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Fluggesellschaft Lufthansa-Ertrag bricht im ersten Halbjahr um 60 Prozent ein

Update: 30.07.2019 - 09:49 Uhr Kommentieren
Lufthansa-Gewinn bricht ein – Eurowings-Verlust wird größer Quelle: dpa
Lufthansa-Maschine

Der Preiskampf setzt die Airline unter Druck.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Lufthansa-Finanzvorstand Ulrik Svensson hat die Quartalsergebnisse von Europas größter Airline veröffentlicht. Der Ausblick bleibt verhalten. Die Lufthansa-Aktie notiert am Dienstagmorgen zeitweise 7,2 Prozent im Minus.

  • Deutlich gestiegene Kerosinpreise und ein harter Preiskampf auf der Kurz- und Mittelstrecke haben das Betriebsergebnis der Lufthansa im ersten Halbjahr um 60 Prozent einbrechen lassen. Bereinigt um Sondereffekte kamen zwischen Januar und Juni 418 Millionen Euro zusammen – nach 1,05 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
  • Im zweiten Quartal erwirtschaftete der Dax-Konzern bereinigt 754 Millionen Euro, womit er leicht über den Erwartungen der Analysten lag, die von 735 Millionen ausgegangen waren.
  • Aus Sicht der Aktionäre entwickelte sich das Ergebnis je Aktie enttäuschend. Mit 0,48 Euro lag es im zurückliegenden Quartal erheblich unter dem Vorjahreswert von 1,59 Euro. Analysten hatten das Quartalsergebnis auf 1,14 Euro geschätzt.
  • Schon Mitte Juni hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr seine Ertragsaussichten für das laufende Jahr stark reduziert. Demnach rechnet er nun für 2019 nur noch mit einem bereinigte Ertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit) von zwei bis 2,4 Milliarden Euro. Zuvor war man im Konzern noch von 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro ausgegangen.

Das fällt positiv auf

Nach dem Verspätungschaos des Vorjahres gibt es im Lufthansa-Konzern einen Lichtblick. Die Flugausfälle im ersten Halbjahr gingen um 23 Prozent zurück, die Pünktlichkeit verbesserte sich um sieben Prozentpunkte. Zusätzlich gibt es Entwarnung an der Streikfront. Vor wenigen Tagen teilte die zerstrittene Flugbegleitergewerkschaft Ufo mit, die für August geplanten Arbeitsniederlegungen abzublasen.

Das fällt negativ auf

Die Billigtochter Eurowings fliegt noch tiefer in die roten Zahlen. Alarmierte die Airline im ersten Halbjahr 2018 mit einem bereinigten Ebit von minus 220 Millionen Euro, weitete sich nun der Verlust auf 273 Millionen Euro aus.

Zwar stieg das Sitzplatzangebot um 3,8 Prozent, und auch die Auslastung nahm um 0,9 Prozentpunkte auf 80,7 Prozent zu. Der harte Preiskampf auf der Kurz- und Mittelstrecke aber ließ die Durchschnittserlöse deutlich sinken.

Auch Wettbewerber Ryanair bekam diese Entwicklung zuletzt zu spüren. Wie die Iren am vergangenen Montag mitteilten, verdienten sie bei einem deutlich ausgebauten Angebot von April bis Juni 21 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings schafften sie mit 243 Millionen Euro Ertrag – anders als Eurowings – einen Betrieb in den schwarzen Zahlen.

Was jetzt passiert

Die Enttäuschung unter den Anlegern ist gewaltig. Während der Pleite von Air Berlin vor zwei Jahren hatten viele gehofft, dass der Lufthansa-Konzern wie kein zweiter vom Ausfall des direkten Konkurrenten profitieren würde. Damals schossen die Kurse auf über 30 Euro nach oben, inzwischen haben sie sich halbiert.

Zumindest den gesenkten Ausblick für 2019 behielt der Konzern am Dienstag bei. Danach sollen die Netz-Airlines wie Lufthansa oder Swiss voraussichtlich eine bereinigte Ebit-Marge zwischen sieben und neun Prozent erreichen. Bei Eurowings geht der Konzern von minus vier bis minus sechs Prozent aus. Unter der Annahme eines Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Prozentbereich werde die Marge des Gesamtkonzerns bei 5,5 bis 6,5 Prozent liegen.

Schon vor der Zahlenpräsentation senken Analysten erneut den Daumen. Die Schweizer Bank Credit Suisse stufte Lufthansa von „Outperform“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel von 21,78 auf 16,24 Euro. Bei der deutschen Airline, glaubt Analyst Neil Glynn, blieben die Aktionäre wegen der enttäuschenden Barmittelzuflüsse wohl in der Warteschleife.

Nach Informationen des Handelsblatts erwägt der Vorstand, den Konzern zu einer Holding umzubauen, um Töchter wie Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und Eurowings flexibler steuern zu können. Vorbild ist die britisch-spanische Fluggesellschaft IAG, unter deren Dach sich die Marken British Airways, Iberia, Vueling, Level und Aer Lingus versammeln.

Finanzvorstand Svensson sagte, dass die Struktur nicht grundlegend geändert werde. Die jetzige Struktur könne aber mit der einer Holding, die den Marken noch mehr Freiheit lässt, verbunden werden.

Mehr: Die Lufthansa muss einiges an ihrer Organisation ändern. Zu spät ist es dafür nicht, aber die Chance sollte nun genutzt werden, meint Handelsblatt-Reporter Jens Koenen.

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