, kritisiert Weigler. Gerade in Zeiten von überhöhten Grenzwerten für Stickoxidemissionen und drohenden Fahrverboten müsste diese unökologische Regelung überarbeitet werden.

    „Das gleiche gilt für das Verbot von Pooling, also das gemeinsame spontane Teilen von Fahrzeugen“, poltert Weigler. Gerade Pooling hätte für alle Beteiligten nur Vorteile, meint Weigler: „Die Fahrgäste zahlen weniger, der Fahrer hätte eine bessere Auslastung und die Städte hätten weniger Autos auf der Straße“.

    Uber will mit Nachhaltigkeit punkten und stellt sich dafür breiter auf. Der Konzern will über seine Plattform künftig nicht nur Autos, sondern auch andere Verkehrsmittel an Passagiere vermitteln. „Autos werden für uns die gleiche Rolle spielen wie einst Bücher für Amazon“, erklärte Uber-Chef Dara Khosrowshahi vor einem Monat auf der Start-up-Konferenz Noah. Bis Ende des Sommers will Uber in Berlin auch die orangefarbenen Elektrofahrräder der Tochterfirma Jump zum Ausleihen anbieten.

    Trotz der Neuerungen dürfte Deutschland für Uber aber weiterhin ein schwieriges Terrain bleiben. Der Wettbewerb hierzulande ist groß. Bei der Taxi-Vermittlung kommt der Konzern nicht an der Daimler-Tochter MyTaxi vorbei und auch bei umfassenderen Mobilitäts-Apps stehen die heimischen Autobauer mit ihren Angeboten dem US-Konzern im Weg.

    Die Volkswagen-Tochter Moia will bis 2025 beispielsweise zu einem der weltweit führenden Mobilitätsdienstleister aufsteigen und neben Car-Sharing auch Fahrten über Ridehailing- und Ridepooling mit Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel vermitteln.

    Die Rivalen Daimler und BMW haben im März ihre Carsharing-Dienste Car2Go und DriveNow zusammengelegt, um ihre Kräfte zu bündeln und Angriffe von Konzernen wie Uber mit Hilfe von ganzheitlichen Ökosystemen für Mobilitätsdienstleistungen parieren zu können.

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