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Flugchaos Lotsen-Gewerkschaften wollen beim Luftfahrt-Gipfel mitreden

Airlines und Politik wollen bei einem Krisentreffen das Chaos am Himmel beenden. Doch auch die Vertreter der Fluglotsen pochen auf eine Einladung.
29.08.2018 - 10:58 Uhr Kommentieren

Flugchaos bei Ryanair und Co. – Luftfahrt-Gipfel als Rettung in der Not?

Frankfurt Die Worte sind deutlich, die Forderung ist klar. „Wenn dieser Gipfel nicht als Alibiveranstaltung ohne Wert in die Annalen der Luftfahrt eingehen soll, dann ist eine Beteiligung der Sozialpartner, sprich der betroffenen Arbeitnehmervertreter, nicht nur hilfreich, sondern dringend erforderlich“, heißt es in der Erklärung. Unterzeichnet ist sie von der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) sowie der Tuem, dem Pendant bei Eurocontrol, der Koordinierungsstelle für die europäischen Flugsicherungen insgesamt.

Die Unterzeichner verweisen auf einen Handelsblatt-Bericht über das am 5. Oktober in Hamburg geplante Gipfeltreffen mit den Größen aus der Luftfahrtbranche. Eingeladen sind die Chefs von Airlines wie Lufthansa, Easyjet oder Ryanair sowie die Spitzen der Deutschen Flugsicherung und vieler deutscher Flughäfen. Auch Landespolitiker sind dabei. Das Ziel des auf zwei Stunden angesetzten Treffens unter Moderation von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU): eine Wiederholung des Chaos in diesem Sommer mit vielen Verspätungen und Ausfällen zu vermeiden.

„Einerlei ob Flughafenverband, Airlines, Flugsicherung oder Sicherheitsfirmen an Flughäfen und letztlich auch die Politik – alle haben ihren Teil dazu beigetragen, dass wir jetzt genau da stehen, wo wir sind, nämlich vor einem großen Scherbenhaufen in puncto Verspätungen und Flugausfällen in ganz Europa“, heißt es in dem Schreiben. Auch der von der EU-Kommission und Verkehrskommissarin Violeta Bulc zu verantwortende Regulierungswahn habe nicht unerheblich zur jetzigen Situation beigetragen.

Damit spielen die Unterzeichner auf die Praxis der EU an, den nationalen Flugsicherungen bestimmte Vorgaben zu machen – in einem Fünfjahresplan, der unflexibel ist. So habe die EU in der aktuell laufenden Regulierungsperiode die Nachfrage im Luftverkehr viel zu niedrig eingeschätzt.

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    Die Neusortierung der Luftfahrtbranche nach der Pleite von Air Berlin sowie ein zwar nicht außerordentliches, aber dennoch für alle überraschendes Nachfragewachstum haben zu einem Personalengpass bei Airlines, bei den Flughäfen und den Lotsen geführt. Die Folge: Im Sommer sind bisher schon so viele Flüge ausgefallen oder waren verspätet wie nie zuvor.

    Vor allem der Mangel an Lotsen könnte im kommenden Jahr zu erneuten Problemen im Luftverkehr führen. Matthias Maas, der Bundesvorsitzende der GdF, hatte gegenüber dem Handelsblatt erklärt, etwa Eurocontrol wisse schon jetzt, dass man im kommenden Jahr 5000 Lotsenschichten nicht besetzen könne. Da es drei bis Jahre dauere, bis ein neuer Lotse einsatzbereit sei, gebe es kurzfristig kaum Abhilfe, denn alle Flugsicherungen in Europa litten unter Personalknappheit.

    „Der Versuch der Politik, angeführt von Bundesverkehrsminister Scheuer, mit einem Gipfeltreffen Anfang Oktober in Hamburg Lösungen zu suchen und zu finden, ist – wenn auch aus unserer Sicht viel zu spät – vielleicht ein erster richtiger Schritt auf dem Weg zu Lösungsansätzen“, heißt es im Schreiben der beiden Gewerkschaften.

    Beim Gipfel müsse es in allererster Linie darum gehen, aus allen Bereichen die Defizite in den technischen, strukturellen und personellen Bereichen ehrlich aufzuzeigen und zu erläutern, wie und bis wann eine Entspannung erreicht werden kann. „Es nützt weder den Unternehmen noch den Passagieren als Kunden, wenn halbherzige Versprechen, welche später nicht gehalten werden können, einen vorübergehenden Burgfrieden besiegeln, die wahren Ursachen für das Dilemma aber erneut verschleiern und nur dazu führen, dass im nächsten und im folgenden Jahr der Aufschrei der Überraschung und die vorgefundenen Probleme noch größer sind als heute.“

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