Fehlender Umschlag JadeWeserPort wird zum Problemhafen

Terminalbetreiber Eurogate kann den Umsatz erneut steigern. Doch der JadeWeserPort in Wilhelmshaven bleibt das Sorgenkind des Unternehmens. Der Umschlag bleibt hinter den Erwartungen zurück.
1 Kommentar
Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven kann auch die schweren Ozeanriesen abfertigen. Quelle: dpa

Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven kann auch die schweren Ozeanriesen abfertigen.

(Foto: dpa)

BremenFehlender Verkehr im Tiefwasserhafen JadeWeserPort hat das Geschäft des Bremer Terminalbetreibers Eurogate im vergangenen Jahr belastet. Der Umsatz des Unternehmens wuchs mit 0,5 Prozent nur leicht auf 657,2 Millionen Euro, der operative Gewinn (EBITDA) legte um 1,7 Prozent zu. Einmaleffekte aus Unternehmensverkäufen sorgten zwar unter dem Strich für ein Plus von 13,3 Prozent beim Jahresüberschuss, für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen aber deshalb mit einem leicht rückläufigen Ergebnis. Den Umschlag steigerte die Gruppe 2013 um 7,3 Prozent auf den Rekordwert von 14,2 Millionen Standardcontainern.

Sorgenkind des Unternehmens ist weiter das 2012 eröffnete Containerterminal in Wilhelmshaven. Dort blieb der Umschlag 2013 mit gut 76 000 Standardcontainern (TEU) weit hinter den Erwartungen zurück. Ab der zweiten Jahreshälfte erwartet der Vorsitzende der Gruppengeschäftsführung, Emanuel Schiffer, aber weitere Linien mit Riesen-Containerschiffen im JadeWeserPort - und damit deutlich steigenden Umschlag.

Ein Teil der knapp 400 Mitarbeiter an dem Standort soll vorübergehend auch in Bremerhaven und Hamburg eingesetzt werden. Nach einem Jahr Kurzarbeit einigten sich Unternehmen und Mitarbeiter auf einen Beschäftigungssicherungsvertrag. Bis Ende März 2015 gibt es in Wilhelmshaven keine betriebsbedingten Kündigungen, dafür verzichten die Mitarbeiter auf 15 Prozent ihres Gehalts.

In Bremerhaven ging der Umschlag 2013 um 4,7 Prozent auf rund 5,8 Millionen TEU zurück, in Hamburg stieg er um 7,9 Prozent auf gut 1,95 Millionen TEU. In Deutschland insgesamt betrug das Minus bei Eurogate 1,2 Prozent. „Ich glaube, dass Deutschland in diesem Jahr auch wieder wachsen wird“, sagte Schiffer. Erfolgreich entwickelten sich die Terminals in Italien mit einem Plus von 11,2 Prozent auf knapp 5,06 Millionen Standardboxen. Als „Star des Jahres“ bezeichnete Schiffer das Terminal in Marokko. Der Umschlag dort stieg um 84,4 Prozent auf mehr als eine Million TEU.

Im ersten Quartal 2014 legte der Containerumschlag in Hamburg um knapp ein Drittel zu, in Wilhelmshaven wuchs der Wert um 174,3 Prozent zu - allerdings auf niedrigem Niveau. Bremerhaven verzeichnete einen leichten Rückgang um 0,6 Prozent. Gründe für die Unterschiedliche Entwicklung in Hamburg und Bremerhaven seien Veränderungen bei den Linienverkehren. Bremerhaven hatte nach 2008 allerdings auch schneller als andere Terminals das Vorkrisenniveau wieder erreicht.

Die Zahl der Beschäftigten im internationalen Eurogate-Netzwerk stieg 2013 um 126 auf 7781, davon 4464 in Deutschland.

Das sind Europas größte Frachthäfen
Container im Hamburger Hafen
1 von 11

Europa verfügt über eines der dichtesten Hafennetze auf der ganzen Welt. Für die Verkehrswirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes sind sie von wesentlicher Bedeutung. Eurostat, das Statistikamt der Europäischen Union, hat die Frachthäfen in der EU unter die Lupe genommen und die größten unter ihnen ermittelt. Die Maßeinheit: Das Gewicht der umgeschlagenen Waren in (Millionen) Tonnen. In welchen Häfen die meisten Güter umgeschlagen werden.

10
2 von 11

Platz 10: Valencia

In Valencia findet sich der größte Containerhafen Spaniens, einer der wichtigsten im Mittelmeerraum und Nummer 10 im EU-Ranking. Hier wurden 2012 laut Eurostat 54,2 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Zusammen mit den griechischen verzeichnen die spanischen Frachthäfen den größten Anstieg in absoluten Werten beim Güterumschlag. Beide Länder haben 18 Millionen Tonnen mehr verschifft als im Vorjahr. Entgegen diesem Trend kann der Port Valencia allerdings kein Wachstum vorweisen.

Niedersächsische Seehäfen
3 von 11

Platz 9: Bremerhaven

Bremerhaven liegt an neunter Stelle, hier wurden demnach 2012 etwa 58,2 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Allerdings konnte der Hafen ein Plus von 4,3 Prozent verbuchen. Das Container-Terminal Bremerhaven besitzt eine durchgehende Anlegestelle von rund fünf Kilometer Länge, 14 Liegeplätze und drei Quadratkilometer Stellfläche.

8
4 von 11

Platz 8: Le Havre

Der Port du Havre in der Stadt Le Havre am Ärmelkanal ist der zweitgrößte Hafen Frankreichs. 1517 unter König Franz I. errichtet, gehört er zu den ältesten Seehäfen des Landes. Da Le Havre als „Tor zwischen Nordsee und Atlantik“ günstig auf der Route für den interkontinentalen Handel liegt, werden in dem Hafen entsprechend viele Güter umgeschlagen. 59,2 Millionen Tonnen waren es 2012.

-
5 von 11

Platz 7: Immingham

Mit seiner Lage am Ästuar des Humbers an der Ostküste Englands nimmt Immingham eine führende Rolle im Frachtverkehr mit Kontinentaleuropa und darüber hinaus ein. Mit einem Güterumschlag von 60,1 Millionen Tonnen und einer Wachstumsrate von fünf Prozent landet der Hafen der englischen Kleinstadt an der Nordsee auf Platz 7 im Ranking. Bei seiner Eröffnung hatte der Port eine Ausdehnung von vier Quadratkilometern inklusive 180.000 Quadratmetern Wasserfläche.

6
6 von 11

Platz 6: Amsterdam

Der zweitgrößte Hafen in den Niederlanden landet mit 71,2 Millionen verschifften Tonnen auf dem sechsten Platz – ein Zuwachs von rund sechs Prozent innerhalb eines Jahres. Der Port in der niederländischen Hauptstadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Die Stadt Amsterdam und ihr Hafen sind seit dem 13. Jahrhundert eng miteinander verknüpft.

5
7 von 11

Platz 5: Algeciras

Der moderne Hafen von Algeciras ist einer der am häufigsten frequentierten der Welt. Der Großteil des Schiffsverkehrs wird mit Afrika abgewickelt. Mit dem Hafen Tanger-Med in Marokko besteht ein dauerhafter Fährverkehr, ebenso mit der spanischen Enklave Ceuta. Insgesamt kommt der Port auf einen Güterumschlag von 74,6 Millionen Tonnen bei einer Wachstumsrate von 8,5 Prozent.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Fehlender Umschlag - JadeWeserPort wird zum Problemhafen

1 Kommentar zu "Fehlender Umschlag: JadeWeserPort wird zum Problemhafen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Warum sind die Manager nicht in der Lage die Wende herbei zu führen? Wollen Sie mehr Boni??

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%