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Flüchtlinge in Erfurt Real-Markt wehrt sich gegen hetzerische Gerüchte

Mit erfundenen Anschuldigungen machen Fremdenfeinde in Erfurt Stimmung gegen Flüchtlinge. Das Gerede nahm ein solches Ausmaß an, dass sich sogar eine Supermarktkette genötigt sah, Stellung zu beziehen.
„Wir verurteilen falsche und hetzerische Gerüchte, die in den sozialen Medien kursieren, auf's Schärfste.“ Quelle: dpa
Real-Markt

„Wir verurteilen falsche und hetzerische Gerüchte, die in den sozialen Medien kursieren, auf's Schärfste.“

(Foto: dpa)

Düsseldorf Seit in der Erfurter Messe 1000 Flüchtlinge eine provisorische Unterkunft gefunden haben, ist in der thüringischen Landeshauptstadt nichts mehr wie zuvor. „Das, was hier gestemmt wird, ist mit Geld nicht aufzuwiegen“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) angesichts der vielen freiwilligen Helfer und zahlreichen Spenden.

Doch nicht alle Bürger gehen auf die Flüchtlinge offen und hilfsbereit zu. Insbesondere in den sozialen Netzwerken wird versucht, mit den absurdesten Gerüchten Stimmung zu machen. Und dabei traf es indirekt auch den Real-Markt, der genau gegenüber des Messegeländes an der Gothaer Straße liegt.

Die Diffamierungen folgten dem üblichen Schema solcher anonymen Gerüchte: Diebstähle im Real-Markt hätten zugenommen seit die Menschen in der Messehalle untergebracht worden seien, hieß es ohne Angabe von Quellen. Aber es gebe eine Ausnahmeregelung, dass Flüchtlinge bei Diebstählen bis zu 50 Euro nicht belangt würden. Auch würden Flüchtlinge im Markt bevorzugt behandelt und bekämen Gutscheine geschenkt.

Die üble Nachrede nahm ein solches Ausmaß an, dass das Unternehmen sich genötigt sah, gegenüber dem Rundfunksender MDR Stellung zu nehmen und alle diese Vorwürfe vehement zu dementieren. Doch das Gerede vor Ort nahm kein Ende. So entschloss sich der Marktleiter in Absprache mit dem Unternehmen, in einem Aushang mit den Gerüchten aufzuräumen.

„Sehr geehrte Kunden, wir verurteilen falsche und hetzerische Gerüchte, die in den sozialen Medien kursieren, auf's Schärfste“, heißt es da. Die Metro-Tochter weist dabei nicht nur alle Anschuldigungen als unwahr zurück, sondern betont, dass es kulturelle und ethnische Vielfalt als Bereicherung ansieht. Und gibt ein klares Bekenntnis für die Unterstützung von Flüchtlingen ab: Wir sind der Meinung, dass jeder Mensch, der aus einer entsprechenden Notlage heraus in Deutschland ankommt, mit dem nötigen Respekt empfangen werden sollte.“

„Selbstverständlich unterstützen wir die Arbeit von Hilfsorganisationen, wie etwa dem Deutschen Roten Kreuz bei Aktionen vor Ort“, sagte ein Real-Sprecher dem Handelsblatt. Aber dass das Unternehmen Flüchtlinge bevorzuge, sei eine bösartige und aus der Luft gegriffene Unterstellung. Flüchtlinge würden in den Läden behandelt wie jeder andere Kunde auch. Was ihn besonders fassungslos macht: Dass es tatsächlich Menschen gibt, die solche absurden Gerüchte glauben.

Dabei konnte man sich zum Teil ganz einfach vom Gegenteil überzeugen. So wurde auch dreist behauptet, nach 20 Uhr wäre der Real-Markt nur noch für Flüchtlinge geöffnet. Ein kurzer Abendeinkauf hätte genügt, um die Wahrheit zu erfahren. Aber das wäre wohl für die Fremdenfeinde zu viel Realitätscheck gewesen.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

(Foto: Imago)
Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

(Foto: dapd)
Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

(Foto: dpa)
Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

(Foto: ap)
Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

(Foto: dpa)
Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

(Foto: dpa)
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