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Fluggesellschaft Wie die Lufthansa den Umbau zur Holding vorantreibt

Eurowings verliert sein eigenes Ressort im Vorstand des Dax-Konzerns. Das gilt als wichtiger Schritt hin zu der neuen Struktur der Lufthansa.
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Der Dax-Konzern soll eine Holdingstruktur erhalten. Quelle: dpa
Lufthansa-Flugzeug

Der Dax-Konzern soll eine Holdingstruktur erhalten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Karl-Ludwig Kley bringt das, was Lufthansa an diesem Dienstagvormittag auf den Weg gebracht hat, auf eine einfache Formel: „Mit der heute entschiedenen neuen Aufstellung des Vorstands reagieren wir auf Veränderungen im Umfeld und im Unternehmen“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende von Europas größter Fluggesellschaft.

Die „neue Aufstellung“ ist weitreichend. Nicht nur Personen in dem Spitzengremium werden getauscht, es kommen neue hinzu, und die Ressorts werden neu zugeschnitten. Hinzu kommt der bereits erwartete Abgang von Personalchefin Bettina Volkens zum Jahresende.

Wichtiger ist der erneute Umbau bei der Billigtochter Eurowings. Thorsten Dirks, bisher im Spitzengremium für die Konzerntochter zuständig, gibt diese Funktion zum 1. Januar 2020 ab. Er leitet im Vorstand künftig den neuen Bereich „IT, Digital & Innovation“.

Eurowings geht dann in die Zuständigkeit von Harry Hohmeister, der das ebenfalls neue Ressort „Commercial Passenger Airlines“ führt.

Eurowings habe sich als wichtige Sparte etabliert und fliege inzwischen jeden vierten Fluggast der Gruppe, heißt es in einer Mitteilung, die während der laufenden Aufsichtsratssitzung verteilt wurde. Die Airline werde deshalb künftig analog zu den anderen Passagiergesellschaften der Lufthansa-Gruppe geführt.

Druck auf Eurowings

Die Neusortierung wird in Lufthansa-Kreisen als Vorbereitung auf die geplante neue Holding-Struktur gewertet, die aber noch einige Zeit dauern wird. Das Manöver hat aber noch einen anderen Grund: Auf Lufthansa wächst der Druck, den Dauer-Verlustbringer Eurowings endlich in die schwarzen Zahlen zu führen.

Zwar konnte die Tochter in einem hart umkämpften Markt ihr bereinigtes Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 122 auf 169 Millionen Euro steigern. Unter dem Strich stand in den ersten drei Quartalen aber immer noch ein Betriebsverlust von 104 Millionen Euro in den Büchern – und damit sogar etwas mehr als die minus 98 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Wie aus Unternehmenskreisen zu hören, gehen Lufthansa-Chef Carsten Spohr diese Fortschritte zu langsam. Bereits am Montag räumte Oliver Wagner seinen Posten als einer der Geschäftsführer von Eurowings. Ein Lufthansa-Sprecher erklärte, trotz der Neuausrichtung werde Eurowings auch künftig eine starke Geschäftsführung haben. Der Umbau bedeute nicht, dass Eurowings demnächst von Lufthansa aus geführt werde.

Dennoch zeigen die neuen Zuständigkeiten, dass Spohr bei dem Ableger radikal durchgreifen will. Mit Hohmeister vertraut er die Tochter einem erfahrenen Luftfahrtmanager an. Allerdings wartet auch auf ihn eine echte Herkulesaufgabe, der er sich aber gerne stellt. Insider berichten, dass es in der Vergangenheit immer wieder zwischen Hohmeister und Dirks gekracht haben soll.

Dahinter steht die immer noch vorhandene Meinung vieler Lufthanseaten, dass man sich im Konzern hocharbeiten muss, will man bei Europas größter Fluggesellschaft Karriere machen.

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Dirks hatte das nicht. Seine Wurzeln liegen in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Er war viele Jahre Mitglied des Vorstands von Telefónica Europa. Spohr und die Aufsichtsräte lasten ihm die Dauermiesere bei Eurowings nur bedingt an.

Als Dirks die Verantwortung für die neue Tochter bekam, stand die Übernahme von Teilen von Air Berlin noch nicht zur Debatte. Mit dem Deal musste sich Dirks in kürzester Zeit nicht nur in die Details des Luftfahrtgeschäfts einarbeiten. Er musste auch eine hochkomplexe Integration managen.

Selbst der britische Billiganbieter Easyjet hat damit zu kämpfen, die Berlin-Geschäfte von Air Berlin zu integrieren. „Trotz der Probleme bei Eurowings hat Dirks dort einen guten Job gemacht“, sagt eine Führungskraft des Konzerns.

Dirks war eigentlich angeheuert worden, um die Digitalisierung der Lufthansa-Gruppe zu treiben. Mit der Ablösung bei Eurowings verliert er zwar zunächst an Macht. Auf der anderen Seite bekommt er nun einen Job, der für Lufthansas Zukunft von zentraler Bedeutung ist. „Er kann nun seine Stärken einsetzen, die er bisher nicht einsetzen konnte, weil er Eurowings ans Fliegen bringen musste“, sagt ein Lufthanseat.

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