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Filialen verkauft Schlecker-Tochter in Tschechien wird „Solvent“

Die tschechischen Märkte der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker sind verkauft. Das Handelsunternehmen P.K. Solvent (PKS) übernimmt die rund 140 Filialen. Der Erlös fließt in die Insolvenzmasse des Unternehmens.
02.08.2012 Update: 02.08.2012 - 16:47 Uhr Kommentieren
Geschlossene Schlecker-Filiale in Düsseldorf: Der Insolvenzverwalter hat jetzt die tschechische Tochterfirma verkauft. Quelle: dpa

Geschlossene Schlecker-Filiale in Düsseldorf: Der Insolvenzverwalter hat jetzt die tschechische Tochterfirma verkauft.

(Foto: dpa)

Stuttgart/Prag Die tschechischen Märkte der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker sind verkauft. Wie Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Donnerstag mitteilte, wurde die geplante Übernahme der rund 140 Filialen an das Handelsunternehmen P.K. Solvent (PKS) erfolgreich abgeschlossen.

„Alle Beschäftigungsverhältnisse wurden übernommen“, erklärte Geiwitz. Das Filialnetz in Tschechien ist Teil der Tochterfirma Schlecker International GmbH, die nicht von der Insolvenz betroffen ist. Der Erlös aus dem Verkauf fließt aber in die Insolvenzmasse in Deutschland mit ein, weil die Auslandsgesellschaften ebenfalls Anton Schlecker gehören und er mit seinem Vermögen haftet.

Durch den Kauf kann PKS den Marktanteil in Tschechien den Angaben zufolge auf mehr als 20 Prozent ausbauen. Das Unternehmen setzte im vergangenen Jahr rund 130 Millionen Euro um.

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass weitere 45 Filialen von Ihr Platz, der Tochtergesellschaft der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker, übernommen werden. Wie Insolvenzverwalter Werner Schneider dem Handelsblatt sagte, wurde der Vertrag mit der H.H. Holding aus dem westfälischen Bönen – dazu gehören der Textil-Discounter Kik, die Ein-Euro-Läden Tedi und die Kaufhäuser Woolworth – am Freitag unterschrieben.

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    „Der Gläubigerausschuss ist informiert und hat dem Inhalt des Vertrags heute mündlich zugestimmt“, erklärte Schneider. 213 Ihr-Platz-Märkte hat der Insolvenzverwalter bereits an die Drogeriemarkt-Kette Rossmann und die österreichische MTH Retailgroup veräußert.

    Kik, Tedi und Woolworth übernehmen nicht nur 45 der bundesweit rund 490 Ihr-Platz-Filialen, sondern auch 57 Geschäfte von Schlecker XL. Das Interesse an dieser Schlecker-Tochter, zu der rund 358 größere Schlecker-Läden hierzulande gehören – hielt sich bislang stark in Grenzen. Wie sich die insgesamt 102 Filialen auf Kik, Tedi und Woolworth verteilen werden, ist noch offen.

    Aufstieg und Fall des Anton Schlecker
    Iran-Konflikt verteuert Bratwürste
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    1950, Anfänge: Anton Schleckers Vater, der ebenfalls Anton heißt, eröffnet nach dem Krieg das erste Geschäft der Familie Schlecker. Eine Metzgerfiliale in der Bahnhofsstraße in Ehingen. Noch heute ist das Haus in Familienbesitz, wird von den Ehingern „Ur-Schlecker“ genannt. Die Ladenräume stehen heute leer, zuletzt versuchte sich ein 1-Euro-Laden.

    (Foto: dpa)
    Anton Schlecker
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    1961-1974, Lehrjahre: Anton Schlecker lernt den Beruf des Metzgers bei „Schade&Füllgrabe“, einem Frankfurter Lebensmittelhändler. Nach der Lehre leitet er eine Filiale in Kronberg im Taunus. Danach macht er an der Metzgerschule in Augsburg seinen Meistertitel - mit 21 als jüngster in Baden-Württemberg. Er leistet seinen Grundwehrdienst und studiert Lebensmittelhandel an der Hochschule Hohenheim.

    (Foto: dpa)
    Schlecker reicht Insolvenzantrag ein
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    1970-1973, Familie: Anton Schlecker lernt seine Frau Christa 1970 beim Tanztee in Göppingen kennen. Sie heiraten noch im gleichen Jahr. 1971 kommt Sohn Lars (links) zur Welt, zwei Jahre später Tochter Meike (rechts). Schlecker kauft der Familie in den 80er-Jahren ein Grundstück in Ehingen, baut dort die Villa der Familie.

    (Foto: dapd)
    Erste Schlecker-Maerkte ueber Schliessung informiert
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    1975, Schleckers Imperium: In Kirchheim-Teck eröffnet der Unternehmer Anton Schlecker seine erste Drogeriefiliale. Seine Einkaufschefs überreden ihn dazu. Schon zwei Jahre später hat Schlecker 100 Filialen, 1984 sind es bereits tausend.

    (Foto: dapd)
    Lars und Meike Schlecker
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    1987, Entführung: Am 23. Dezember werden Schleckers Kinder entführt. Drei bewaffnete Männer warten in der Villa. Die damals 14-jährige Meike und ihr Bruder Lars (16) werden in eine Holzhütte verschleppt, Christa Schlecker wird bewusstlos geschlagen. Die Lösegeldforderung: 18 Millionen Mark. Schlecker verhandelt. Über Nacht drückt er den Preis für das Leben seiner Kinder auf 9,6 Millionen Mark. Angeblich, weil er über diese Summe versichert ist. Seither schottet sich die Familie ab.

    (Foto: dpa)
    Schlecker
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    1994-1999, Gerichtsverfahren: 1998 werden Schlecker und seine Frau Christa zu je zehn Monaten Bewährungsstrafe verurteilt und zu einer Millionenstrafe wegen Betrugs. Sie haben Mitarbeitern über Jahre vorgegaukelt, sie nach Tarif zu bezahlen, obwohl der Lohn weit darunter lag. 1999 ein zweiter Prozess. Durch Zufall hat man die Entführer seiner Kinder zwölf Jahre nach der Tat bei einem Raubüberfall erwischt. Sie gestehen. Schlecker sagt vor Gericht aus. Es ist der erste öffentliche Auftritt seit der Entführung. Die drei Täter bekommen langjährige Haftstrafen.

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    Schlecker
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    2007, Abstieg: Die Ausdehnung von Schleckers Imperium ist auf dem Höhepunkt: 14.166 Filialen in 17 Ländern. Aber das Geschäft ist schon im freien Fall: 33 Millionen Euro Minus stehen Ende des Jahres unter dem Strich.

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