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Fleischbranche Landkreis schließt Schlachthof im niedersächsischen Sögel – Tönnies will sich wehren

Wegen des jüngsten Corona-Ausbruchs muss der Schlachthof Weidemark in Niedersachsen vorübergehend schließen. Das Unternehmen will das nicht hinnehmen.
07.10.2020 - 21:07 Uhr Kommentieren
Es ist nicht das erste Mal, dass die Behörden einen Betrieb des Schlachtkonzerns schließen. Quelle: dpa
Tönnies Werk in Rheda-Wiedenbrück

Es ist nicht das erste Mal, dass die Behörden einen Betrieb des Schlachtkonzerns schließen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Tönnies muss einen Schlachthof im niedersächsischen Sögel vorübergehend schließen. Das hat der Landkreis Emsland am Mittwoch mitgeteilt. Die Behörden haben eine entsprechende Verfügung auf den Weg gebracht, um zu verhindern, „dass es zu einer exponentiellen Verbreitung“ des Coronavirus in und außerhalb des Schlachthofes kommt.

Die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter in der Zerlegung sei in den vergangenen Tagen „kontinuierlich bis aktuell auf 112“ laborbestätigte Fälle gestiegen, heißt es in der Mitteilung. Die Schließung gilt ab Freitag und zunächst für die Dauer von 22 Tagen. Der Kreis habe zudem Maßnahmen angeordnet und werde diese „fortlaufend überprüfen“.

Auf dem Schlachthof Weidemark, der zur Tönnies-Gruppe gehört, arbeiten 2000 Beschäftigte. Geschäftsführer Christopher Rengstorf bezeichnete die Schließungsverfügung als „nicht verhältnismäßig“. Tönnies teilte am Mittwochabend mit, dass Weidemark bei dem zuständigen Verwaltungsgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Maßnahme beantragen werde.

Die Schließungsverfügung gehe „zulasten der Landwirte und der Tiere im Stall“, obwohl der Betrieb zahlreiche Maßnahmen ergriffen habe. Diese würden bereits „erste Erfolge“ zeigen, so Rengstorf, eine „außerordentliche Gefahr“ gehe von dem Schlachthof seiner Meinung nach nicht aus.

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    Der Landkreis Emsland sieht das jedoch weniger gelassen. „Die angeordnete Schließung soll ein weiteres Ausbreiten der Infektionen verhindern“, heißt es in der Mitteilung der Behörden. Lediglich Verwaltung und der Sicherheitsdienst sind ausgenommen, weil sie räumlich von der Produktion getrennt sind.

    Es ist nicht das erste Mal, dass die Behörden einen Schlachthof der Tönnies-Gruppe vorübergehend schließen. Mitte Juni hatte der Landkreis Gütersloh das Stammwerk des Konzerns in Rheda-Wiedenbrück dichtgemacht. Damals dauerte es etwa vier Wochen, bis Tönnies einen ersten Probelauf starten durfte.

    Mehr: Schleuser sollen Scheinstudenten vermittelt habe – Tönnies war Kunde.

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