Flughafen Berlin Sieben Todsünden machten BER zum Desaster

Berlin hebt nicht ab: Nachdem die Eröffnung des Großflughafens geplatzt ist, kommt heraus: Es gibt mehr Probleme als Lösungen. Die Verantwortlichen flüchten sich in Ausreden. Handelsblatt-Reporter decken die Fehler auf.
Update: 13.08.2012 - 16:21 Uhr 24 Kommentare
Verkehrsminister Ramsauer will mit Anwälten und Wirtschaftsprüfern klären, wer für das Debakel um den Hauptstadtflughafen verantwortlich ist. Quelle: dpa

Verkehrsminister Ramsauer will mit Anwälten und Wirtschaftsprüfern klären, wer für das Debakel um den Hauptstadtflughafen verantwortlich ist.

(Foto: dpa)

Berlin, FrankfurtWer in diesen Tagen wissen will, wo Berlins zentraler Flughafen liegt, der kann die nette kleine Smartphone-App "Flightradar24" bemühen. Ein Klick und schon werden alle Flugbewegungen rund um den Globus sichtbar, in Echtzeit. Im Berliner Norden sind es seit Anfang der Woche besonders viele. Tegel heißt der Flugplatz - Berlins alter und neuer Großflughafen. Lufthansa startet 87-mal am Tag, bisher gingen hier 62 Flüge ab. Beim Rivalen Air Berlin sind es pro Woche 52 Flüge mehr als vorher.

Die Zeiten in ihren neuen Flugplänen hatten die Airlines akribisch geplant. Nur der Ort war ein anderer: der Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld. Doch der kann wegen Baumängeln erst im März 2013 öffnen. Bis dahin darf Tegel den Titel Hauptstadtflughafen tragen, muss es.

Drangvolle Enge, abgewetzte Teppiche, veraltete Gepäckanlagen, lange Taxischlangen bei der Anfahrt - so beliebt der alte Flughafen wegen seiner Stadtnähe auch ist, er ist schlicht zu eng. Stephan Loge weiß um die Probleme des Provisoriums Tegel. Er ist Landrat des Dahme-Spreewald-Kreises. Der hat über die Betriebserlaubnis für den neuen Flughafen zu entscheiden. Loge hat sie verweigert. Der automatische Brandschutz funktioniert noch nicht. Flughafen-Chef Rainer Schwarz wollte deshalb Plan B genehmigt bekommen, einen Handbetrieb etwa der Brandschutztüren. Doch Loge sagte Nein. Nun kann der Flughafen erst am 17. März nächsten Jahres in Betrieb gehen - Berlin ist zum Gespött einer ganzen Nation geworden.

"Eigentlich bin ich das ja nicht gewesen, sondern die Planer, die neun Monate Bauverzug hatten", sagt Loge. Seit zehn Jahren lebt der 52-Jährige in Lübben. "Die Mensch-Maschine-Schnittstelle ist ja in den vergangenen Wochen zu einem geflügelten Wort geworden", sagt er. Aber wie sich die Planer das vorstellen würden, das könne er nicht verstehen. "Wenn die Brandschutztüren nicht funktionieren, kann ein Flughafen nicht in Betrieb gehen." Man könne ja nicht an 1 000 Türen Aushilfen setzen, "mit einer Stullendose auf den Knien", die bei einem Brand panischen Fluggästen höflich die Tür aufhalten.

Ist so etwas eine überraschende Erkenntnis? Flughafenchef Schwarz sagt seit Wochen: Ja. Doch verstehen kann das keiner. Was also ist passiert? Nur scheibchenweise kommt die Wahrheit ans Licht. Handelsblatt-Reporter haben über Wochen recherchiert. Es sind vor allem sieben Fehler, die zu dem Desaster geführt haben.

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24 Kommentare zu "Flughafen Berlin: Sieben Todsünden machten BER zum Desaster"

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  • "Drangvolle Enge, abgewetzte Teppiche, veraltete Gepäckanlagen" in Tegel?
    Im Vergleich zu anderen öffentlichen Einrichtungen in Berlin ist der Flughagen keinesfalls in schlechterem Zustand. Einige Terminals sind ja ohnehin erst vor wenigen Jahren gebaut worden.

  • Dann sollten die mal zum Flughafen München blicken. Hier bestellt man einen Ersatz für den Alarmsirene und der wird nicht geliefert. Aber kein Problem denn man ignoriert die Tatsache und verlangt nicht mal einen Liefertermin. Welcher spezldienst hier erbracht wird bleibt unklar. So nebenbeistellt sich dann heraus, dass die Überwachung für die brandmeldedurchsagen schon seit Monaten abgestellt wurde. So Störungsmeldungen für Fehler im lautsprechernetz sind aber auch lästig. Das Personal überfordert. Dann doch abschalten und so manches leben ist auch überschätzt. Sicherheit a la Flughafen München. Zumal nicht mal mehr ein wartungsvertrag besteht.

  • Gern würde ich hier auch ein Späßchen hinterlassen, aber als Betroffenem ist das mir längst vergangen. Es geht hier um ca. 50000 Menschen, denen der Flughafenbetreiber noch auf Jahre jeglichen Lärmschutz vorenthalten will:
    www.ctgm.de/ber

    baerlaerm@ctgm.de

  • >>>... am neuen Gelände der Luftfahrtmesse ILA. Hier scheint zu funktionieren, was beim Nachbarn gescheitert ist: <<<

    es geht deutlich hervor,
    das was ich über viele Jahre selbst erlebt habe,
    gegen den Klassenfeind arbeiten,(ich lege meine Hand ins Feuer, die Verantwortlichen sind Osthierarchie!)
    darauf wurde man 4 Generationen hin geprägt,
    ein tief verinnerlichtes Feindbild aufgebaut!
    In der ganzen BRD, sind die Ostdeutschen in einer Parallelgesellschaft vereint,

    *** es gibt kein Zusammenwachsen! ***

    die BRD hat sich, WIRD der Ostgesellschaft zu unterwerfen, einer Gesellschaft ohne jedwede Grundlagen,
    darum bleibt man auch unter sich in:
    D-Bahn, D-Post, Telekom über Bildungsministerium bis Arbeit Soziales (ARGE) u. Pflegesystem,
    Krankenkassen zB. Knappschaft,IKK-NRW, ganze Krankenhäuser, Kurkliniken, Solarzellen, ua. aber immer ganze Bereiche, so wie Karstadt für jeden zu erleben gewesen, nur jetzt vor der Öffentlichkeit versteckt aber die SELBEN LEUTE!
    Es ist die Übernahme der BRD durch die DDR, nicht Beruf u. Bildung der DDR wurde anerkannt, sondern die BRD wird auf das Untere Niveau der DDR abgestuft!
    Alle Bereiche der DDR-Verantwortung sind ruiniert, es herrschen Nachrichtensperren bei Bildungssystem, D-Bahn, D-Post, Telekom, Pflegesystem, ARGE, usw.!!
    man ist auf Grund seiner Gehirnwäsche Staatserziehung nicht fähig, von dem Andern anzunehmen, das ist der Status Quo „liebe“ Leser!
    Merkel u. Ihre Bourgeoisie hat seit Beginn die Bundesparteien + Medien-Apparat dahin umgebaut,
    seit mehr als 15 Jahren!!
    es läuft eine Übernahmeschlacht unbemerkt ab, ohne Pulver u. Blei!
    Nur durch Mobbing, Denunzianten, Spitzel das Ostdeutsche System eben!!
    Ich selbst, trotz der „Netzanonymität?“
    bin in der Parallelgesellschaft,
    BRD Weit bekannt per Steckbriefe,
    als Aufklärer, als Feind!!
    der Denunzination ausgeliefert!
    LEUTE - Ihr seid völlig Naiv gehalten v. d. Massenmedie

  • Stimmt. Im Artikel steht das auch, den Geschäftsführern der Firma OBO, die Elektroinstallationsmaterial herstellt (was ich ganz und garnicht abwertend meine) ist ja schon Schönefeld zu weit. Was hätte also dieses Sperenberg bedeutet: ein Flughafen für die Upper-Class der noch mehr Anwohner beeinträchtigt und einer für den Plebs der sich dann noch ne Stunde in ne rappelvolle S-Bahn quetschen darf. So siehts aus.
    Und realtitätsverweigernde Egomanen wie den beschriebene Chef Schwarz (wiegelt alle Einwände ab, schwafelt "die machen das schon" bis es knallt usw.) mußte ich schon etliche sehr weit weg von Berlin auch ertragen.
    Was die meisten auch bei Ihren Verweisen auf irgendeinen vor Jahrzehnten angeblich problemlos gebauten Flughafen auch vergessen: der Komplexitätsgrad steigt jährlich - der Kostendruck und Zeitvorgaben auch. Das Beispiel was ich immer im Hinterkopf habe: die Maut. Da sollte damals wenn ich mich recht erinnere in einem Dreiviertel Jahr die Firma gegründet, die Technik entwickelt (!) und schnell noch errichtet werden.
    Solange Nadelstreifen-Nieten solche Entscheidungen treffen werden solche Desaster die Regel werden - und nicht die Ausnahme.

  • Müssten die Genossen Wowereit und Platzeck persönlich haften, würde solch eine Sauerei auf Kostenn der Steuerzahler nicht passieren.
    Den Berliner SPD-Fürsten ist es auch zu verdanken, dass die Hauptstadt Berlin in Kürze über keinen eigenen Flughafen mehr verfügen wird, BER liegt bekanntlich in Brandenburg.

  • Dem ist nicht mehr hinzuzufügen.
    Nur die meisten hier in unserem Gutmenschenstaat haben es noch nicht kapiert. Das wird ein böses erwachen.

  • Kein guter Artikel,nur Spekulationen und nachträgliche Besserwisserei.Und das übliche Berlin Bashing.

    Klar wäre Sperenberg besser gewesen,aber viel zu weit draussen.Dann hätte man TXL offenhalten müssen und die Investitionen in Sperenberg hätten sich nie rentiert,weil alle weiter von TXL geflogen wären.

  • vielen Dank an 'Handelsblatt' u. Redaktion,
    das Sie einen kleinen Einblick in dieses Desasster erlaubt haben, (Berlin Flughafen - S-Bahn Gleich)
    das erste das ich lese!
    die Massenmedien-Politikabhängig-MerkelKonsorten-konformen sehen keine Probleme,
    (ich sage nur GrundGesetz, von den Richtern zu Müll erklärt - weil jetzt läuft alles besser - durch Könige der Welt!)
    Nirgendwo!
    aber ich und jeder andere denkende Mensch,
    fühlen sich in die DDR versetzt!

  • Berlin, wir können alles ausser... - nur Spass, wir können wirklich nix

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