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Flugsicherheit Piloten werfen Ryanair „eklatante Verharmlosung“ vor

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist bekannt für seine irren Sparvorschläge. Doch diesmal scheint der Airline-Chef zu weit gegangen zu sein: Piloten werfen dem Iren vor, durch seine Sparvorgaben die Sicherheit zu gefährden.
30.08.2012 - 14:52 Uhr 20 Kommentare
Michael O'Leary muss sich gegen Vorwürfe der Pilotengewerkschaft wehren. Quelle: dpa

Michael O'Leary muss sich gegen Vorwürfe der Pilotengewerkschaft wehren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Keine Toiletten an Bord, Diäten für Stewardessen, keine Eiswürfel im Drink - wenn es darum ging Kerosin zu sparen, war Ryanair-Chef Michael O'Leary bisher kein Vorschlag zu skurril. Doch mit seiner Sparwut scheint der Ire nun eine Grenze überschritten zu haben. Die Pilotengewerkschaft Cockpit erhebt schwere Vorwürfe gegen den Iren: Mit seinen strikten Vorgaben zum Benzinsparen gefährde der Ryanair-Chef die Sicherheit der Passagiere.

Die öffentliche Kritik der Piloten hat einen aktuellen Anlass: Ende Juli mussten drei Flugzeuge von Ryanair, die auf dem Weg nach Madrid waren, in Valencia notlanden. Nachdem die Landung in Madrid sich wegen Wetterkapriolen verschoben hatte, drohte das Benzin auszugehen. Schon damals hatte der spanische Pilotenverband harte Kritik geübt: Ryanair setze seine Piloten unter Druck, möglichst wenig zu tanken und nehme so eine Treibstoffknappheit in Kauf.

Die Airline wehrte sich Ende August mit einer Unterlassungserklärung gegen die Vorwürfe. Doch jetzt erhalten die Spanier Rückendeckung von ihren deutschen Kollegen - und die verraten pikante Details über die Personalführung von Ryanair.

„Bei Ryanair ist es Praxis, Listen auszuhängen, auf denen die Piloten in der Reihenfolge ihres Treibstoffverbrauchs aufgelistet werden“, sagt Flugkapitän Jörg Handwerg, Pressesprecher der Vereinigung Cockpit. Die zwanzig Prozent mit dem geringsten Verbrauch würden ein Belobigungsschreiben und die zwanzig Prozent mit dem höchsten Verbrauch eine Aufforderung, sich an die festgelegten Verfahren zu halten. „So wird psychologisch Druck ausgeübt“.

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    Ryanair hatte nach dem Vorfall in Valencia darauf hingewiesen, dass alle drei Flüge mit mehr als dreißig Minuten Resttreibstoff gelandet seien, was den Vorgaben der Industrie entspreche. Die Piloten halten die Angaben von Ryanair für widersprüchlich. Die Flugzeuge hätten sich einer kritischen Treibstoffmenge genähert, bei der Hersteller den Piloten empfehlen, besonders vorsichtig zu agieren, damit die Triebwerke nicht wegen mangelnder Treibstoffversorgung stehen bleiben. Von einer „normalen Landung“ zu sprechen sei eine „eklatante Verharmlosung“.

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    20 Kommentare zu "Flugsicherheit: Piloten werfen Ryanair „eklatante Verharmlosung“ vor"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Michael O´Leary ist der beste Geschäftsmann und CEO, denn es in seiner Art kein zweites Mal auf der Welt gibt. Ich mag Michael, Ryanair und seine günstigen Preise.

    • Unglaublich was teilweise hier für Blödsinn verzapft wird.
      Ryanair ist eine tolle Airline und gerade als Schüler, genau das richtige. Wieso sollte ich für einen Flug mehr bezahlen, wenn ich es so günstig haben kann. Und auf ein gratis Essen kann ich auch verzichten, wenn ich so günstig fliegen kann. Ich versuche immer zuerst bei Ryanair zu buchen, und erst dann kommen die anderen Airlines an die Reihe. Immer wieder gerne, mit der besten Airline in Europa.

    • Erstmal solltest du wissen, dass Ryanair keine Behinderten diskriminiert sondern Easyjet deshalb ein Anklage am Hals hat. Und zweitens vertraust du sicher, so wie viele andere auch nur Gerüchten und irgendwelchen Pressemeldungen, in denen großteils nur Blödsinn drinnen steht. Ich bin mir sicher, dass die meisten Kritiker von Ryanair noch nie mit ihnen geflogen sind. Und mit großer Wahrscheinlichkeit bist du auch noch nie mit ihnen geflogen. Das soll jetzt keine Aufforderung sein, mit Ryanair zu fliegen, aber unterlasst doch das Urteilen über Ryanair jenen Passagieren, die schon mal mit RYR geflogen sind. Ryanair verfolgt ein ganz klares Geschäftsprinzip, wenn es nicht passt soll doch 100 Euro pro Flug mehr bezahlen.

    • Warum entzieht man dieser Chaosairline nicht einfach die Lizenz. Airlines die Behinderte ganz gezielt diskriminieren und aus dem Flugzeug werfen gehören weg vom Markt.

    • wir leben doch nach dem motto geiz ist geil darum fliegen wir ja auch holzklasse mit ryanair

    • Vielleicht ist es ja auch so, dass die anderen Fluggesellschaften sicherheitshalber eine höhere Treibstoffreserve mitführen, um die Sicherheit der Passagiere auch in extremen Ausnahmefällen zu gewährleisten. Dann sollte dieses aber auch publik gemacht werden und jeder Fluggast kann sich dann überlegen, welches Risiko er eingehen möchte bzw. was er bereit ist, mehr zu zahlen, um dieses Risiko nicht einzugehen.
      Aber wo wie es jetzt ist, kann es m. E. nicht richtig sein.

    • Wer nach dem Motto "Sparen um jeden Preis" agiert, spart sicherlich irgendwann auch an der Sicherheit, z. B. wenn alle anderen Sparmöglichkeiten ausgeschöpft sind.
      ich denke schon, dass die Piloten auch heile ankommen und landen wollen, und daher sicherlich genug Kerosin mitnehmen. Aber wenn wirklich alle so denken, gibt es ganz sicher irgendwann ein Problem; denn dann haben alle nur wenig Reservesprit und müssen kurzfristig landen.
      Es geht mir nicht darum, die Billigflieger abzuschaffen; aber wenn sich einige wenige (hier Ryanair) auf Kosten der anderen (die restlichen) Vorteile verschaffen, ist das nicht in Ordnung.
      Vielleicht sollten die Flugaufsichten mal alle Flüge von Ryanair in den letzen Monaten untersuchen; denn ich kann mir vorstellen, dass die Piloten nicht nur die mitgeführte Kerosinmenge sondern auch die nach der Landung in den Tanks noch vorhandene Kerosinmenge festhalten müssen. So läßt sich sicherlich auch jetzt noch feststellen, ob die Vorschriften eingehalten wurden.

    • Na, dann viel Spass mit RyanAir.

      Vielleicht finden Sie ja auch einen Bestatter, der Ihnen einen Sarg für 9.99 Euro zimmert, aber darauf folgende Gebühren aufschlägt:

      Leichengebühr: 238,99 Euro
      Totengebühr: 399,98 Euro
      Sondergebühr für Absturzopfer: 244,99 Euro
      Priestergebühr: 444,99 Euro

      Arroganz von RyanAir: unbezahlbar!

    • Lieber Marinus,
      wenn ein Flugzeug Sprit dabei haben muß für 40 Minuten Holding, drei Mal Landeanflug mit Durchstarten, Flug zum Alternate, dort 30(?) Minuten Holding plus zwei Mal Durchstarten plus dann noch verbleibende Restmenge für 30 Minuten, dann hatten die zwei mit weniger als 30 Restminuten (der dritte hatte knapp über 30 Minuten) doch wohl eindeutig zu wenig beim Start geladen. Das wird auch die zuständige Aufsichtsbehörde so sehen, wetten daß?

      Und das Runterfallen bezog sich auf Ihre Auffassung, daß es beim ersten Mal nicht so schlimm wäre. Ein Flugzeug ohne Sprit *ist* das Schlimmste, was passieren kann, denn da oben gibt es üblicherweise keine Nachtankgelegenheiten.

      Und natürlich tanken "große Fluglinien" genügend. Denn die halten sich an international gültige Vorschriften. Wie sich künftig auch Ryanair penibel dran halten wird, da bin ich mir ziemlich sicher :-)

    • Ich finde es bezeichnend, dass nur Ryanair eine bevorzugte Landung beantragt hat, obwohl doch viel mehr Gesellschaften Flugzeuge in der Luft hatten. Das zeigt m. E. dass die Kritik nicht ungerechtfertigt ist.
      Und wenn jetzt nichts passiert und daraufhin alle Fluggesellschaften weniger Kerosin an Bord nehmen, um Treibstoff zu sparen, wird es u. U. Probleme geben, da dann alle bevorzugt landen wollen bzw. müssen. Und dann kommt u. U. die Erkenntnis, dass ein größerer Risikopuffer - ggfls. als bindende Vorschrift - doch sinnvoll ist - oder findet es irgendjemand besser, dass erst ein Flugzeug mit leerem Tank notlanden muss oder sogar abstürzt? Das mitgeführte zusätzliche Kerosin geht ja nicht gänzlich verloren; ledig das durch das höhere Gewicht zusätzlich verbrauchte Kerosin ist weg. Und das kann pro Passagier nicht sehr viel Geld sein - und dieses Geld bin ich gern bereit, zu zahlen, wenn dadurch die Sicherheit für eine reibungslose Landung steigt.

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