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Ferienflieger Condor-Übernahme wackelt – Staat könnte als Eigentümer einspringen

Das Coronavirus gefährdet die Übernahme Condors durch die polnische PGL, die nun selbst Unterstützung braucht. Vorübergehend könnte der deutsche Staat aushelfen.
01.04.2020 - 14:53 Uhr 2 Kommentare
Die Ferien-Airline muss um die geplante Übernahme durch die polnische PGL bangen. Quelle: AP
Ein Condor-Jet am Frankfurter Flughafen

Die Ferien-Airline muss um die geplante Übernahme durch die polnische PGL bangen.

(Foto: AP)

Frankfurt Ralf Teckentrup kommt aus dem Managen des Chaos seit Monaten nicht heraus. Erst geht die Mutter Thomas Cook pleite, und der Chef der Ferien-Airline Condor muss zusammen mit Sachwalter Lucas Flöther einen neuen Eigner suchen. Kaum ist der mit der polnischen PGL, der Muttergesellschaft der Airline LOT, gefunden, da kommt das Coronavirus und wirbelt alles wieder durcheinander.

Wie aus Branchenkreisen zu hören ist, gilt es nicht mehr als sicher, dass der PGL-Deal wie geplant in Kürze vollzogen werden wird. Bei den Beteiligten will man sich nicht zu den Informationen äußern. Doch schon seit Wochen wird über die Zukunft von Condor spekuliert.

Die Quellenlage ist sehr schwierig, teilweise gibt es sich widersprechende Informationen. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte vor einigen Tagen berichtet, die Transaktion sei mehr oder weniger gescheitert. Noch wird aber wohl mit PGL gesprochen, ist aus Branchenkreisen zu hören.

Allerdings musste LOT wegen des Coronavirus den gesamten Betrieb einstellen und wird selbst Hilfe brauchen. In so einer Phase, von der keiner weiß, wie lange diese dauern wird, eine millionenschwere Übernahme zu finanzieren, gestaltet sich schwierig.

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    Zwar steht hinter der Transaktion der polnische Staat, unterstützt von staatlichen Banken. Die Übernahme ist ein Prestigeprojekt der rechtsnationalen Regierung, die sich derzeit zudem im Wahlkampf befindet. Dennoch muss auch in Polen das Geld zusammengehalten werden. Groß nachverhandelt werden kann wiederum nicht.

    Bund als Interims-Eigner?

    Denn ein großer Teil der bisher nicht genannten Kaufsumme ist für die Rückzahlung des Bürgschaftskredits in Höhe von 380 Millionen Euro eingeplant, den Bund und Land Hessen Condor eingeräumt hatten und der bei einer Übernahme fällig wird. „Seit Wochen wird hart verhandelt, wie man die Übernahme unter den neuen Umständen doch hinbekommt“, ist aus dem Verhandlungsumfeld zu hören. Aber die Situation sei hochkomplex.

    Um Druck aus der vertrackten Situation zu nehmen, wird nun wohl ein anderes Szenario geprüft. Der Staat könnte neben der Vergabe eines neuen Notkredits vorübergehend als Eigentümer bei Condor einsteigen. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet über entsprechende Überlegungen.

    Eine Bestätigung dafür gibt es bisher nicht. „Das Wirtschaftsministerium ist eng eingebunden“, heißt es aber in verhandlungsnahen Kreisen.

    Wenn die Coronakrise weitgehend bewältigt sei, könne man das Thema Übernahme erneut angehen. Ob dann ein komplett neuer Verkaufsprozess gestartet wird, ist wohl noch nicht klar. „Man sollte die PGL-Variante nicht zu schnell abschreiben. Das Interesse in Polen ist nach wie vor vorhanden“, sagt ein Insider.

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    2 Kommentare zu "Ferienflieger: Condor-Übernahme wackelt – Staat könnte als Eigentümer einspringen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die LOT aus Polen soll ja schon Nachzahlungen verlangt haben. Ferner gilt Polens Rechtsaussen-Regierung nicht gerade als im westlichen Sinne verlässlicher Partner, und ich meine hier nicht die absurden, aber populistischen Forderungen nach Kriegs-Reparationen. (welche dem guten, gewachsenen deutsch-polnischen Verhältnis immensen Schaden zugefügt haben). Insofern wäre aus deutscher Sicht eine Staatsbeteiligung tatsächlich gut. Da stimme ich Herrn Gröschel zu. Denn: wenn die Zukunft in D. so aussähe, dass das Flugangebot immer mehr von, meiner Ansicht nach, höchst unseriösen Fürsten des schnellen Geldes, O Leary .. Ryan-Air & Co. bedient würde: gute Nacht Qualität & gute Nacht würdige und auskönnliche Arbeitsbedingungen der Crews & des BP's

    • Der Staat als Interimseigner- das ist eine sehr gute Idee. Nicht lange reden bis es zu spät ist. Macht es einfach. Condor ist es wert.

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