Fluggesellschaften EU prüft Einfluss von Etihad bei Air Berlin

Die EU-Kommission prüft, ob die Beteiligung der arabischen Fluggesellschaft Etihad bei Air Berlin mit europäischem Recht vereinbar ist. Auch andere Airline-Fusionen werden unter die Lupe genommen.
Update: 04.04.2014 - 18:27 Uhr 1 Kommentar
Air Berlin und Etihad: Wer hat bei der deutschen Airline wirklich das Sagen? Quelle: dpa

Air Berlin und Etihad: Wer hat bei der deutschen Airline wirklich das Sagen?

(Foto: dpa)

Frankfurt/AthenDie EU-Kommission nimmt die Beteiligungen von auswärtigen Investoren an europäischen Fluggesellschaften genauer unter die Lupe. Dazu gehöre auch der Anteil des arabischen Großaktionärs Etihad an Air Berlin, bestätigte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel. Die Behörde fürchtet, dass die Investoren zu viel Macht auf die Fluggesellschaften ausüben könnten.

„Die Kommission hat die Staaten, wo diese Airlines zugelassen sind, um Auskunft gebeten, ob diese Investments den EU-Regeln zur Eigentümerschaft und Kontrolle europäischer Fluglinien entsprechen“, teilte die Behörde mit.

Sollte Brüssel zu dem Schluss kommen, dass dies gegen EU-Recht verstößt, kann die Kommission die nationalen Behörden auffordern, den Anbietern die Lizenz zu entziehen. Eine EU-Lizenz erlaubt dem Anbieter den Zugang zum europäischen Markt.

Etihad ist an Air Berlin mit rund 29 Prozent beteiligt. Zuletzt gab es Gerüchte über einen Abschied von der Börse der angeschlagenen Berliner Airline und Aufstockung des Anteils durch Etihad, nachdem Air Berlin ihre Bilanzpräsentation für 2013 zweimal verschoben hatte.

Zudem forderte die Kommission Italien auf, die laufenden Gespräche zwischen Anteilseignern von Alitalia und Etihad genau zu beobachten. Derzeit wird über eine Finanzspritze für die chronisch defizitäre Alitalia verhandelt. Es gibt Spekulationen, Etihad wolle die Italiener mit Air Berlin fusionieren.

Nach europäischem Recht müssen die nationalen Regierungen oder eine Privatperson dieses Staates mehr als die Hälfte an einer EU-Fluggesellschaft besitzen und diese „tatsächlich kontrollieren“. Das legt Artikel 4 der Verordnung über gemeinsame Vorschriften für die Durchführung von Luftverkehrsdiensten von 2008 fest. Auch wenn die Investoren nur Minderheitsanteile halten, fürchtet die EU-Kommission, dass sie die Airlines kontrollieren könnten.

Neben Air Berlin prüft die Abteilung Verkehr der EU-Kommission auch den Anteil der amerikanischen Delta Air Lines an Virgin Atlantic, der chinesischen HNCA an Cargolux in Luxemburg und von Korean Air an Czech Airlines in Tschechien.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Fluggesellschaften: EU prüft Einfluss von Etihad bei Air Berlin"

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  • Na das sind mal wettbewerbsfreundliche EU-Richtlinien. Wo ist den Almunia? Die Richtlinie verstößt ja ganz massiv gegen den freien Wettbewerb, der ja angeblich so heilig ist. Wenn es um Etihad geht, dann ist das aber anders. Soll Air Berlin dann unter dem TTIP an eine Amerikanische Fluglinie gehen? Wurde das evtl. auch schon im geheimen Hinterzimmer in Brüssel beschlossen?

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