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Familienunternehmen Schwan-Stabilo entlässt 200 Mitarbeiter

Das Kosmetik-Geschäft des Familienunternehmens läuft schon lange nicht mehr rund. Nun verlagert der Mittelständler die Produktion ins Ausland.
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Schwan-Stabilo entlässt 200 Mitarbeiter Quelle: dpa
Schwan-Stabilo-Stifte

200 Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen.

(Foto: dpa)

München Weil das Geschäft in der wichtigen Kosmetiksparte lahmt, streicht Schwan-Stabilo jetzt massenhaft Jobs. 200 Stellen würden in Deutschland in den nächsten zwölf Monaten wegfallen, teilte das Familienunternehmen an diesem Mittwoch mit.

„Wir müssen die unter Druck stehenden Segmente unseres Kerngeschäfts wieder auf eine langfristig profitable Basis stellen“, begründete Spartenchef Jörg Karas den Stellenabbau. Schwan-Stabilo beschäftigt eigenen Angaben zufolge 1300 Mitarbeiter in der Division in Deutschland. Von den Einschnitten betroffen seien Beschäftigte in Verwaltung und Fertigung am Hauptsitz in Heroldsberg bei Nürnberg sowie im Werk im fränkischen Weißenburg.

Der Manager kündigte an, stattdessen die Produktion in Tschechien und den Vereinigten Staaten auszubauen. Karras: „Dadurch können wir einerseits günstiger produzieren und andererseits möglichen Handelsbarrieren in unserem wichtigsten Markt USA begegnen.“

Die Zahlen des am 30. Juni beendeten Geschäftsjahrs hat Schwan-Stabilo noch nicht veröffentlicht. Im Vorjahr war der Umsatz der Kosmetiksparte um fast zwölf Prozent auf etwa 322 Millionen Euro eingebrochen. Die Firma vertreibt ihre Eyeliner und Lippenstifte nicht unter eigenem Namen, sondern beliefert Labels wie Avon, Revlon oder LVMH.

Diese Marken verlangten inzwischen hochindividualisierte Produkte. Darauf stelle sich das Unternehmen zwar ein, doch der Schwenk zu kleineren Losgrößen brauche Zeit, sagte Konzernchef Sebastian Schwanhäußer vergangenen Herbst, als er die Bilanz präsentierte.

Schwan-Stabilo habe ein Baukastenprinzip entwickelt, das den Kunden viele Gestaltungsmöglichkeiten gebe. Die Abnehmer könnten unter zahllosen Designvarianten wählen, die Textur bestimmen und auch das Material des Stifts.

In der Kosmetik erwarte er auch im neuen Geschäftsjahr kein Wachstum, unterstrich der Firmenlenker damals. Offenbar hat sich das Geschäft aber noch schlechter entwickelt als angenommen.

Schwan-Stabilo sei trotz des Umsatzrückgangs kerngesund

Die Kosmetik ist der größte Bereich des Mittelständlers. In den anderen beiden Divisionen lief es zuletzt wesentlich besser. So kletterte der Umsatz mit Buntstiften im Geschäftsjahr 2017/18 um fünf Prozent auf gut 193 Millionen Euro. Die Outdoor-Division mit Marken wie Deuter und Ortovox legte um drei Prozent auf 169 Millionen Euro zu. Insgesamt sind die Erlöse 2017/18 erstmals seit Jahren gesunken, und zwar um rund vier Prozent auf 685 Millionen Euro.

Die Mischung der Bereiche sei wichtig, sagte Konzernchef Schwanhäußer im Herbst. „Wir sind uns bewusst, dass die einzelnen Branchen zyklisch sind.“ Gerade gehe es den Kosmetikstiften nicht so gut, dafür stünden die anderen beiden Sparten hervorragend da.

Trotz des Umsatzrückgangs sei Schwan-Stabilo aber kerngesund, hieß es. Die Firma sagt zwar nichts zum Gewinn. Alle Bereiche seien aber profitabel. Und die Eigenkapitalquote liege bei knapp 50 Prozent. „Wir verfügen über eine stabile und solide Kapitalbasis“, sagte Finanzchef Martin Reim. Schon im Geschäftsjahr 2017/18 hatte das Unternehmen indes 120 der zuvor gut 5000 Stellen gestrichen.

Mehr als 20 Jahre lang hat Sebastian Schwanhäußer die Schreibgerätesparte selbst geführt. Die vergangenen 13 Jahre stand er zugleich der gesamten Firma vor. Im Juni gab der geschäftsführende Gesellschafter nun die operative Führung des Bereichs ab.

Er kündigte an, sich auf die Funktion als CEO zu konzentrieren. Schwanhäußer wolle sich stärker um die Weiterentwicklung des Konzerns kümmern. Doch große Visionen sind momentan wohl eher nicht gefragt. Jetzt muss der Unternehmenslenker erst einmal alles tun, um der Kosmetik wieder den früheren Glanz zu verleihen.

Mehr: Lesen Sie hier, wie ein Facebook-Post den weltweiten Hype um Pastell-Marker auslöste.

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