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Fernbusanbieter Russland-Pläne von Flixbus geraten ins Stocken

Der Einstieg von Flixbus in Russland zieht sich in die Länge. Das Unternehmen hat die Mitarbeitersuche eingestellt und den Generaldirektor ausgetauscht.
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Flixbus: Die Russland-Pläne geraten ins Stocken Quelle: dpa
Flixbus

Berichten zufolge verläuft die Suche nach Partnern in Russland weitaus zäher als erwartet.

(Foto: dpa)

Moskau Die Abfahrt nach Russland ist gesperrt. Zumindest derzeit führt für Flixbus noch kein Weg in den nach Fläche größten Staat der Welt. Dabei hatte das Münchner Unternehmen dem Handelsblatt im Februar noch bestätigt, die Expansion nach Russland mit Hauptdrehkreuz in Moskau zu planen.

Zwar sprach ein Konzernsprecher schon damals nicht von einen unmittelbar bevorstehenden Einstieg, sondern von einer „einer frühen Geschäftsaufbauphase“. Doch Branchenbeobachter gingen von maximal einigen Monaten bis zur offiziellen Ankündigung aus.

Immerhin suchte Flixbus bereits eifrig nach Mitarbeitern in Russland. Doch nun wurde die Suche zumindest auf der eigenen Webseite eingestellt. An der Unternehmensspitze in Russland wurde zudem Ende Juni Generaldirektorin Julia Blinowa durch Hans-Helmut Küpper ersetzt. Ein klares Indiz dafür, dass es bei der Expansion stockt.

Berichten zufolge verläuft die Suche nach Partnern weitaus zäher als erwartet. Damit droht das von Flixbus bevorzugte Geschäftsmodell in Russland zu scheitern. Gewöhnlich suchen sich die drei Münchener Unternehmensgründer Jochen Engert, Daniel Krauss und Andre Schwämmlein auf dem avisierten Markt eine arrivierte Busfirma, die über die notwendigen Transportkapazitäten verfügt.

Selbst stellt Flixbus die Buchungsplattform, Marketing und Streckenplanung als Service zur Verfügung. Als Gegenleistung erhalten die Münchener einen bestimmten Anteil von den Einnahmen.

In Russland zielte Flixbus nach Angaben russischer Transportunternehmen auf 30 bis 50 Prozent. Das ist eine für Landesverhältnisse hohe Kommission, gewöhnlich zahlen Busunternehmen ihren Agenten hier zehn bis 20 Prozent. Das Interesse potenzieller Partner war daher äußerst gering, zumal der Markt für Fernbusfahrten heiß umkämpft und stark fragmentiert ist.

Bürokratische Hürden

Offiziell gibt es 1372 Busunternehmen, inoffiziell sind es wohl noch einige mehr. Viele Unternehmen arbeiten daher am Rande der Rentabilität. Die Teilung der Einnahmen wirkte daher auf viele Firmen abschreckend, auch wenn das Flixbus-Modell in anderen Ländern seinen Erfolg schon unter Beweis gestellt hat.

Immerhin ist Flixbus inzwischen in etwa 30 Ländern unterwegs. Zuletzt hatten die Münchner – nach zweijähriger Pause – den Wiedereinstieg in die Ukraine gewagt. Auch dort ist der Markt fragmentiert.

Doch in Russland kommen nach Angaben von Branchenkennern noch zwei Probleme hinzu: Das seien bürokratische Barrieren und die Monopolstellung der Busbahnhöfe, die „die Rentabilität des Geschäfts an sich gezogen“ hätten und nicht am Aufkommen eines starken Akteurs interessiert seien, erklärte Michail Tomschinski, Generaldirektor des russischen Busticket-Buchungsservices „Atlas“ gegenüber der Tageszeitung „Kommersant“.

Aufgegeben hat man bei Flixbus-Pläne deshalb noch nicht. Doch derzeit wird wohl an einer Modifizierung gearbeitet. So erwägt Flixbus nach Medienangaben, in Russland selbst die nötige Infrastruktur aufzubauen. Dies wird allerdings dann deutlich teurer und dürfte auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Schätzungen zufolge könnte sich der Markteinstieg damit um ein bis zwei Jahre verzögern.

Mehr: Seit dieser Woche gibt es einen neuen Anbieter auf dem Fernbusmarkt. Sein Konzept unterscheidet sich in mehreren Punkten von dem des übermächtigen Konkurrenten aus München.

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