Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fashion Week Lockstoff – Wie sich Boss mit Hugo neu aufstellen will

Boss ist zurück auf der Berliner Fashion Week – mit der Marke Hugo. Damit will der Konzern jüngere Kunden anlocken. Doch es geht um viel mehr.
06.07.2018 - 11:32 Uhr Kommentieren

„Tutti Frutti steht in meiner Mode für Lebensfreude“

Berlin Wer auf der Fashion Week in Berlin für Aufsehen sorgen will, muss sich etwas Besonderes einfallen lassen. So lud Boss rund 800 Gäste Donnerstagnacht in das alte Motorwerk in den nordöstlichen Stadtteil Weißensee. Kreativ-Vorstand Ingo Wilts ließ Modells zu metallischen Klängen durch das lange Industriebauwerk laufen.

Vieles, was er von seiner jungen Kollektion Hugo für Frühjahr/Sommer 2019 zeigte, war aber nicht besonders alltagstauglich: zu lange, zu weit geschnittene Mäntel für die Männer, für die Frauen Oberteile mit komplett ausgeschnittenen Rückenpartien oder Rucksäcke wie überdimensionierte Schulranzen.

Mit der aufwendigen Show, auf der US-Rapper Wiz Khalifa ein Kurzkonzert gab, kehrt Hugo Boss nach seinem Abschied vor vielen Jahren wieder mit einer großen Modenschau nach Berlin zurück. Das Umdenken beim Metzinger Herrenschneider erklärt der Markenvorstand Ingo Wilts zwar auch mit „einem Bekenntnis zur Stadt Berlin, die mit ihrer kreativen, pulsierenden Szene den Spirit von Hugo verkörpert“.

Doch tatsächlich geht es für Boss um viel mehr: Der Konzern muss beweisen, dass die neue Zweimarken-Strategie funktioniert. Zwar hatte Mark Langer als neuer CEO vor zwei Jahren diese Strategie vorgestellt. Doch bis der neue Markenvorstand Wilts seine Ideen verwirklichen konnte, mussten sich Handel und Kunden gedulden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Boss steht demnach für Geschäfts- und Freizeitkleidung und Hugo vor allem für junge Mode. Hugo ist die kleinere Marke und trägt bislang nur rund 15 Prozent zum Konzernumsatz von 2,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr bei. Hugo soll künftig eine größere Rolle im Konzern spielen. „Dabei geht es uns nicht nur um die kommerzielle Bedeutung“, sagte Wilts dem Handelsblatt. „Sondern vor allem um die Vorreiterrolle, die Hugo einnimmt, beispielsweise bei der Digitalisierung.“

    So testet Boss mit seiner Marke Hugo Pilotprojekte wie den digitalen Showroom und die erste digital entwickelte Kollektion. Da liefert das Unternehmen keine wirklich gefertigten Musterteile mehr in seine Showrooms, um sie den Fachhändlern zu zeigen. Das spielt sich alles nur auf einem großen berührungsempfindlichen Bildschirm in der digitalen Welt ab.

    Die neue Markenwelt will der Konzern in zehn neuen Hugo-Stores zeigen. „Anfang Juni haben wir zum Beispiel einen neuen Store in Amsterdam eröffnet und im Juli wird Paris folgen“, kündigte Wilts an. Danach eröffnen im August weitere Läden in Dubai und in London. Bereits seit Februar gibt es eine Hugo-Boutique in Berlin.

    Vorstandschef Langer hatte angekündigt, Hugo-Kleidung 30 Prozent billiger zu verkaufen als die von Boss. Funktioniert das? „Das ist bereits umgesetzt und wird sowohl vom Handels als auch von den Endkonsumenten sehr gut angenommen“, versicherte Wilts. Mit der Hugo-Linie will der Konzern vor allem im Onlinegeschäft wachsen, weil das zur jungen Zielgruppe passt. Die wichtigsten Märkte für Hugo sind Zentraleuropa, die USA und Japan.

    Der Auftritt in Berlin kann aber auch als Signal verstanden werden, das Deutschland-Geschäft zu stärken. Die Modeshow sieht Wilts als „ein Statement in unserem wichtigen Heimatmarkt“.

    Denn dort lief es im ersten Quartal dieses Jahres schlecht. Der Umsatz sank um fünf Prozent. Der Markt ist stark von Discountern wie Primark und vertikalen Modeketten wie Zara umkämpft. Deutschland sei „ein schwieriger Markt“, räumte Langer in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen ein. Es werde noch „ein bis zwei Quartale dauern, bis unsere neue Zwei-Marken-Strategie bei den deutschen Endkonsumenten angekommen“ sei.

    Das wird Boss aber nur mit den alltagstauglichen Teilen der Kollektion gelingen.

    Startseite
    Mehr zu: Fashion Week - Lockstoff – Wie sich Boss mit Hugo neu aufstellen will
    0 Kommentare zu "Fashion Week: Lockstoff – Wie sich Boss mit Hugo neu aufstellen will"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%