Fluggesellschaft Neuer Tarifkonflikt im Lufthansa-Reich mit Brussels Airlines und Edelweiss

Während im Kern der Lufthansa-Gruppe endlich Tarif-Frieden herrscht, lodern am Rande neue Konflikte auf. Nicht nur bei Brussels Airlines sind die Piloten auf der Palme.
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Lufthansa: Tarifkonflikt mit Brussels Airlines und Edelweiss  Quelle: Reuters
Flaggen mit Lufthansa-Logo

Die größte deutsche Fluggesellschaft bekommt einfach keine Ruhe an der Tariffront.

(Foto: Reuters)

FrankfurtEine Lufthansa so ganz ohne Tarifkonflikt – das ist wohl eine Utopie. Über Zukäufe ist Deutschlands größte Airline über die Jahre auch in Europa gemessen an Umsatz und Passagierzahl zum größten Anbieter geworden. Doch die breite Aufstellung hat Nachteile. Irgendwo im großen Reich des Kranichs lodert immer ein Tarifkonflikt. Aktuell sind Brussels Airlines und die Swiss-Tochter Edelweiss betroffen.

Mit harscher Kritik haben jetzt Edelweiss-Piloten in einem Brandbrief an die Geschäftsleitung ihrem Frust Luft verschafft. Die investiere zwar in neue Flugzeuge, aber nicht in das Personal, heißt es in dem Schreiben. Damit nicht genug: Die Flugzeugführer werfen dem Management vor, die Sicherheit des Flugbetriebs zu vernachlässigen. Mit großen Lettern titelt das Schweizer Medienportal Blick.ch am Freitag „Wie sicher ist Edelweiss?“.

Warnungen vor negativen Folgen für die Sicherheit werden von Piloten-Gewerkschaften gerne als Waffe in einem Tarifkampf eingesetzt. Das Thema ist schlagzeilenträchtig und erhöht den Druck auf die andere Verhandlungsseite. Faktisch dürfte Edelweiss allerdings kaum ein Verstoß gegen die Vorschriften nachzuweisen sein. Geschickt sprechen Piloten denn auch von einem Sicherheits-Standard, der nicht dem eines Premium-Anbieters entspreche.

Die Rede ist nicht von einem Verstoß gegen geltende Vorschriften. Als ein Beispiel werden etwa die Schlafkabinen für die Piloten im Heck erwähnt. In einem Notfall müsse der Pilot erst durch das gesamte Flugzeug zum Cockpit sprinten. Die Geschäftsführung weist die Vorwürfe der Sicherheitsprobleme vehement zurück.

Dennoch ist der Druck auf die Edelweiss-Führung groß. Zwar wird schon seit längerem über einen neuen „Gesamtarbeitsvertrag“ – das Pendant zum deutschen Tarifvertrag – verhandelt. Dennoch haben die Piloten den aktuell laufenden bereits gekündigt, es gibt also keine Friedenspflicht mehr.

Hinzu kommt: Edelweiss ist für Swiss und damit für die Lufthansa-Gruppe eine wichtige Plattform für das weitere Wachstum im touristischen Verkehr. Die kleine Airline steuert weltweit 68 Sommerziele an und soll künftig mehr Flugzeuge bekommen. Dafür braucht man aber Piloten, und die sind derzeit eh knapp. „Edelweiss hat extrem niedrige Kosten, da wird Lufthansa nicht drum herum kommen, was draufzulegen“, glaubt eine Führungskraft in der Konzernzentrale.

Auch bei Brussels Airlines tobt eine Tarifauseinandersetzung mit den Piloten. Mehrfach haben die Flugzeugführer der belgischen Airline, die derzeit in die Lufthansa-Billigplattform Eurowings integriert wird, in den letzten Wochen die Arbeit niedergelegt. Aktuell wird wieder verhandelt.

Hier geht es nicht nur um Geld, die Piloten wollen auch wissen, wie es strategisch mit Brussels weitergeht. Die Airline fliegt im Auftrag von Eurowings bereits die Langstrecke, hier könnte die Marke erhalten bleiben. Die Kurz- und Mittelstrecke soll aber direkt in Eurowings aufgehen, was umstritten ist. Gelöst wurde kürzlich dagegen ein dritter Konflikt. Anfang Mai einigten sich die Piloten und das Management der österreichischen AUA auf einen Tarifvertrag – nach sieben Monaten.

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