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Flugbegleiter UFO startet Urabstimmung – Streiks bei Eurowings im August möglich

Ab Dienstag stimmen die Mitglieder der Gewerkschaft über einen unbefristeten Streik bei der Lufthansa-Tochter ab. Dieser könnte noch im August starten.
Update: 12.07.2019 - 12:51 Uhr Kommentieren
Noch im August könnte es zu Streiks bei der Lufthansa-Tochter kommen. Quelle: dpa
Passagiere am Eurowings-Schalter in Düsseldorf

Noch im August könnte es zu Streiks bei der Lufthansa-Tochter kommen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Flugbegleitergewerkschaft UFO hat ihre Mitglieder bei der Lufthansa-Tochter Eurowings zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufgerufen. Die Abstimmung soll am kommenden Dienstag (16. Juli) beginnen und über gut drei Wochen bis zum 8. August laufen, teilte die Gewerkschaft am Freitag in Frankfurt mit. Damit seien Streiks noch im August möglich.

Auch die Flugbegleiter der Teilgesellschaft Germanwings sollen über einen Streik abstimmen. Die Beschäftigten des Mutterkonzerns Lufthansa würden mit „etwas Abstand“ folgen, wie UFO am Freitag mitteilte.

„Ein Streik in den Sommerferien ist kein Selbstzweck“, erklärte der stellvertretende UFO-Vorsitzende Daniel Flohr in der Mitteilung. Arbeitskämpfe fänden dann statt, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft seien. „Sobald wir ein Ergebnis haben, werden wir uns mit den konkreten Maßnahmen auseinandersetzen. Das geht im Zweifel schnell und ist noch im August möglich“, so Flohr weiter.

Die Gewerkschaft erwartet allerdings einen erhöhten Diskussionsbedarf bei ihren Mitgliedern und hat sich daher für die Urabstimmung die ungewohnt lange Frist von drei Wochen eingeräumt. Dem Lufthansa-Konzern warf Flohr eine „streitorientierte Haltung“ vor. Gerade wenn den Mitarbeitern offen gedroht wird, geht Sicherheit vor Schnelligkeit“, erklärte er. Laut Satzung braucht es für einen Streik die Zustimmung von 70 Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine Mindestbeteiligung ist hingegen nicht vorgesehen.

Eurowings warf der Gewerkschaft vor, die Mitarbeiter und Kunden in der Hochphase des Sommergeschäfts gezielt zu verunsichern. UFO solle stattdessen unverzüglich klären, wer die Gewerkschaft rechtmäßig vertritt und somit auch Tarifverträge rechtsverbindlich unterzeichnen könne.

Bereits seit Monaten tobt ein juristischer Streit zwischen UFO und dem Lufthansa-Konzern um die Rechtmäßigkeit des UFO-Vorstands. Nach etlichen internen Gewerkschaftsquerelen und Rücktritten weigern sich Lufthansa wie Eurowings, den aktuellen Rumpfvorstand anzuerkennen. Mit dieser Begründung wurde auch die UFO-Kündigung der Tarifverträge bei der Muttergesellschaft Lufthansa nicht anerkannt.

Eurowings hat die strittigen Tarifverträge für das Kabinenpersonal nach eigenen Angaben bereits unterzeichnet. Es geht um die Personalvertretung bei Eurowings und Teilzeitregeln bei der Germanwings. Neben der UFO vertritt auch die Gewerkschaft Verdi die Interessen von Eurowings-Flugbegleitern und führt parallele Verhandlungen.

Mehr: Das Lufthansa-Management will im Tarifstreit weiterhin nicht mit UFO verhandeln. Die Flugbegleitergewerkschaft bereitet nun Urabstimmungen vor.

  • dpa
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