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Fipronil-Belastung Die wichtigsten Antworten zum Eier-Skandal

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Bauernverband kritisiert Handelsstopp als überzogen

„Das Fipronil stammt aus Belgien - und wurde nach Niedersachsen geliefert“

Wie reagieren die Händler?

Aldi Nord und Süd haben schlagzeilenträchtig alle Eier aus den Regalen genommen und will zunächst nur noch geprüfte Ware verkaufen. Bei Lidl, Rewe und den meisten anderen Supermärkten ist das anders. „Die Lage in Deutschland ist nicht mit der in den Niederlanden vergleichbar. Wir beobachten die Entwicklung engmaschig und tauschen uns mit den Behörden aus. Wir fordern von unseren Lieferanten Garantien und Untersuchungsergebnisse bis zum einzelnen Stall“, teilte Rewe-Qualitätsmanager Klaus Mayer mit.

Ist es gerechtfertigt, alle Eier aus dem Verkauf zu nehmen?

Aldi setzt mit seiner Aktion ein plakatives Zeichen. Der Deutsche Bauernverband kritisiert den Handelsstopp jedoch als überzogen. Es seien nur wenige Betriebe in Deutschland mit belasteten Reinigungsmitteln beliefert worden. Zudem habe das Bundesamt für Risikobewertung den Verzehr betroffener Eier als unbedenklich eingestuft. Bisher vorliegende Daten lägen „um einen Faktor zehn“ unterhalb des kritischen Werts, bis zu dem eine Gefährdung für Erwachsene wie Kinder unwahrscheinlich sei. Dieser Wert gelte sowohl für lose Eier als auch für verarbeitete Produkte. Generell gelte: „Fipronil hat in Eiern nichts zu suchen“, sagte BfR-Abteilungsleiterin Monika Lahrssen-Wiederholt.

Die Organisation Foodwatch hingegen forderte, nun auch Lebensmittel aus dem Handel zu nehmen, die mit den betroffenen Eiern hergestellt wurden. „Es ist Aufgabe der Behörden, Entsorgungsnachweise einzufordern und damit sicherzustellen, dass diejenigen Eier-Chargen, in denen Fipronil nachgewiesen wurde, nicht auf anderem Wege in die Nahrungskette gelangen, zum Beispiel über Flüssigeiprodukte“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker.

Wie hoch ist der Schaden für die Bauern?

„Wir können noch nichts zu den Schäden sagen“, heißt es beim Bauernverband. Einzelne betroffene Betriebe könnten jedoch schwer getroffen werden. Noch sei auch unklar, ob sich das Kaufverhalten ändere. Die Behörden seien in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen. Bei einem Betrieb mit 40.000 Hennen würde rechnerisch ein Umsatzverlust von 4000 Euro pro Tag anfallen. Doch Eier können bis zu vier Wochen aufbewahrt werden. Die Eier müssen während der Verkaufssperre von Aldi also nicht direkt in den Müll, sondern können auch noch nach einem negativen Test in die Regale kommen.


Warum immer wieder Eier?

Skandale um Dioxin und PCB im Ei kamen in den vergangenen Jahren immer wieder hoch. Die Ursachen lagen unterschiedlich. Im besonders spektakulären Dioxin-Skandal vor einigen Jahren waren offenbar bewusst billige belastete Altöle in Futtermittel gemischt worden. Dann wieder machten Bio-Eier Schlagzeilen: Weil die Hennen unter freiem Himmel im Staub nach Körnern suchen, nehmen sie besonders viele Umweltgifte auf. Zuletzt wurden Freilandeier knapp, weil die Hennen wegen der Vogelgrippe-Gefahr in den Ställen bleiben mussten.

Dürfen belastetet Legehennen getötet werden?

Laut Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) ist das unklar. Er wünsche sich eine Klarstellung vom Bund, sagte er am Freitag. Es müsse laut gesetzt einen „vernünftigen Grund“ für die Tötung sein. Das könne etwa die Verarbeitung zu Tierfutter sein.

Können Bauern einfach abwarten, bis die Hennen wieder clean sind?

Das ist unklar – und daher keine Strategie, die umgesetzt wird.

Wie viel von dem Schadstoff ist im Ei erlaubt?

Gar nichts. Sobald etwas festgestellt wird, darf das Ei nicht in den Handel – denn einen Grenzwert gibt es anders als etwa beim Dioxin nicht.

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