Fast Food in Myanmar Kentucky Fried Chicken statt Curry

Nach jahrzehntelanger Abschottung feiert Myanmar einen Meilenstein: Die erste westliche Fast-Food-Filiale eröffnet in Rangun. Damit erschließen die US-Schnellrestaurants einen der letzten weißen Flecken im fernen Osten.
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Die Hühnchenkette aus den USA eröffnet in Rangun demnächst seine erste Filiale. Quelle: dpa
KFC vor der Eröffnung

Die Hühnchenkette aus den USA eröffnet in Rangun demnächst seine erste Filiale.

(Foto: dpa)

MandalayEine Autobahnraststätte in Myanmar ist für Besucher aus Europa bereits eine Sehenswürdigkeit für sich: An der neuen Schnellstraße zwischen Mandalay und der historischen Tempelstadt Bagan trägt eine junge Frau auf dem Kopf einen Korb mit frischen Früchten. Nebenan bekommt ein Mönch ein Currygericht samt Beilagen in zehn kleinen Schalen serviert. Eine Touristengruppe, die mit ihrem Reisebus Halt macht, will Cola kaufen – die gibt es in dem kleinen Kiosk aber nicht. Auch auf Schnellrestaurants wie McDonald's oder Burger King müssen sie verzichten: Bislang ist das 52 Millionen Einwohner große Land für die westliche Systemgastronomie ein weißer Fleck.

Das soll sich am Dienstag ändern: In der Metropole Rangun eröffnet der US-amerikanische Restaurantkonzern Yum Brands dann eine Filiale der Frittierte-Hähnchen-Franchisefirma KFC. Erstmals kommt so eine westliche Fast-Food-Kette in die ehemalige Militärdiktatur, die jahrzehntelang international weitgehend isoliert war. Die amerikanische Fast-Food-Industrie dehnt sich damit in Asien weiter aus. Nur in dem kleinen Königreich Bhutan, in Laos und in Nordkorea ist die Branche nicht vertreten.

In Rangun nehmen die Einwohner die Ankunft der US-Firma mit wohlwollender Neugier auf. Auf Twitter und Facebook veröffentlichen sie Fotos von den letzten Aufbauarbeiten. „Viele, die KFC bereits aus dem Ausland kennen, erwarten sehnsüchtig die Eröffnung“, sagt die deutsche Marktforscherin Marita Schimpl, die in Rangun für das Institut Myanmar Survey Research arbeitet. Sie glaubt zwar, dass sich der Großteil eine Mahlzeit bei der US-Kette nicht leisten wird können – Myanmar ist mit einem Pro-Kopfeinkommen von knapp 1000 Euro im Jahr eines der ärmsten Länder des Kontinents. „Die Filialen in Rangun werden dennoch erfolgreich sein“, ist sich Schimpl sicher.

Denn die vergleichsweise wohlhabende Mittel- und Oberschicht wächst: Seit dem im Jahr 2011 von der Militärregierung eingeleiteten Demokratisierungsprozess strömen Mitarbeiter ausländischer Organisationen und internationale Investoren ins Land. Das Ende westlicher Sanktionen lässt die Wirtschaft aktuell um mehr als acht Prozent im Jahr wachsen – eine der höchsten Raten weltweit.

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