Ferienflieger Thomas Cook Airlines fordert Brexit-Übergangsfrist

Die britische Fluggesellschaft will nach dem Brexit eine Übergangsfrist – andernfalls drohe der Verlust sämtlicher Flugrechte innerhalb der EU.
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Brexit: Thomas Cook Airline fordert Übergangsfrist Quelle: Reuters
Thomas Cook Airlines

Die britische Fluggesellschaft fordert schnellstmöglich Klarheit.

(Foto: Reuters)

BerlinDer britische Ferienflieger Thomas Cook Airlines fordert ein Jahr vor dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union eine Übergangsfrist. „Wir haben ein sehr großes Interesse, dass schnell Klarheit herrscht, denn wir gehen aktuell bereits mit dem Sommerflugplan 2019 in den Verkauf“, sagte der Chef der Flugzeugflotte des Reisekonzerns, Christoph Debus, in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit Reuters. „Eine Übergangsvereinbarung für weitere zwei Jahre, die den Status Quo festschreibt und genug Zeit lässt, etwa die Verkehrsrechte oder die Eigentumsregeln neu festzulegen, wäre wichtig“, forderte er am Rande der Tourismusmesse ITB in Berlin.

Mit dem Ausscheiden des Landes aus der EU droht britischen Fluggesellschaften der Verlust sämtlicher Flugrechte innerhalb der Staatengemeinschaft, falls es keinen Ersatz für das entsprechende EU-Regelwerk gibt. Auch den Flugverkehr zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten regeln bisher EU-Abkommen. Neben den Verkehrsrechten sind auch die Eigentumsregeln ein wichtiger Punkt für die Branche: Fluggesellschaften müssen mindestens zu 50 Prozent plus einer Aktie von heimischen Eigentümern, je nach ihrem Stammsitz, beherrscht werden. Davon sind sämtliche Airlines betroffen, die ihren Sitz in Großbritannien haben, ebenso Tochtergesellschaften in einem anderen EU-Land.

Die offene Frage, ob es zu einer Übergangsvereinbarung kommt oder nicht, sorge für schädliche Unsicherheit, erklärte Debus. „Die Zeit drängt. Der Brexit ist schon in gerade mal zwölf Monaten im März 2019, und wir sind schon im Verkauf für Sommer 2019“, sagte er. Anders als Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet er jedoch nicht damit, dass es nicht zu einem Kompromiss kommt und im April 2019 der Flugverkehr zwischen der Insel und dem Festland zusammenbricht. „Nach vielen persönlichen Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern in Brüssel und in UK glaube ich, dass es eine Lösung geben wird“, ergänzte er. Es hingen auch zu viele Arbeitsplätze von Luftverkehr und Tourismus ab, als dass hier eine Unterbrechung riskiert werde. Die EU hatte den Vorschlag der britischen Premierministerin Theresa May, assoziiertes Mitglied unter anderem der Europäischen Behörde für Luftverkehrssicherheit (EASA) zu bleiben, als „Rosinenpicken“ abgelehnt.

Für das laufende Jahr hat sich der Ferienflieger, zu dem auch die deutsche Condor gehört, mit einer Flotte von 120 bis 125 Flugzeugen deutlich mehr als zehn Prozent Wachstum der Sitzplatzkapazitäten vorgenommen. Dazu soll auch eine Partnerschaft mit Laudamotion, der Gesellschaft des Ex-Rennfahrers Niki Lauda, beitragen, der die insolvente und von ihm gegründete Air-Berlin-Tochter Niki gekauft hatte. Laudamotion und Thomas Cook kooperieren im Vertrieb. So wird Thomas Cook fünf Flugzeuge von Laudamotion einsetzen - mindestens. „Es kann sein, dass in den nächsten Tagen oder Wochen noch ein paar mehr Strecken und Flieger, die wir vermarkten, dazukommen“, sagte Debus. „Das hilft, um für die TC Group Airline und Condor unsere Wachstumsziele zu erreichen.“ Auch die rasant wachsende Lufthansa-Billigtochter Eurowings verhandelt derzeit mit Laudamotion über einen zeitlich begrenzte Nutzung von Niki-Flugzeugen.

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  • Der Appell geht an die falsche Adresse. Als britisches Unternehmen wäre Druck auf die Verantwortlichen jenseits des Ärmelkanals die bessere Variante. Von dort wurde die Mitgliedschaft aufgekündigt. Der Luftverkehr in Europa wird notfalls vorübergehend auch ohne Flüge auf die Insel zurechtkommen. In die andere Richtung wird es durchaus problematischer

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