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Fernverkehr Bahn dementiert Bericht über Abbau von Fahrkartenautomaten

Einem Medienbericht plant die Bahn den Abbau von stationären Fahrkartenautomaten – eine Falschmeldung. Der Staatskonzern weist den Bericht entschieden zurück.
Update: 24.12.2018 - 10:29 Uhr Kommentieren
Zugfahren ohne klassisches Ticket: Die Bahn plant, das digitale Ticketing einzuführen. Quelle: dpa
Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn

Zugfahren ohne klassisches Ticket: Die Bahn plant, das digitale Ticketing einzuführen.

(Foto: dpa)

Berlin/New YorkDie Deutsche Bahn hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, nach dem sie bis 2023 den Verkauf von Fahrkarten für den Fernverkehr an eigenen Automaten komplett aufgeben will, um Kosten zu sparen. „Es gibt weder Beschlüsse noch konkrete Planungen bei der DB, den Verkauf von Fernverkehrstickets an Automaten bis 2023 aufzugeben“, teilte das Staatsunternehmen am Montag mit.

Auch künftig werde der Fahrkartenkauf über Automaten und Reisezentren möglich sein. Zwar zeigten Prognosen, dass der Anteil der Automatenkäufe für Fernverkehrsfahrkarten in den nächsten fünf Jahren weiter auf einen niedrigen einstelligen Wert zurückgehen werde. „Klarer Anspruch der DB ist jedoch, auch in Zukunft dem Kunden auf allen nachgefragten Vertriebskanälen den Fahrkartenkauf zu ermöglichen.“

Zuvor hatte die „Stuttgarter Zeitung“ hatte unter Berufung auf ihr vorliegende interne Unterlagen der Bahn berichtet, dass der Konzern den Fahrkartenverkauf an Automaten bis 2023 einstellen wolle. Dafür solle der digitale Ticketvertrieb weiter massiv ausgebaut werden.

Zuletzt hatte die Deutsche Bahn bereits das „Schönes-Wochenende-Ticket“ für bundesweite Reisen in Nahverkehrszügen abgeschafft. Nun will sie einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ zufolge bis 2023 auch den Verkauf von Fahrkarten für den Fernverkehr an eigenen Automaten komplett aufgeben und so Kosten einsparen.

Die Bahn steht derzeit unter massivem Druck. Zahlreiche Verspätungen, technische Probleme und zu wenig Geld sorgen für Ärger bei Kunden, beim Personal und der Politik. Bis 2022 benötigt der Konzern zusätzlich 4,95 Milliarden Euro. Davon werden allein 2,3 Milliarden für mehr Fahrzeuge, mehr Personal und die Erweiterungen von Bahnhöfen benötigt.

Wie aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der FDP hervorgeht, lag der Anteil der „voll funktionstüchtigen“ ICE zuletzt bei weniger als einem Viertel. Vor einem Jahr war noch gut jeder dritte ICE uneingeschränkt einsatzfähig.

Dabei werden auch kleinste Komforteinschränkungen eingerechnet wie kaputte Toiletten und Kaffeeanlagen oder defekte Türen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Bei den IC liegt der Anteil der voll funktionstüchtigen Züge konstant bei knapp unter 50 Prozent.

Deutliche Worte vom Aufsichtsrat

Aufsichtsratschef Michael Odenwald forderte vom Bahn-Vorstand in der „Welt am Sonntag“ (Wams), dass dieser „nachvollziehbar erklärt, wie der finanzielle Mehrbedarf gedeckt werden soll“. Die verantwortlichen Manager müssten mit dem Bund als Eigentümer „einen gangbaren Weg erarbeiten und dem Aufsichtsrat in der Sitzung im März ein entsprechendes Konzept vorlegen“.

Ein Termin im Bundesverkehrsministerium ist bereits angesetzt. Laut Wams müssen Bahnchef Richard Lutz und Netzvorstand Ronald Pofalla Mitte Januar dort Eckpunkte für Maßnahmen zur Verbesserung der Lage vorstellen, um diese dann anschließend dem Aufsichtsrat vorzulegen. Der Bund sitzt als Eigentümer auch mit Vertretern im Aufsichtsrat und kontrolliert somit das Management.  

„Die Bahn ist über Jahre auf Verschleiß gefahren worden“, sagte der Vize-Aufsichtsratsvorsitzende der Bahn und Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Alexander Kirchner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es fehlen Kapazitäten bei der Infrastruktur, bei den Zügen und beim Personal. Das führt dazu, dass das System allmählich kippt.“

Kirchner gab hierfür nicht nur dem aktuellen Vorstand und dessen Vorgängern die Schuld: „Auch die Politik ist verantwortlich für den desolaten Zustand, den wir jetzt haben: Sie hat es über Jahre versäumt, die notwendigen Mittel für die Modernisierung der Infrastruktur bereitzustellen.“

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