Finanzspritze Höhere Mehrkosten beim Hauptstadtflughafen als erwartet

Ihr einstiges Vorzeigeprojekt kommt Berlin, Brandenburg und den Bund teuer zu stehen. Wie teuer es wird, könnte früher feststehen als zuletzt geplant. Spätestens Anfang nächstes Jahres geht Mehdorn das Geld aus.
Update: 25.05.2014 - 13:08 Uhr Kommentieren
Blick auf den neuen Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER). Quelle: dpa

Blick auf den neuen Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER).

(Foto: dpa)

SchönefeldHartmut Mehdorn braucht am Hauptstadtflughafen voraussichtlich noch mehr frisches Geld als bislang bekannt. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus dem Aufsichtsrat erfuhr, wird die diskutierte weitere Finanzspritze von 1,1 Milliarden Euro nicht reichen.

In der Summe seien zwei wichtige Vorhaben des Flughafenchefs Mehdorn nicht enthalten: die für 40 bis 50 Millionen Euro geplante Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn und die noch nicht bezifferten Kosten für einen Weiterbetrieb des alten Schönefelder Flughafenterminals. Die Flughafengesellschaft wollte sich dazu nicht äußern. Vertreter von CDU und Grünen forderten Klarheit und Transparenz.

Bislang liegt der Finanzrahmen für den drittgrößten deutschen Flughafen BER bei 4,3 Milliarden Euro. Spätestens Anfang nächsten Jahres geht Mehdorn aber das Geld aus, weshalb er vor sechs Wochen im Aufsichtsrat weitere 1,1 Milliarden Euro verlangte.

Um die Finanzspritze schneller unter Dach und Fach zu bringen, erwägt das Kontrollgremium, seine für den 4. Juli geplante Sitzung vorzuziehen. Viel Spielraum gibt es im Terminkalender der 15 Mitglieder aber nicht. Im Gespräch war in Aufsichtsratskreisen zuletzt der 30. Juni.

„Mehdorn muss dann einen klaren Plan vorlegen, was kommt“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der dpa. Berlin, Brandenburg und der Bund als Flughafen-Eigentümer würden vermutlich „etwas mehr“ als 1,1 Milliarden Euro nachschießen müssen.

Der haushaltspolitische Sprecher der Bundestags-Grünen, Sven-Christian Kindler, sprach von einem „eklatanten Versagen“ des Aufsichtsrats und forderte ein externes Controlling für das Gremium. Die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Ramona Pop, appellierte an den Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit, „endlich für einen „ehrlichen Kassensturz“ zu sorgen.

„Das wird länger dauern als beim letzten Mal“
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