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Ferienflieger Condor-Chef kündigt nach Übernahme durch LOT neues Wachstum an

Auch wenn die Airline noch einige Hürden nehmen muss, bevor die polnische LOT sie übernehmen kann: Das Management plant schon fleißig für die Zukunft.
21.02.2020 - 10:00 Uhr Kommentieren
Ich bin davon überzeugt, dass die Condor deutlich besser aus dem Schutzschirmverfahren herauskommen wird, als sie dort hineingekommen ist.“ Quelle: Reuters
Condor-Chef Ralf Teckentrup (rechts)

Ich bin davon überzeugt, dass die Condor deutlich besser aus dem Schutzschirmverfahren herauskommen wird, als sie dort hineingekommen ist.“

(Foto: Reuters)

Frankfurt Ralf Teckentrup ist die Erleichterung deutlich anzumerken. Zwar hat der Chef der in Schwierigkeiten geratenen Ferienfluggesellschaft Condor nach wie vor alle Hände voll zu tun, um die Lage bei der Airline zu sortieren. Doch seit klar ist, dass Condor durch die polnische PGL, die Muttergesellschaft der polnischen Fluggesellschaft LOT, übernommen wird, fällt das wesentlich leichter.

„Ich habe schon recht früh gesagt: Ich bin davon überzeugt, dass die Condor deutlich besser aus dem Schutzschirmverfahren herauskommen wird, als sie dort hineingekommen ist“, sagte Teckentrup am Donnerstagabend vor Journalisten: „Und nach allem, was ich bisher weiß, wird das auch so der Fall sein.“

Mittlerweile seien wichtige Meilensteine erreicht worden. Das Gericht habe den 75-seitigen Schutzschirmplan akzeptiert. Das Bundeskartellamt winkte die Übernahme am Donnerstag durch. Nun stehen noch die Entscheidungen der Kartellhüter in Zypern, Türkei und Spanien aus. Teckentrup erwartet jedoch auch hier keine Probleme.

Ende März sei dann der Abschluss des Schutzschirmverfahrens zu erwarten, dann werde PGL auch das Geld für den Kauf der Airline überweisen. „Erst dann können wir auch mit der PGL in eine konkrete Planung für die Zukunft einsteigen wie etwa die Frage der Flotte", so der Condor-Chef. Vorher sei das durch das Wettbewerbsrecht nicht erlaubt.

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    Condor war durch die Insolvenz der bisherigen Mutter Thomas Cook in eine schwierige Situation geraten. Die Airline war daraufhin unter den sogenannten Schutzschirm geschlüpft, um sich vorübergehend vor den Forderungen der Gläubiger zu schützen.

    Außerdem hat die Airline vom Bund sowie dem Land Hessen einen Bürgschaftskredit über 380 Millionen Euro erhalten. Dadurch konnte das Unternehmen den Flugbetrieb fortsetzen und einen Investor suchen. LOT hatte die Übernahme von Condor am 24. Januar angekündigt – zur Überraschung vieler in der Branche. Der Käufer will auch den Bürgschaftskredit komplett tilgen.

    Lufthansa behält sich rechtliche Schritte vor

    Hinter dem Deal steht maßgeblich die rechtsnationale Regierung. Sie möchte, dass das Land im Luftverkehr künftig eine führende Rolle spielt. Dazu soll der Flughafen in Warschau zu einem Drehkreuz ausgebaut werden. Auch LOT – die Airline befindet sich über die Mutter PGL komplett in Staatsbesitz – wird kräftig unterstützt.

    So spielen bei der Finanzierung der Condor-Übernahme die polnischen Finanzinstitute Pekao, PKO und PZU eine maßgebliche Rolle. Am Versicherungsunternehmen PZU hält der Staat zum Beispiel 34 Prozent der Anteile. Das weckt den Argwohn der Konkurrenz. Lufthansa etwa schaut sich derzeit an, ob die Übernahme den regulatorischen Vorgaben entspricht und behält sich rechtliche Schritte gegen den Deal vor.

    Bei Condor gibt man sich gleichwohl entspannt. Teckentrup und auch Lucas Flöther, Sachwalter während des Schutzschirmverfahrens, erwarten nicht, dass die Übernahme durch PGL noch ernsthaft gefährdet ist. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass der Pensionssicherungsverein (PSV) versuchen wird, mehr „Masse“ aus dem Verfahren herauszuholen. Der PSV steht für die Pensionen gerade, wenn ein Unternehmen Insolvenz anmeldet.

    Das Schutzschirmverfahren, unter das Condor geschlüpft ist, ist eine Sonderform der Insolvenz. Folglich konnte die Airline die Pensionslasten – in Branchenkreisen wird eine Summe von fast 500 Millionen Euro genannt – auf den PSV übertragen.

    Doch anders als etwa bei der Abwicklung in einem normalen Insolvenzverfahren hat Condor durch die Übernahme durch LOT nun wieder eine Perspektive. Wohl auch deshalb fordert der PSV jetzt eine Übernahme eines Teils der Pensionslasten durch die Polen. Offiziell äußert sich der PSV nicht und verweist auf seine Verschwiegenheitspflicht als Gläubiger der Condor.

    Planung für Sommer und kommenden Winter läuft

    Laut Flöther sind die Gläubiger in sieben Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe muss über den Schutzschirmplan und damit die Quote abstimmen, die die Gläubiger bekommen. Dabei zähle die einfache Mehrheit der Stimmen. Sobald also vier der sieben Gruppen zustimmen, gilt die Quote als akzeptiert.

    Im Grunde gebe es auch keine wirkliche Alternative bei der Abstimmung, so Teckentrup. Wer gegen die Quote stimme, der stimme am Ende dafür, überhaupt nichts aus der Masse zu bekommen. Zwar steht Gläubigern, die sich benachteiligt fühlen, auch nach der Abstimmung noch der Rechtsweg offen, um die Forderungen durchzusetzen.

    Doch dabei muss unter anderem nachgewiesen werden, dass sich der Gläubiger mit der angebotenen Quote schlechter stellt als mit der Alternative, gar nichts zu bekommen.

    Das Team um Teckentrup jedenfalls schaut zuversichtlich in die Zukunft und plant fleißig für den Sommer und den nächsten Winter. Das Geschäft laufe gut. „Wir sind nach wie vor in der Lage, alles das, was durch Thomas Cook weggefallen ist, durch Einzelplatzverkauf oder andere Veranstalter zu ersetzen“, sagte Teckentrup.

    Auch beim Ergebnis sei man sehr zufrieden. Im Sommer 2021 könne man sich sogar vorstellen, mehr als den bisher geplanten einen Jet in Berlin zu stationieren. „Wir werden wachsen. Eine zweistellige Wachstumszahl werden im kommenden Winter sicher hinbekommen“, so Teckentrup.

    Mehr: Luftfahrt befürchtet schlimmere Folgen durch das Coronavirus als durch Sars

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