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Flugbegleiter reagieren auf Tarifeinheits-Pläne Neuer Gewerkschaftsriese über den Wolken?

Der Flugbegleiter-Gewerkschaft reagiert auf die Pläne der Regierung zur Tarifeinheit: Ufo will sich mit anderen Klein-Gewerkschaften zusammenschließen. Damit attackiert sie Verdi – und bringt die Lufthansa ins Schwitzen.
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Lufthansa-Angestellter bei einem Ufo-Streik 2012: Mit einer neuen Großgewerkschaft gegen Verdi? Quelle: dapd

Lufthansa-Angestellter bei einem Ufo-Streik 2012: Mit einer neuen Großgewerkschaft gegen Verdi?

(Foto: dapd)

Frankfurt Im streikgeplagten deutschen Luftverkehr könnte es nach Vorstellungen der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo demnächst eine neue gewerkschaftliche Kraft geben: Ufo will einen neuen Gewerkschaftsriesen für die Luftfahrtbranche aus dem Boden stampfen. Ufo sei mit dem Vorschlag zur Gründung einer Industriegewerkschaft Luftfahrt (IGL) an die anderen Verbände und Gewerkschaften der Branche herangetreten, teilte die Arbeitnehmervertretung am Dienstag mit. Gespräche mit der Pilotenvereinigung Cockpit und der Fluglotsen-Gewerkschaft haben bereits begonnen.

Der Schritt ist klar gegen die DGB-Gewerkschaft Verdi gerichtet, die sich bislang noch als stärkste Gewerkschaft im Lufthansa-Konzern sieht und dort im Aufsichtsrat die stellvertretende Vorsitzende stellt. Verdi vertritt vor allem viele Lufthansa-Techniker.

„Die Idee ist, dass die Fachbereiche der neuen Gewerkschaft aus den bisherigen Berufsgewerkschaften bestehen“, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Tarifverhandlungen für die einzelnen Berufe sollen weiter von Vertretern der jeweiligen Berufsstände ausgehandelt werden. Daneben solle auch mit Verbänden wie der Techniker-Gewerkschaft oder der Bodenpersonal-Vertretung Agil gesprochen werden – beide sind derzeit nicht schlagkräftig genug, um eigene Tarifverträge auszuhandeln.

Arbeitgeber wie die Lufthansa hätten durch die IGL den Vorteil, bei Tarifverhandlungen nur noch einen Ansprechpartner zu haben, sagte Baublies. Falls die Lufthansa sich auf branchenweite Tarifverträge einlasse, könnte die neue Gewerkschaft bereit sein, über andere Punkte zu reden wie etwa die Angleichung der Laufzeiten der Tarifverträge in einem Unternehmen.

Auslöser des Vorstoßes ist unter anderem das geplante Tarifeinheits-Gesetz der Regierung zur Einschränkung der Macht von Berufsgewerkschaften. Grundprinzip: Wenn sich zwei Gewerkschaften in einem Betrieb um die Zuständigkeit für dieselbe Beschäftigtengruppe streiten, soll laut Gesetzesentwurf am Ende der Tarifvertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern in dem Betrieb gelten.

„Jeder hat Angst zur Minderheitsgewerkschaft zu werden“
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