Fluggesellschaft Wie sich ein Swiss-Pilot über Verspätungen ärgert

Wegen des Flugchaos reißt einem Piloten der Fluggesellschaft Swiss der Geduldsfaden: Die Lage sei „zum Kotzen“, sagt er über Funk – und kassiert einen Rüffel.
Kommentieren
Die Verspätungen seien „eine Katastrophe“, sagte eine Swiss-Pilot auf Schweizerdeutsch. Er habe die Schnauze voll vom Flughafen Zürich. Quelle: AFP
Das Flugchaos zerrt auch an den Nerven der Piloten

Die Verspätungen seien „eine Katastrophe“, sagte eine Swiss-Pilot auf Schweizerdeutsch. Er habe die Schnauze voll vom Flughafen Zürich.

(Foto: AFP)

ZürichFlug LX1256 sollte ursprünglich von Zürich nach Palma de Mallorca um kurz nach zwölf abheben. Die Passagiere sind an Bord, die Maschine ist startklar. Doch als der Pilot der schweizerischen Fluggesellschaft Swiss am vergangenen Sonntag die Freigabe einholen will, erfährt er vom Tower, dass er eine Stunde warten soll – und verliert die Fassung.

Die Verspätungen seien „eine Katastrophe“, sagte der Pilot auf Schweizerdeutsch. Er habe die Schnauze voll vom Flughafen Zürich. Das sei einfach mal wieder „zum Chotzä“ – also „zum Kotzen“.

Weil die Unterhaltung zwischen Maschine und Tower aufgezeichnet wird, landete der Wutausbruch des Piloten nun in den schweizerischen Medien. Kein Wunder: Dass sich Passagiere über häufige Verspätungen am Flughafen ärgern, daran hat man sich gewöhnt. Aber das Chaos am europäischen Himmel geht auch am Flugpersonal nicht spurlos vorbei.

Die Verspätungen im europäischen Flugverkehr hatten sich im ersten Halbjahr 2018 mehr als verdoppelt. Pro Tag waren die Flugzeuge um 47.000 Minuten zu spät, rechnete der Luftfahrtverband Iata vor. Das ist ein Plus von 133 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch am Flughafen Zürich häuften sich die Verspätungen – zum Leidwesen von Passagieren und Personal. Man komme nie weg von dem Platz, obwohl das Flugzeug parat sei, ätzt der wütende Swiss-Pilot im Gespräch mit der Fluglotsin.

Die Fluggesellschaft Swiss äußert denn auch ein gewisses Verständnis für das Verhalten ihres Mitarbeiters. „Dem Piloten ging es ja um die Pünktlichkeit“, sagte eine Swiss-Sprecherin. Dass er seinem Ärger über die Verspätung Luft gemacht habe, sei nur menschlich. „Allerdings ist der Funk dafür der falsche Kanal“. Über mögliche Konsequenzen für den Piloten äußerte sie sich nicht.

Der Pilot sei aber trotz seines Ärgers in der Lage gewesen, das Flugzeug sicher zu führen – schließlich würden die Flugzeugführer auch im Umgang mit ihren Emotionen geschult.

Die Fluglotsin blieb dagegen cool. Ihre Rat per Funk: „Wenn Sie ein Diskussionsbedürfnis haben, rufen Sie doch an.“

Startseite

Mehr zu: Fluggesellschaft - Wie sich ein Swiss-Pilot über Verspätungen ärgert

0 Kommentare zu "Fluggesellschaft: Wie sich ein Swiss-Pilot über Verspätungen ärgert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%