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Ferienflieger vor Ende des Insolvenzverfahrens Condor glaubt an Rückkehr der Nachfrage im Sommer: Neuer Eigner frühestens 2022

Trotz Schutzschirmverfahrens und mauer Fluggastzahlen hält der Chef Condor für ein „sehr gesundes Unternehmen“. Das Interesse an Pauschalreisen sei ungebrochen.
27.11.2020 - 10:23 Uhr Kommentieren
Der Ferienflieger will nach seiner Sanierung im kommenden Sommer wieder ein breites Flug-Programm anbieten. Quelle: dpa
Condor

Der Ferienflieger will nach seiner Sanierung im kommenden Sommer wieder ein breites Flug-Programm anbieten.

(Foto: dpa)

Berlin/Frankfurt Der Ferienflieger Condor rechnet frühestens 2022 mit einem neuen Eigentümer. „Ich sehe nicht, dass wir in den nächsten zwölf Monaten einen Investorenprozess haben werden“, sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup am Donnerstagabend zu Journalisten. „Es ist derzeit keine gute Zeit, eine Airline zu verkaufen.“ Dazu müssten erst einmal die Condor und der gesamte Markt wieder in Schwung kommen. „Ein Investorenprozess wird frühestens in eineinhalb oder zwei Jahren stattfinden.“

Die KfW hat Condor mit einem 550-Millionen-Euro-Kredit durch die Corona-Krise geholfen. Die Branche erwartet, dass letztlich die staatliche Bankengruppe ein Bieterverfahren anschiebt. Ein bereits vertraglich geregelter Verkauf von Condor an die polnische Airline LOT scheiterte wegen der Virus-Pandemie.

Condor schließt Ende November das durch die Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook verursachte Insolvenzverfahren (Schutzschirmverfahren) endgültig ab. „Wir sind ein sehr gesundes Unternehmen“, sagte Teckentrup. Derzeit spürt Condor aber wie viele andere Airlines auch die schwache Nachfrage und fliegt - in der ohnehin mauen Herbst- und Winterzeit - nur mit einer Kapazität von rund zehn bis 15 Prozent des Üblichen.

Ein Großteil des Personals ist nach wie vor in Kurzarbeit. Einige Fernflüge nach Kuba, auf die Malediven und in die Dominikanische Republik finden statt. Die Nachfrage auf die Kanaren sei derzeit gering, hieß es.

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    Condor setzt aber auf ein deutlich besseres Geschäft im kommenden Jahr. Die Aussicht auf einen Corona-Impfstoff und Schnelltests sorgen für Zuversicht. „Die Nachfrage im Sommer 2021 dürfte eher bei 60, 70 oder sogar 75 Prozent liegen“, betonte der Condor-Chef. „Damit hat man noch nicht alle Probleme erledigt. Aber das könnte uns ein auskömmliches Wirtschaften ermöglichen.“

    Frachtflüge als kleiner Ausgleich

    Die Pandemie sorge für Unsicherheit und Zurückhaltung bei den Kunden. „Im Moment ist es ein extrem kurzfristiges Buchen.“ Dies dürfte noch bis weit ins nächste Jahr so bleiben. Für den Sommer sei man in guten Gesprächen mit Reiseveranstaltern. „Pauschalreisen sind für Deutsche immer noch ein sehr beliebtes Produkt“, sagte der 63-jährige Luftfahrtmanager.

    Condor setzt momentan auch auf das anziehende Cargo-Geschäft. „Wir haben derzeit vier Frachtflugzeuge im Einsatz – Tendenz steigend“, sagte Teckentrup. „Wir werden aber sicher nicht zum Frachtflieger mutieren, sondern ein Ferienflieger bleiben.“ Dabei prüft die Airline, ob sie sich an der Beförderung eines Corona-Impfstoffs beteiligt. Das Vakzin von Biontech etwa müsste bei minus 70 Grad transportiert werden.

    Mit dem Auslaufen des Schutzschirmverfahrens will die Airline mit ihren rund 4200 Beschäftigten durchstarten. „Wir hoffen, dass wir auch nach dem Ende der Kurzarbeit ohne irgendeine Form von Personalabbau auskommen können“, sagte Teckentrup. Bis zunächst Ende Dezember 2021 werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der gebürtige Westfale und langjährige Lufthansa-Manager sieht Condor gut für den Wettbewerb gewappnet. „Wir haben eine Stückkostensenkung von zehn Prozent geschafft.“ Dies sei deutlich mehr als in der Branche sonst üblich.

    Mehr: Der Chef des Forschungsinstituts Prognos spricht über den langsamen Aufschwung nach der Krise – und darüber, wie sich Reisegewohnheiten dauerhaft verändern werden.

    • dpa
    • rtr
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