Fast-Food im Wandel Die neuen Konkurrenten von Burger King

Seite 2 von 3:
Fast-Casual - die wachsende Bedrohung

Der Hype um Hygiene-Missstände in den Küchen von Burger King hat massenhaft Kunden vertrieben. Das Marktforschungsunternehmen YouGov hatte bereits kurz nach Wallraffs ersten Enthüllungen im April in einer Umfrage ermittelt, dass nur noch 15 Prozent der potenziellen Zielgruppe bereit seien zu Burger King zu gehen. Die Umsätze des Unternehmens waren daraufhin dramatisch eingebrochen.

Ein Abwärtssog, von dem auch andere in der Branche betroffen sind. Selbst Fast-Food-Primus McDonald's muss sich Gedanken machen, wie er die Kunden bei der Stange hält. Laut einer Erhebung des Restaurantberaters Technomic verliert das Burger-Imperium besonders bei jungen Kunden immer mehr an Zuspruch. Der Anteil der 19- bis 21-Jährigen, die einmal im Monat Burger im bekanntesten Schnell-Restaurant essen, ist der Marktstudie zufolge seit 2011 um 13 Prozent gesunken.

Ein Problem, das sich erheblich auf die Geschäftsbilanz von McDonald's auswirkt. Auf dem Heimatmarkt gingen die Umsätze im dritten Quartal um fünf Prozent auf etwa sieben Milliarden US-Dollar (5,59 Millionen Euro) zurück. Der Gewinn sackte auf 1,1 Milliarden Dollar (878 Millionen Euro) ab – ein Rückgang von 30 Prozent.

Spürbare Einbußen und eine satte Image-Krise: Das sind die Faktoren, die die beiden namhaftesten Burger-Unternehmen lahm legen. Deren Schwäche ist gleichzeitig eine Chance für neue Kräfte, die Branche aufzumischen. Es sind sogenannte „Fast-Casual“-Restaurants, die vor allem für Burger King zu einer wachsenden Bedrohung werden. Ketten, die für hochwertiges Fast-Food-Angebot in modernem Ambiente stehen – und damit um die Gunst von Verbrauchern buhlen.

Gourmet-Burger statt Bruzzel-Hamburger: Dieser Trend ist in den USA stark im Kommen. Und er schwappt immer mehr nach Deutschland über. Technomic schätzt den Marktanteil alternativer Fast-Food-Ketten auf dem US-Markt bereits auf fünf Prozent. Ein beachtlicher Wert im größten Burger-El-Dorado der Welt. Die Wachstumsraten der Emporkömmlinge beziffern Experten auf 16 Prozent – Tendenz: steigend.

Wie eine solche Edel-Burgerkette funktioniert, zeigen die Beispiele The Counter und Five Guys. Bei The Counter können Kunden ihre Burger-Menüs selbst kreieren. Wer mag, mit erlesenem Bison-Fleisch und Grünkohl-Gemüse. Five Guys bietet lediglich Burger und Pommes an. Eine ausgedünnte Speisekarte, dafür setzt das Unternehmen auf Qualität und Transparenz. Tiefkühlprodukte gibt es nicht. Laut Magazin „Forbes“ zählt Five Guys mit seinem Angebot zu den am schnellsten wachsenden Restaurant-Ketten der USA.

Burger-Revolution in deutschen Großstädten

Doch auch in Deutschland gewinnt „Fast-Casual“ zunehmend an Bedeutung. In Metropolen wie Berlin, Hamburg oder Düsseldorf bieten lokale Ketten wie die Hamburgerei, Holy Burger oder Richie ‘n Rose bereits Burger in extravagantem Stil. Und Hans im Glück, mit bundesweit 26 Filialen die vielleicht prominenteste Alternative zu Burger King und McDonald‘s, will die Zahl seiner Standorte bis Ende 2015 verdoppeln.

Ein Plan, der als Kampfansage an die Marktführer gewertet werden darf. Man kann sagen: In deutschen Großstädten entsteht gerade eine Art Burger-Revolution.

Die Abkehr vom reinen Preisgedanken
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Fast-Food im Wandel - Die neuen Konkurrenten von Burger King

1 Kommentar zu "Fast-Food im Wandel: Die neuen Konkurrenten von Burger King "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • In einem Kilometer Luftlinie von mir entfernt ist ein McDonalds. Dadurch, daß der direkt neben der Autobahn ist, ist die McDrive-Zeile fast immer voll. Aber sonst? Katastrophe. Ich war einmal drin - das Ambiente ist gefängnismäßig (mit Maschendrahtzaun als Abtrenner), das Licht ist kalt, das Publikum unterschichtig und fett. Da geh ich nie mehr rein. Was für ein Unterschied nachmittags beim Bäcker.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%