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Flughafenbetreiber Fraport will noch mehr Personal abbauen und Gebühren erhöhen

Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet auch in diesem Jahr mit Verlusten. Zudem könnten mehr Arbeitsplätze abgebaut werden als bisher geplant.
11.05.2021 Update: 11.05.2021 - 16:10 Uhr Kommentieren
Im ersten Quartal zählte Fraport in Frankfurt nur rund 2,5 Millionen Passagiere. Quelle: dpa
Abflug

Im ersten Quartal zählte Fraport in Frankfurt nur rund 2,5 Millionen Passagiere.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport wird wegen der Coronakrise voraussichtlich mehr als die bis Ende dieses Jahres angepeilten 4000 Arbeitsplätze abbauen. Die Zahl werde darüber liegen, womöglich bei 5000 Beschäftigten, erklärte Finanzchef Matthias Zieschang in einer Konferenz mit Analysten am Dienstag. „Ich habe die 5000 erwähnt – das ist kein Ziel, aber wir versuchen, so viele wie möglich zu erreichen.“

Die Rückstellungen für den Personalabbau von 299 Millionen Euro müssten dafür nicht erhöht werden, denn nach aktuellem Stand gebe es noch einen Puffer von 20 Millionen Euro, um sozialverträglichen Personalabbau zu finanzieren. Vor der Krise zählte Fraport rund 22.000 Beschäftigte am Hauptsitz Frankfurt.

Weitere 2000 Vollzeitstellen bei dem Flughafenbetreiber werden mit der Sicherheitstochter Frasec das Unternehmen verlassen. Vergangene Woche hatte Fraport mit der Bundesregierung vereinbart, ab 2023 die Verantwortung für die Luftsicherheitskontrollen am Flughafen zu übernehmen. Die Aufgabe soll anderen Firmen übertragen werden. Zieschang erklärte dazu, der MDax-Konzern suche einen strategischen Investor, der 51 Prozent von Frasec übernehmen soll. Eine Vereinbarung dazu stehe vor dem Abschluss. „Wir werden ein schlankeres Unternehmen“, sagte Zieschang.

Die Airlines müssen sich im kommenden Jahr auf steigende Flughafengebühren am größten deutschen Flughafen einstellen, der wie alle Airports aufgrund der Pandemie Verlust macht. Demnächst werde Fraport bei der Aufsichtsbehörde eine einstellige prozentuale Erhöhung beantragen, teilte der Fraport-Finanzchef weiter mit.

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    Eine Kapitalerhöhung beabsichtige Fraport nicht, obwohl es theoretisch nach aktuellem Aktienkurs eine Option auf 2,3 Milliarden Euro frisches Kapital gebe. Doch dies sei nur bei einer Notlage vorstellbar, wenn das Unternehmen keinen Zugang mehr zu Anleihen oder Krediten hätte. Die Aktionäre des Unternehmens, das mehrheitlich dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt gehört, müssten keine Verwässerung des Aktienkurses befürchten. „Wir sind nicht die Lufthansa“, sagte Zieschang. Diese hat angekündigt, den Kapitalmarkt anzapfen zu wollen. Insidern zufolge sind mindestens drei Milliarden Euro anvisiert.

    Fraport-Chef Schulte: „Tiefpunkt überschritten“

    Der Luftverkehr hat nach Einschätzung von Fraport das Schlimmste in der Coronakrise hinter sich. Im ersten Quartal habe es aufgrund des weltweiten Infektionsgeschehens noch keine spürbare Erholung der Passagierzahlen gegeben, erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte am Dienstag. „Doch wir gehen davon aus, dass wir den Tiefpunkt nun überschritten haben.“

    Die Impfkampagnen gegen Covid-19 nähmen Fahrt auf. Es gebe umfangreiche Testmöglichkeiten, und die Lust auf Reisen sei ungebrochen. „Insofern gehen wir davon aus, dass wir im Sommer wieder deutlich steigende Passagierzahlen sehen werden – zunächst vor allem im Europaverkehr, aber perspektivisch dann auch auf Interkontinentalstrecken.“

    Das geringe Passagieraufkommen hat Fraport im ersten Quartal jedoch nicht so tief in die roten Zahlen gerissen wie befürchtet. Im ersten Quartal brach der Umsatz des MDax-Konzerns erneut ein. Der Konzernverlust war mit 77,5 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal. Der Erlös ging um 42 Prozent zurück auf 385 Millionen Euro.

    Darin sind knapp 58 Millionen Euro enthalten, die Fraport nach der Einigung mit der Bundespolizei für im vergangenen Jahr erbrachte Luftsicherheitsleistungen zuflossen. Das und die Einsparungen von Kosten verhalfen Fraport zu einen operativen Gewinn von 40 Millionen Euro nach einem Betriebsverlust von 69 Millionen Euro vor Jahresfrist. Das Ziel, in Frankfurt rund 4000 Arbeitsplätze abzubauen, sei inzwischen fast erreicht. Viele Analysten hatten mit einem deutlich höheren Fehlbetrag gerechnet.

    Im ersten Quartal zählte Fraport in Frankfurt nur rund 2,5 Millionen Passagiere, ein Rückgang um 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch an den internationalen Flughäfen blieben die Fluggastzahlen mit Ausnahme von Xi'an in China weit hinter dem Vorjahreswert zurück. Für Frankfurt rechnet Fraport im Gesamtjahr weiter mit weniger als 20 bis 25 Millionen Passagieren. Unter dem Strich dürfte zwar auch 2021 ein Verlust stehen, dieser soll aber geringer ausfallen als im Corona-Jahr 2020.

    Mehr: Fraport-Chef glaubt an Sommer-Aufschwung – trotz Hygienevorgaben und wachsendem Wettbewerb

    • dpa
    • rtr
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