Fisherman's Friend „Sind sie zu bunt, bist du zu braun“

Mit einer scharfen Aktion auf Facebook kämpft der Hersteller von Minzpastillen für Toleranz und gegen Fremdenhass. Dabei wird Fisherman's Friend von einer Lawine der Zustimmung überrollt.
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Auf Facebook hat  Fisherman's Friend eine Kampagne für mehr Toleranz gestartet. Quelle: Screenshot
Mehr Vielfalt für Deutschland

Auf Facebook hat Fisherman's Friend eine Kampagne für mehr Toleranz gestartet.

(Foto: Screenshot)

DüsseldorfAuf den Hass, den Rechtsradikale den Flüchtlingen in vielen Orten Deutschlands entgegen schreien, haben zahlreiche Prominente und Politiker mit drastischer Wortwahl geantwortet. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Fremdenfeinde „Pack“ genannt, die TV-Moderatoren Joko und Klaas haben sie als „erbärmliche Trottel“ bezeichnet.

Doch der Pastillen-Hersteller Fisherman's Friend hat jetzt gezeigt, dass man mit Witz noch viel mehr erreichen kann. In einer Facebook-Kampagne, erdacht von der Werbeagentur Scholz & Friends, setzen sie den dumpfen Parolen der selbsternannten Patrioten einen pfiffigen Slogan entgegen: „Sind sie zu bunt, bist du zu braun“ – angelehnt an den eigenen Werbeclaim „Sind sie zu stark, bist du zu schwach“.

Illustriert wird die Aktion mit Fisherman's-Friend-Packungen, die in allen Regenbogenfarben gestreift sind. Sie tragen die Aufschrift: „Toleranz – mehr Vielfalt für Deutschland“.

Die Resonanz war überwältigend und hat das Unternehmen selber überrascht, wie es auf Nachfrage zugab. Nach wenigen Stunden schon war der Post mehr als 4500 Mal geteilt und hatte rund 15.000 Likes. Im Facebook-Statement schreibt Fisherman's Friend, dass sie „schockiert“ und „fassungslos“ waren angesichts der aktuellen Ereignisse in Deutschland.

„Mit unserem Post wollen wir ein Statement gegen Fremdenhass und Gewalt setzen. Fisherman’s Friend steht für einen offenen und toleranten Umgang mit ALLEN Menschen – egal welcher Herkunft“, erklärt das Unternehmen die Aktion.

Hey Heidenau & Co, exklusiv für Euch: Unsere neueste Sorte. Solltet Ihr auch mal probieren! #mundaufmachen

Posted by Fisherman's Friend on Donnerstag, 27. August 2015

Neben den üblichen Vorwürfen, das Thema würde mit der Aktion für Werbung missbraucht, gibt es Tausende von zustimmenden und begeisterten Kommentaren. „Richtig Klasse, dass ein Unternehmen nicht scheut ein paar extreme Kunden zu verlieren und sich klar positioniert“, schreibt einer, „Hut ab für eure vorbildhafte Aktion“, ein anderer.

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17 Kommentare zu "Fisherman's Friend: „Sind sie zu bunt, bist du zu braun“"

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  • „Sind sie zu bunt, bist du zu braun“

    Der Spruch ist intelligenter als die meisten Kommentare vieler von Xenophobie geplagter Volksvertreter, die man hier so lesen könnte. (wenn man Zeit verschwenden wollte).

  • Herr @Marcus T.
    Ihr Ansatz ist richtig, kann ich 100% zustimmen !
    Aber die Kampagne kommt von Scholz & Friends einer deutschen Werbeagentur.........
    Die englischen "Fishermänner" waren nur so blöd es zu bezahlenen und abzunicken.
    Man hat sich dabei nicht viel gedacht und fand es wohl witzig - entsprungen ist die Idee taffen, linken, deutschen Gutmenschen Hirnen die alle unter Dyskalkulie leiden.
    Es wird wohl leider noch ein bisschen dauern bis auch dort die Einsicht reift, dass wir keine Zuwanderung haben, sondern eine Invasion begonnen hat.
    Trotzdem - Danke für Ihre gute e-Mail !

  • Platter geht´s nicht. Und das von einem britischen Unternehmen. Mal lieber vor der eigenen Haustür kehren, statt auf der Schmusemultikulti-Welle der BRD reiten.

  • Mein Post auf der Homepage von Fishermans Friends:
    Gelungene Marketingkampagne. Wie steht Fisherman´s Friend als Britische Firma eigentlich zur Britischen Asylpolitik und den Zuständen in Calais? Wäre hier ihr wertes Engagement nicht mehr gefragt als in Deutschland, wo allein dieses Jahr ca. Achthundertausend Migranten (d.h. Asylsuchende und - es gilt zu differenzieren - Wirtschaftsflüchtlinge) erwartet werden? http://www.heute.de/london-cameron-verschaerft-asyl-politik-gegen-fluechtlinge-und-helfer-39554740.html

    Noch eine kleine Ergänzung: Wenn sich Fisherman´s Friend vom "Kompliment der gelungenen und äußerst kostengünstigen Marketingkampagne" freikaufen und tatsächlich produktiv zur Problematik beitragen will noch folgende Vorschläge die ich hiermit auch gleich zur Abstimmung an ALLE Besucher der Website freigeben möchte:

    1. Pro verkaufter Packung (weltweit und ohne Preiserhöhung im Einzelhandel versteht sich) nur einen ct (also 0,01 €) Spende an Hilfsorganisationen die in Nahost und Afrika, tätig sind, zweckgebunden für a) Infrastrukturprojekte b) Aufbau und Betrieb von Schulen c) Korruptionsbekämpfung d) Aufklärung von Frauen mit dem Ziel der Senkung des dort ausufernden Bevölkerungswachstums/der Fertilitätsrate.

    2. Engagement zugunsten der Flüchtlinge in Calais die dort in erbärmlichen Verhältnissen hausen durch Sachspenden. Ferner politisches Engagement in GB, wo die Migrationspolitik ganz anders als hierzulande gesehen wird, um die Lage der Flüchtlinge zu verbessern + auch Perspektiven für Flüchtlinge (d.h. Schaffung zusätzlicher Jobs die deren Qualifikation entsprechen).

    Mein Favorit ist die Nr. 1, da hier die Ursachen bekämpft werden.

    Ich bitte an dieser Stelle um rege Beteiligung durch ein "Gefällt mir". Mal sehen wie authentisch dass diese "Solidaritätbezeugungen" seitens der Firma dann wirklich sind.

  • Die Frage ist wirklich berechtigt, was dann diese englische Firma selbst konkret tut und wieviele "Flüchtlinge" sie schon bei sich wohnen läßt! Ansonsten ist das wirklich nur Primitivpopulismus und das "Modell Schweig Er!"

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Zensieren tun schon die anderen. Ich muss an dieser Stelle mal ein großes Lob ans Handelsblatt richten: Ihr seid eine der wenigen Zeitungen, wo man im Forum noch seine Meinung sagen darf!

    Wenn Sie die Kommentare hier stören, dann geben Sie doch zu Spiegel, Focus und neuerdings auch zur FAZ - da wird zensiert was das Zeugs hält. Übrigens auch völlig sachliche Kommentare, die lediglich die Vorteile der Zuwanderung in Frage stellen.

  • Bei der Bewertungstendenz des @HB-Männchens würden Sie wahrscheinlich über die Vielzahl der "gebräunten" Flächen erschrecken!

    Aber vielleicht werden Sie die Einfärbungen durch Ihre braune Brille auch gar nicht entdecken, das würde Ihren Erwartungen auch nicht entsprechen und ebenfalls erschrecken.

    Also, Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen; Der Schrecken ist Ihnen garantiert!

  • liebes HB, wie wäre es wenn Sie Kommentare zukünftig braun einfärben?

    zumindest in hier wäre es gerade wirklich angebracht.

  • Es hat keinen Zweck.

    Auf drängende Probleme wird nicht reagiert, Kritiker werden medial und gesellschaftlich eliminiert und Kommentare zensiert.

    Stattdessen erfolgt seitens Politik und Medien eine Auferzwingung von Meinung, Verhaltens- und Denkweise.

    Ewige Toleranz und Verständnis können die Politiker nicht erzwingen, aber
    jederzeit Unzufriedenheit heraufbeschwören.

    Die Politik darf nicht unser Schicksal werden, wir selbst sind unser Schicksal.

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